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30.12.2014

12:19 Uhr

Dramatische Zahlen

Ukraines Wirtschaft schrumpft um 7,5 Prozent

Um 7,5 Prozent ist die ukrainische Wirtschaft im Jahr 2014 geschrumpft. Die Inflationsrate hat laut Zentralbank Ende November im Jahresvergleich 21 Prozent betragen.

Der ukrainischen Wirtschaft geht es nicht gut. Um 7,5 Prozent ist sie in diesem Jahr laut Zentralbank geschrumpft. dpa

Der ukrainischen Wirtschaft geht es nicht gut. Um 7,5 Prozent ist sie in diesem Jahr laut Zentralbank geschrumpft.

KiewDie ukrainische Wirtschaft ist in diesem Jahr nach Angaben der Zentralbank um 7,5 Prozent geschrumpft. „So ein schwieriges Jahr hat unser Land mindestens seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt“, sagte Notenbankchefin Walerija Gontarewa am Dienstag.

Die Inflationsrate habe Ende November im Jahresvergleich 21 Prozent betragen. Trotz der dramatischen Zahlen wagte Gontarewa einen positiven Ausblick: „Ich denke, dass nie wieder passieren wird, was wir dieses Jahr erlebt haben“, sagte sie. „Ohne Frage blicken wir optimistisch auf 2015.“

Die ukrainische Wirtschaft leidet enorm unter dem Konflikt im Osten des Landes, wo sich seit dem Frühjahr Regierungstruppen und prorussische Rebellen heftige Gefechte liefern. Die Devisenreserven des Landes sind um mehr als die Hälfte zusammengeschmolzen und betragen erstmals seit fünf Jahren weniger als zehn Milliarden Dollar (8,2 Milliarden Euro).

So leidet die russische Wirtschaft unter der Ukraine-Krise

Wachstum

Die russische Wirtschaft wuchs offiziellen Angaben zufolge im vergangenen Jahr noch um 1,3 Prozent - das war, gemessen an den Raten in Präsident Wladimir Putins ersten zwei Amtszeiten, schon nicht viel. Dieses Jahr allerdings rechnet die Regierung mit nur 0,5 Prozent Wachstum. Die Zentralbank sagt sogar nur 0,3 Prozent voraus und null Prozent für das kommende Jahr. Schuld seien vor allem die „geopolitischen Probleme“.

Inflation

Die Preissteigerung wird nach Schätzung der Notenbank in diesem Jahr acht Prozent erreichen. Allein 3,5 Prozent Inflation sind demnach den Sanktionen des Westens gegen Russland geschuldet – und dem im Gegenzug verhängten Importstopp für viele Lebensmittel aus der EU und anderen westlichen Ländern. Fleisch, Obst, Gemüse und Milchprodukte aus diesen Staaten dürfen seit August nicht mehr eingeführt werden; entsprechend ist auch die Auswahl für die Verbraucher geschrumpft.

Währung

Die Landeswährung Rubel fällt und fällt. Seit Jahresbeginn hat sie bereits ein Viertel ihres Wertes eingebüßt. Ausländische Produkte und Reisen ins Ausland sind entsprechend teurer geworden. Die russische Zentralbank erhöhte den Leitzins vorübergehend auf 9,5 Prozent und pumpte Dutzende von Milliarden Dollar in den Markt, ohne den Währungsverfall aufhalten zu können. Im November gab sie auf und erklärte, der Rubel sei künftig frei handelbar. Die russischen Devisenreserven schrumpften um 20 Prozent.

Kapitalflucht

Die Zentralbank schätzt, dass Anleger und Investoren allein in diesem Jahr bereits mehr als 100 Milliarden Euro aus Russland abgezogen haben. Sie legen ihr Geld nicht mehr in Rubel an, sondern lieber in Dollar oder Euro.

Ausländische Unternehmen

Noch sind es nur vereinzelte Meldungen über einen Rückzug ausländischer Firmen aus Russland. So schrieb kürzlich die Wirtschaftszeitung „Kommersant“, die Volkswagen-Tochter Seat verlasse das Land Anfang 2015. Die Verkäufe des Autobauers seien um 57 Prozent eingebrochen. Opel drosselte Mitte September die Produktion in seinem Werk in St. Petersburg, 500 Mitarbeiter wurden entlassen.

