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03.01.2007

10:37 Uhr

Dezember-Statistik

Steuer und Wetter helfen Arbeitsmarkt

Weil das Wetter im Dezember mild war und die anstehende Mehrwertsteuer-Erhöhung den deutschen Bau- und Handwerksbetrieben volle Auftragsbücher beschwerte, ist die Arbeitslosenzahl im letzten Jahresmonat nur marginal gestiegen. Saisonbereinigt ergibt sich ein Rückgang, der weit stärker ausfiel als erwartet.

HB NÜRNBERG. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg mitteilte, waren im Dezember 4,008 Millionen Deutsche arbeitslos gemeldet. Dies sei ein Zuwachs im Vergleich zum November um 12 000. Im Vergleich zum Dezember 2005 ergebe sich ein Rückgang um 597 000. Die Arbeitslosenquote habe unverändert 9,6 Prozent betragen.

In Westdeutschland waren im Dezember 2,67 Mill. Männer und Frauen als arbeitslos registriert. Das waren 2 000 weniger als im November und 450 000 weniger als vor einem Jahr. In Ostdeutschland waren im Dezember 1,337 Mill. Arbeitslose gemeldet, 15 000 mehr als im November und 148 000 weniger als vor zwölf Monaten. Im Westen lag die Arbeitslosenquote im Dezember bei 8,0 Prozent, im Osten bei 15,7 Prozent.

Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen fiel die Arbeitslosenzahl im Dezember saisonbereinigt unerwartet deutlich um 108 000. Banken-Volkswirte hatten einen Rückgang um lediglich 45 000 erwartet. Der Vorstandschef der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise, sprach von einem „beträchtlichen Rückgang“

Weise führte den geringen Anstieg im Dezember auf vorgezogene Arbeiten in Bau und Handwerk wegen der Mehrwertsteuererhöhung sowie auf das milde Dezemberwetter zurück. Hinzu komme komme der konjunkturell bedingte Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Die Zahl der arbeitslosen Menschen sei weitaus weniger gestiegen als für den Dezember üblich, sagte Weise in Nürnberg. Im zurückliegenden Jahr habe auch der Arbeitsmarkt von der wirtschaftlichen Besserung profitiert, erklärte Weise. Die Arbeitslosigkeit ging im Jahresdurchschnitt erstmals seit fünf Jahren wieder zurück. Die Zahl sank um 374 000 auf 4,487 Millionen.

BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt ergänzte, seine Behörde rechne wegen der positiven Entwicklung im November und Dezember 2006 mit einer deutlich geringeren Winterarbeitslosigkeit als in den Vorjahren. Grund sei neben dem milden Wetter auch das im Dezember 2006 eingeführte Bau-Kurzarbeitergeld. Damit sollen die sonst im Winter üblichen Entlassungen von Bauarbeitern verhindert werden. „Es kann aber durchaus sein, dass wir im Januar und Februar den Winter bei der Arbeitslosigkeit noch zu spüren bekommen“, sagte Alt.

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