Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.12.2015

13:53 Uhr

DIW-Studie

„Ausgaben für Flüchtlinge wirken wie Konjunkturprogramm“

Das deutsche Wirtschaftswachstum muss bis 2017 ohne den Rückenwind vom Außenhandel auskommen. Das ist das Ergebnis einer Studie des DIW-Instituts. Dafür sorgen die massiven Ausgaben für Flüchtlinge für Auftrieb.

Das Bruttoinlandsprodukt werde laut DIW 2016 wegen der Ausgaben für die Flüchtlingshilfe genauso schnell wachsen wie im zu Ende gehenden Jahr. dpa

Ankunft in Deutschland

Das Bruttoinlandsprodukt werde laut DIW 2016 wegen der Ausgaben für die Flüchtlingshilfe genauso schnell wachsen wie im zu Ende gehenden Jahr.

BerlinExport-Europameister Deutschland muss nach Prognose des DIW-Instituts in den kommenden beiden Jahren ohne Rückwind vom Außenhandel auskommen. „Die insgesamt kräftige Binnenwirtschaft sorgt dafür, dass die Importe schneller als die Exporte steigen“, erklärte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch. „Letztere laufen zwar nach wie vor gut, per saldo wird der Außenhandel in den kommenden beiden Jahren aber wohl nicht mehr zum Wachstum der deutschen Wirtschaft beitragen.“ Das Bruttoinlandsprodukt werde 2016 wegen der Ausgaben für die Flüchtlingshilfe mit 1,7 Prozent genauso schnell wachsen wie im zu Ende gehenden Jahr. 2017 soll es nur zu 1,5 Prozent reichen.

„Die Ausgaben für Geflüchtete werden wie ein massives Konjunkturprogramm wirken, vergleichbar mit dem während der globalen Finanzkrise in den Jahren 2009 und 2010“, sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher. Ohne den Stimulus – der jährlich 15 bis 17 Milliarden Euro oder 0,5 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmache – würde das Wirtschaftswachstum deutlich geringer ausfallen. „Die größte Schwäche der deutschen Konjunktur sind die niedrigen öffentlichen und privaten Investitionen, die nahe ihres historischen Tiefpunkts verharren, trotz einer dynamischen privaten Konsumnachfrage“, sagte Fratzscher. Die Politik müsse daher die Rahmenbedingungen für Investitionen verbessern.

Flüchtlingskrise und Ifo-Institut: Kosten dürften sich auf 20 Milliarden Euro verdoppeln

Flüchtlingskrise und Ifo-Institut

Kosten dürften sich auf 20 Milliarden Euro verdoppeln

Finanzminister Schäuble will trotz der Kosten für Flüchtlinge keine Schulden machen. Dieses Versprechen kann er womöglich nicht mehr lange halten. Denn auf Deutschland kommen laut einer Ifo-Prognose gewaltige Lasten zu.

Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) rechnet in den kommenden beiden Jahren mit einem ähnlichen Wachstum wie das DIW. Die Einkommensaussichten blieben recht gut. „Dazu trägt die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bei“, erklärte das IWH. „Auch wird die Kaufkraft der Verbraucher vom jüngsten Rückgang der Energiepreise gestärkt.“ Der private Konsum dürfte deshalb die größte Konjunkturstütze bleiben.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×