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21.10.2013

09:48 Uhr

DIHK

Firmen wollen mehr einstellen und investieren

Laut einer Umfrage des DIHK ist die Stimmung der deutschen Unternehmen gelockert. Eine große Mehrheit sieht der Zukunft positiv entgegen – das hat auch für die Angestellten ihre Vorteile. Nur der Fachkräftemangel drückt.

Ein Button mit der Aufschrift „Made in Germany“: Beim Auslandsgeschäft fassen die deutschen Unternehmen neuen Mut. dpa

Ein Button mit der Aufschrift „Made in Germany“: Beim Auslandsgeschäft fassen die deutschen Unternehmen neuen Mut.

BerlinSteigende Exporte, mehr Jobs, höhere Investitionen: In der deutschen Wirtschaft wächst die Zuversicht. 87 Prozent der Unternehmen erwarten bessere oder gleich bleibende Geschäfte, teilte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) am Montag zu seiner Herbstumfrage unter 28.000 Firmen mit. Im Frühsommer waren es lediglich 84 Prozent, zu Jahresbeginn 82 Prozent. „Die Beruhigung der Euro-Staatsschuldenkrise in den zurückliegenden Monaten trägt ebenso dazu bei wie die allmählich anziehende Dynamik außerhalb Europas“, hieß es.

Der DIHK rechnet deshalb für 2014 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent, nach einem Mini-Plus von 0,3 Prozent im zu Ende gehenden Jahr. "Einer stärkeren Verbesserung stehen noch zu viele Unbekannte entgegen: die weitere Entwicklung der Euro-Zone oder auch der künftige politische Kurs hierzulande", erklärte der DIHK.

Die Kammerorganisation rechnet im kommenden Jahr mit 250.000 neuen Jobs. 16 Prozent der Unternehmen wollen einstellen, nur zwölf Prozent Stellen abbauen. Die Arbeitslosigkeit dürfte um etwa 50.000 auf 2,9 Millionen sinken. „Getrübt werden die guten Aussichten bei der Beschäftigung durch den sich zuspitzenden Fachkräftemangel“, erklärte der DIHK. „Dieses Geschäftsrisiko nennen so viele Unternehmen wie bislang in keiner vorherigen Umfrage.“ Mehr als jeder dritte Betrieb sehe sich bereits in den kommenden Monaten beeinträchtigt. Insbesondere in den Bereichen Forschung und Entwicklung und in der IT würden Fachkräfte händeringend gesucht.

Tarifabschlüsse der Metall- und Elektroindustrie

2009

Die Erhöhung der Löhne und Gehälter betrug insgesamt 4,2 Prozent in zwei Stufen: zum 1. Februar 2,1 Prozent, zum 1. Mai weitere 2,1 Prozent. Für November/Dezember 2008 und Januar 2009 wurde ein Einmalbetrag von 510 Euro vereinbart, ein weiterer von 122 Euro für September 2009. Von Januar bis April 2010 war eine weitere Einmalzahlung von jeweils 0,4 Prozent vorgesehen. Der Vertrag lief über 18 Monate vom 1. November 2008 bis zum 30. April 2010.

2010

Der Entgelttarifvertrag wurde im Zuge der Wirtschaftskrise vom 1. Mai bis zum 31. März 2011 ohne Anhebung verlängert. Zum Ausgleich erhielten die Beschäftigten zwei Einmalbeträge von je 160 Euro am 1. Mai und am 1. Dezember.

2011

Vom 1. April an gab es wie in der Tarifeinigung 2010 beschlossen ein Plus von 2,7 Prozent mit einer Laufzeit von zwölf Monaten bis 31. März 2012.

2012

Nach einem Nullmonat im April wurden die Löhne und Gehälter vom 1. Mai 2012 an um 4,3 Prozent angehoben. Die Vereinbarung lief am 30. April 2013 nach 13 Monaten aus.

2013

Der Vertrag hat eine Laufzeit von 20 Monaten, in den ersten beiden gibt es keine Erhöhung. Von Juli an steigen Löhne und Gehälter um 3,4 Prozent, vom Mai 2014 an nochmal um 2,2 Prozent.

Beim Auslandsgeschäft fassen die Unternehmen neuen Mut: Die Exporteinschätzungen wurden so gut bewertet wie seit gut zwei Jahren nicht mehr und liegen nun auch wieder ihren langjährigen Durchschnitt. „Mit dem Ausklingen der Rezession in der Eurozone kommen die Ausfuhren in den Heimatmarkt Europa allmählich in Schwung“, hieß es. In den Schwellenländern nehme das Wachstum dagegen erst langsam wieder Fahrt auf. Der DIHK erwartet im kommenden Jahr ein Exportwachstum von vier Prozent - nach lediglich 1,0 Prozent 2013.

Die Unternehmen wollen wieder spürbar mehr investieren, und zwar branchenübergreifend: 83 (Frühjahr: 80) Prozent der Firmen wollen mehr oder zumindest gleichviel wie bisher investieren. „Nun hellen sich die Absatzaussichten für In- und Ausland weiter auf, das führt im Herbst auch wieder zu einem Anstieg der Investitionsneigung.“ Das Geld soll vor allem in die Erweiterung der Kapazitäten und in Produktinnovationen fließen. „Die unverändert günstigen Finanzierungsbedingungen bieten einen guten Rahmen für eine anziehende Investitionstätigkeit“, schrieb der DIHK. "Ein Investitionsrisiko stellen allerdings die nach wie vor als schwierig eingeschätzten wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen dar."

Von

rtr

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