Handel

Der Austausch von Waren und Dienstleistungen mit westlichen Ländern ist wegen der wechselseitigen Sanktionen stark zurückgegangen. Die Exporte aus Deutschland nach Russland zum Beispiel brachen regelrecht ein, von Januar bis August schrumpften sie um 16,6 Prozent. Russland rutschte in der Rangliste der wichtigsten Handelspartner von Platz elf auf Platz 13 ab. Betroffen von den europäischen Sanktionen gegen Russland sind zum Beispiel Rüstungsgüter und Technologie für den Energiesektor.

Öl und Gas

Seit Jahren schon sucht die EU nach Alternativen zu den Lieferungen von Erdgas und Erdöl aus Russland. Seit der Ukraine-Krise hat sie diese Bemühungen noch verstärkt. Die Rohstoffe haben Russland ausgerechnet jetzt nicht mehr so viel eingebracht wie gewohnt – die Weltmarktpreise sind wegen geringer Nachfrage und großen Angebots niedrig.

Hintergrund ist der Versuch, die ukrainische Währung zu stützen. Die Hrywnja hat seit Jahresbeginn deutlich an Wert verloren. Am Dienstagmorgen mussten für einen Dollar 15,82 Hrywnja bezahlt werden – zu Jahresbeginn waren es nur 8,24 Hrywnja.

Um den Staatshaushalt zu stabilisieren, verabschiedete das Parlament in Kiew am Montag ein Sparpaket, das unter anderem höhere Importzölle, Kürzungen der Sozialausgaben und eine Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung vorsieht. Die Ausgaben für die Armee sollen allerdings deutlich steigen.

Ziel des Sparhaushaltes ist es auch, die Auszahlung weiterer Kredittranchen durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) ermöglichen. Experten des IWF werden am 8. Januar in Kiew erwartet.

Von

afp

Kommentare (5)

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Herr Jürgen Jantschik

30.12.2014, 12:43 Uhr

Griechenland II, nur mindestens 4 mal schlimmer !!!!
Griechenland mit 10,7 Millionen Einwohnern (Einwohnerzahl ähnlich wie Bayern), hat bislang Direkthilfen von 240 Milliarden Euro bekommen, insgesamt ca. 300 Milliarden an Hilfen.
Die Ukraine hat über 40 Millionen Einwohner - Politiker und Oligarchen sind da um ein Vielfaches korrupter - das Land noch viel mehr pleite als Griechenland !!!

240 Milliarden x 4 = ....
Viel Spaß Herr Schäuble !!! Aber bestimmt ist auch die Ukraine auf einem guten Weg ....

Herr Vittorio Queri

30.12.2014, 13:31 Uhr

>> Die Devisenreserven des Landes sind um mehr als die Hälfte zusammengeschmolzen und betragen erstmals seit fünf Jahren weniger als zehn Milliarden Dollar (8,2 Milliarden Euro >>

Der Schurkenstaat Ukraine wird 2015 seinen Verbindlichkeiten nicht nachkommen können : es stehen mehr als 11 Mrd. $ an Rückzahlungen der Zinsen und Tilgungen im Raum.

Die Chinesen bezichtigen die Ukraine des Kreditbetrugs ( man komme seinen Verpflichtungen nicht mal annähernd nach ) und die Russen fordern ebenfalls ihre Kredite zurück.

Die Westfirmen und Staaten werden leer ausgehen und die EU muss den Schurkenstaat über Wasser halten.

Die 7 % Wirtschaftsrückgang klingen nach dem Zusammenbomben von mehr als 30 % der Industrie ( Donbass ) wie der Witz zum Jahresausklang.

Die Ukraine ist bankrott, hat eine Juntaregierung und betreibt einen Genozid in der Ostukraine !

Beste Voraussetzungen um als Mitglied der verkommenen EU
seinen Traum zu verwirklichen : auf Kosten der Europäischen Steuerzahler dahin zu vegetieren.

Herr Vittorio Queri

30.12.2014, 13:41 Uhr

http://www.presstv.ir/detail/2014/12/29/392342/obama-misinformed-on-russia-economy/

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