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29.07.2014

19:13 Uhr

DIHK-Umfrage

Kita-Mangel bremst Wirtschaft aus

ExklusivDeutsche Unternehmen greifen Arbeitnehmern immer mehr bei der Kinderbetreuung unter die Arme. Das staatliche Angebot reicht einer DIHK-Umfrage zufolge nicht aus und ist zu unflexibel. Die Wirtschaft bremst das aus.

Betriebliche Kindertagesstätte: Die Wirtschaft nimmt den Staat in die Pflicht. dpa

Betriebliche Kindertagesstätte: Die Wirtschaft nimmt den Staat in die Pflicht.

BerlinNicht nur Eltern, auch die Wirtschaft leidet massiv unter dem unzureichenden Angebot an Kita-Plätzen und der Unflexibilität in den Einrichtungen: Sechs von zehn Unternehmen berichten, dass ihre Beschäftigten und damit ihre betrieblichen Abläufe durch ein unzureichendes Betreuungsangebot eingeschränkt werden. Das zeigt eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter 1600 Unternehmen im Juli, die dem Handelsblatt (Mittwochausgabe) vorliegt. Seit einem Jahr besteht für Eltern ein grundsätzlicher gesetzlicher Anspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab einem Jahr.

„Bis zu einem bedarfsgerechten Betreuungsangebot haben wir noch ein gutes Stück Weg vor uns“, mahnt DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben dem Handelsblatt. Das größte Problem seien die Betreuungszeiten: „Sie sind nach wie vor zu unflexibel und berücksichtigen zu wenig die Bedürfnisse berufstätiger Eltern.“ Außerdem gebe es immer noch zu wenig Ganztagesangebote. „In mehr als zwei Dritteln der befragten Betriebe müssen Mitarbeiter wegen fehlender Nachmittagsbetreuung ihre Arbeitszeiten reduzieren.“

Nachholbedarf bei Kitas: Platz nur für jedes dritte Kind

Nachholbedarf bei Kitas

Platz nur für jedes dritte Kind

Der Kita-Ausbau hinkt den gestiegenen Elternwünschen hinterher. Doch die befürchtete Klagewelle bleibt seit der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz bislang aus. Die Politik ist „noch nicht am Ziel“.

Als Folge greifen immer mehr Unternehmen zur Selbsthilfe: Zwei von drei Unternehmen unterstützen ihre Beschäftigten bei der Kinderbetreuung indem sie Notfallbetreuung oder ein Betreuungsangebot in den Ferien organisieren – das sind doppelt so viele wie vor zwei Jahren. Der DIHK sieht aber dennoch den Staat in der Pflicht: „Die Betriebe machen hier die Hausaufgaben der Politik. Für ein passendes Betreuungsangebot zu sorgen, ist nicht die Aufgabe der Unternehmen“, sagt Wansleben.

Von

bag

Kommentare (3)

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Herr Woifi Fischer

30.07.2014, 08:20 Uhr

DIHK-Umfrage Kita-Mangel bremst Wirtschaft aus?

Wen dem so ist, gibt es ein Mittel dagegen, nämlich Betriebskindergärten wie in der Ex-DDR, und schon ist das Problem für die deutsche Wirtschaft gelöst.
Wen ihr aber die Kosten zu hoch erscheinen, müssen sie mit dem Leben was es im Moment gibt.

Wo bleibt die Eigeninitiative der deutschen Wirtschaft???
Es ist erbärmlich immer nur zu jammern und nach dem Staat zu schreien.

Herr Carsten Härtl

30.07.2014, 10:38 Uhr

"Die Betriebe machen hier die Hausaufgaben der Politik." behauptet der DIHK. Das kann ich nicht nachvollziehen. Die Wirtschaft hat z.T. selbst verschuldete Nachwuchsprobleme: Ausbildung fiel jahrelang dem Rotstift zum Opfer, so dass man heute Mütter kurz nach der Entbindung unter Druck setzt, wieder mit Überstunden und 24/7-Verfügbarkeit weiterzuarbeiten. Jetzt sollten die Betriebe die Folgen dieser Entwicklung auch selbst auslöffeln. Nicht die jungen Mütter haben das Bedürfnis nach unbegrenzter Kita-Öffnungszeit, sondern allein die Arbeitgeber profitieren davon.

Herr D. Dino54

30.07.2014, 17:38 Uhr

".....einer DIHK-Umfrage zufolge....."

Wieder eine Umfrage. Diese stetige Verarsc..ng ist nervig!
Warum schafft IHR nicht selbst für eure Mitarbeiter Möglichkeiten ?

Zitat:
"Außerdem gebe es immer noch zu wenig Ganztagesangebote."

Warum sind sehr viele Unternehmen auf STEUER - OASEN zu finden ? Das Geld wäre auch zu diesem Thema hilfreich !!

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