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30.10.2013

12:15 Uhr

DIW-Konjunkturbericht

Deutsche Wirtschaft wächst zögerlich

Für das vierte Quartal rechnen Wirtschaftsforscher mit moderatem Wachstum. Ein Problem sei, dass die deutsche Wirtschaft unterausgelastet ist. Für den Euroraum zeichne sich jedoch das Ende der Rezession ab.

Containerhafen in Hamburg: Die verbesserte Wirtschaftslage in USA und Europa gibt dem deutschen Export Aufschwung. dapd

Containerhafen in Hamburg: Die verbesserte Wirtschaftslage in USA und Europa gibt dem deutschen Export Aufschwung.

BerlinDie heimische Wirtschaft kommt zum Jahresende nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nur langsam in Schwung. Für das vierte Quartal rechnen die Forscher mit einem Wachstum von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal - nach einem Plus von 0,2 Prozent im dritten Quartal. Das entspricht einem Plus von 1,4 Prozent verglichen mit dem Schlussquartal 2012, wie das DIW am Mittwoch in seinem Konjunkturbarometer mitteilte. Im dritten Quartal betrug der Zuwachs auf Jahressicht 0,8 Prozent.

„Zuletzt hat das verarbeitende Gewerbe etwas Fahrt aufgenommen“, bemerkte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. „Die nach wie vor magere Auftragslage und die etwas gedämpfte Stimmung sprechen aber dafür, dass nur mit bescheidenen Zuwächsen zu rechnen ist und die deutsche Wirtschaft unterausgelastet bleibt.“ Vor allem in den USA und im Euroraum zeichne sich das Ende der Rezession ab. Dies gebe den deutschen Exporten wieder etwas mehr Schub.

Konjunkturindikatoren

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Geldmenge (M1)

Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

 

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklimaindex

Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

 

Nach wie vor investierten die deutschen Unternehmen wenig. „Die deutschen Ausrüstungsinvestitionen bleiben, gemessen an der gesamten Wirtschaftsleistung, deutlich niedriger als in den Jahren vor der Rezession 2009“, sagte DIW-Deutschlandexperte Simon Junker.

Von

dpa

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