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29.01.2010

11:53 Uhr

DIW-Barometer

Industrie bringt deutsche Wirtschaft auf Trab

Die deutsche Wirtschaft hat laut DIW-Barometer im Schlussquartal 2009 eine recht deutliche Expansion erreicht. „Der Aufwärtstrend wird sich in diesem Jahr fortsetzen“, sagte DIW-Konjunkturchef Christian Dreger. Allerdings kommen viele Firmen auch zu Jahresbeginn nur schwer an Kredite.

Die Industrie legt zu, was das DIW für 2010 zuversichtlich stimmt. ap

Die Industrie legt zu, was das DIW für 2010 zuversichtlich stimmt.

HB BERLIN/FRANKFURT. Im vierten Quartal dürfte das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts bei 0,6 Prozent gelegen haben, berichtete das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Freitag in Berlin in seinem monatlichen Konjunkturbarometer. Damit ergebe sich für das Gesamtjahr 2009 ein Rückgang des BIP um 4,8 Prozent – was leicht unter dem zuletzt vom Statistischen Bundesamt gemeldeten vorläufigen Wert von 5,0 Prozent liege. In diesen Wert seien aufgrund des frühen Meldetermins in erheblichem Maße Schätzungen eingeflossen.

Wichtigste Treiber der wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung sei das produzierende Gewerbe (ohne Bauwirtschaft) mit einem erwarteten Zuwachs von 1,6 Prozent. „Vor allem die Vorleistungsgüterproduzenten können besonders kräftig zulegen, während die Hersteller von Investitionsgütern deutlich unterdurchschnittlich wachsen“, so das DIW. Für die Bauwirtschaft zeichne sich eine leichte Schrumpfung um 0,1 Prozent ab. Im Bereich Handel, Gaststätten und Verkehr zeichne sich ein Wachstum um 0,7 Prozent ab, während die öffentlichen und privaten Dienstleistungen mit 0,2 Prozent nur leicht wachsen sollten.

Das DIW sagt ein Wachstum von 2,1 Prozent voraus. Es ist damit optimitischer als die Bundesregierung, die ein Plus von 1,4 Prozent erwartet. 2009 war die Wirtschaft mit fünf Prozent so stark eingebrochen wie noch nie seit der Wiedervereinigung.

Doch auch zu Beginn des neuen Jahres klagen viele deutsche Unternehmen über einen schlechten Zugang zu Krediten. 42,4 Prozent der befragten 4000 Firmen bezeichneten die Vergabepraxis der Banken im Januar als restriktiv, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag mitteilte. Im Dezember waren es mit 44,3 Prozent noch etwas mehr. „Von einer Trendwende kann noch nicht die Rede sein“, warnte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Besonders schwer kommt die Industrie an frisches Geld. Hier kritisiert jedes zweite Großunternehmen die Politik der Banken. Im Handel sprachen 38,5 Prozent der Firmen von einer restriktiven Kreditvergabe, im Baugewerbe 47,8 Prozent.

Wirtschaft und Bundesregierung warnen die Banken davor, den Firmen den Geldhahn abzudrehen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) plant für den 11. März ein Spitzentreffen zu den wachsenden Finanzierungsproblemen in der Wirtschaft. Die Banken müssen wegen der sinkenden Bonität vieler Firmenkunden mehr Eigenkapital vorhalten, was die Möglichkeiten der Kreditvergabe einschränkt.

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