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03.01.2007

13:24 Uhr

DIW auch für 2008 optimistisch

Deutsche Wirtschaft bleibt unter Dampf

Als fünftes der sechs am Herbstgutachten beteiligten Konjunkturforschungsinstitute hat heute das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin seine Wachstumsprognose für 2007 nach oben revidiert. Gleichzeitig eröffnet das Institut einen ausgesprochen optimistischen Ausblick für das kommende Jahr.

ari DÜSSELDORF. Für 2007 erwartet das DIW jetzt ein Plus von 1,7 Prozent, seit dem vergangenen Sommer war es noch von 1,4 Prozent ausgegangen. Vor einem Jahr hatten die Berliner Forscher sogar nur mit 1,2 Prozent gerechnet – hatten sich damit aber in bester Gesellschaft im Kreis der Institute befunden. Die jüngste Anhebung der DIW-Prognose für das laufende Jahr fiel weniger stark aus als beispielsweise beim Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), das im Dezember seine Voraussage für 2007 sogar auf 2,1 Prozent verdoppelt hatte.

Das DIW ist zudem das dritte Institut, das bereits einen konkreten Blick ins Jahr 2008 wagt. Es rechnet dann wieder mit einer Wachstumsbeschleunigung auf 2,5 Prozent in Deutschland. Die Berliner sind damit optimistischer als das IfW und das Ifo-Institut, die 1,8 bzw. 2,3 Prozent erwarten.

Die günstigeren Aussichten begründet das DIW damit, dass „eine weiche Landung der US-Wirtschaft wahrscheinlicher“ geworden sei. Außerdem sei ein Teil der „notwendigen“ Abwertung des Dollars gegenüber dem Euro bereits erfolgt. Positive Impulse für Deutschland kämen 2007 vor allem vom Außenhandel.

Die Binnennachfrage wird nach Einschätzung der Berliner Konjunkturforscher nur vorübergehend durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer beeinträchtigt. Beim privaten Konsum rechnet das DIW deshalb 2007 lediglich mit einem mageren Plus von 0,2 Prozent, vor allem bedingt durch einen drastischen Rückgang im ersten Quartal. Danach ist aber Erholung angesagt: 2008 könnte die Bürger nach der DIW-Prognose preisbereinigt 1,8 Prozent mehr für Konsum ausgeben, das wäre der stärkste Anstieg seit 2001, als der private Verbrauch um 2,1 Prozent zulegte. Die Inflationsrate würde gleichzeitig von 2,2 auf 1,5 Prozent zurückgehen.

Bei den Ausrüstungs- und Bauinvestitionen rechnen die Berliner Forscher in diesem Jahr zwar mit einem etwas schwächeren Wachstum, 2008 aber wieder mit einem beschleunigten Anstieg. Die Bauwirtschaft wird nach dieser Vorhersage ihre Talfahrt beendet haben und die Inlandsnachfrage wie bis 2005 nicht länger bremsen.

Positiv ist auch der DIW-Ausblick für den Arbeitsmarkt. Danach wird die Zahl der Erwerbstätigen weiter um rund 270 000 bis 280 000 pro Jahr steigen und die Arbeitslosenzahl 2007 um etwa 260 000 auf 4,258 Millionen sowie im Jahr 2008 um weitere 280 000 auf 3,98 Millionen zurückgehen. Wie das Kieler IfW und das Ifo-Institut erwartet damit also auch das DIW, dass die Arbeitslosenzahl dann selbst im Jahresdurchschnitt und nicht nur in einzelnen Monaten wieder unter die Marke von vier Millionen fallen wird.

Das Staatsdefizit wird der Prognose zufolge weiter deutlich abgebaut, das DIW rechnet damit, dass die Defizitquote 2008 im Zuge des kräftigen Wachstum sogar nur noch 0,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts beträgt – sie wäre dann nur noch halb so groß wie in diesem Jahr.

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