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11.09.2014

14:28 Uhr

Drastische Worte

Zentralbankchef fürchtet „Niedergang“ Frankreichs

Für Frankreichs Zentralbankchef Christian Noyer steht das Land am Scheideweg zwischen einem neuen Aufschwung und „Niedergang“. Er drängt auf Reformen und fordert das Einhalten des Sparkurses.

Für Zentralbankchef Christian Noyer ist für Frankreich „die Stunde für einen Schub oder des Niedergangs gekommen“. Reuters

Für Zentralbankchef Christian Noyer ist für Frankreich „die Stunde für einen Schub oder des Niedergangs gekommen“.

ParisMit drastischen Worten hat Frankreichs Zentralbankchef Christian Noyer rasche Reformen in seinem Land eingefordert. „Frankreich ist nicht am Ende, aber es ist die Stunde für einen Schub oder des Niedergangs gekommen“, sagte Noyer am Donnerstag im Radiosender Europe 1. Notwendig seien „gute Reformen“ und ein „unerschütterliches“ Festhalten am Sparkurs.

Noyer bedauerte, dass die französische Regierung erst 2017 die Neuverschuldung wieder unter die EU-Obergrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bringen will, wie sie es am Mittwoch angekündigt hatte.

Warum Frankreich in der Krise steckt

Arbeitslosigkeit

Eines der sichtbarsten Probleme ist die Arbeitslosigkeit im Land. Sie bewegt sich seit Monaten auf Rekordniveau. Zuletzt waren fast 3,4 Millionen Menschen ohne Job. Damit liegt die Quote fast doppelt so hoch wie in Deutschland.

Wachstum

Gleichzeitig kommt das Wachstum in der nach Deutschland zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone nicht in Gang. In den ersten beiden Quartalen dieses Jahres stagnierte die Wirtschaft sogar.

Handelsdefizit

Zudem hat Frankreich eine negative Bilanz beim Austausch mit anderen Wirtschaftsnationen. Das Außenhandelsdefizit lag im ersten Halbjahr 2014 bei 29,2 Milliarden Euro.

Sparprogramm

Im Kampf gegen die Krise hat sich die Regierung ein Sparprogramm vorgenommen. Bis 2017 plant Paris Einsparungen in Höhe von 50 Milliarden Euro.

Neuverschuldung

Es ist fraglich, ob Frankreich wie zugesagt im kommenden Jahr das EU-Defizitkriterium wird einhalten können. Demnach darf die Neuverschuldung nicht mehr als drei Prozent der Wirtschaftskraft betragen. An dieser Hürde war Frankreich in den vergangenen Jahren stets gescheitert.

„Man kann nicht endlos Defizite anhäufen“, sagte der Zentralbankchef.

Von

afp

Kommentare (6)

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Herr Omarius M.

11.09.2014, 15:03 Uhr

Frankreich ist nicht Refomierbar....

nichtmal ne einfache Schulreform ist da machbar...

das volk will es weiter so wie es war....

nur wer das zahlt darüber gibts keine gedanken....

Wenn die D keine lust mehr haben auf die EU wirds ganz schnell finanziell dunkel...

In Italien erzählen n paar Eliten gerade IT hätte unsere Einheit mit bezahlt....^^

und aus F kommen auch nette sprüche....

wie gesagt hätte man zum Bail out neine gesagt wäre man einal der buh man gewesen... aber die ganze zone wäre schon weiter....

nu ist man dauernd der Buhman und der zone gehts weiterhin schlecht...

udn die zeit die man den staaten verschafft wird ja eh nicht genutz..... und warum refoermiern ?
die zinsen sind ja niedriger als vor der krise...

Merkle sollte mal wie Thatcher die handtasche aufknallen und sage das wir unsere kohle zurück wollen...

Herr Dr. Ludwig Paul Häußner

11.09.2014, 15:18 Uhr

TVA social: Frankreich muss die Mehrwertsteuer schrittweise auf 25% erhöhen

Schon als Präsidentschaftskandidat im Jahr 2007 wollte Nikolas Sarkozy die MwSt erhöhen - wie Deutschland mit der "Merkel-Steuer" in der ersten schwarz-roten Koalition gemacht hat.

Die Folgen bzw. Erfolge sind bekannt: Die öffentliche Hand hat in D seitdem über 200 Milliarden mehr an MwSt eingenommen. Wie sähe es mit den öffentlichen Kasse ohne die "Merkel-Steuer" aus.

Auch in Frankreich gibt es seit Mitte der Nuller Jahre eine Diskussion um eine TVA social = soziale MwSt.

Mit einer schrittweisen Erhöhung der MwSt auf den derzeit gültigen Höchstsatz von 25% könnte Frankreich nicht nur die Maastricht-Kriterien erfüllen, sondern auch die Einkommenssteuer für die unteren Einkommensklassen senken. Das würde F nicht nur aus dem Vorhof der Deflation bringen, sondern auch die Konjunktur impulsieren. Wieso? Eine Erhöhung der MwSt z. B. auf 22,5% käme mittelbar einer Abwertung gegenüber Deutschland gleich.

Auch Länder wie Italien, Spanien müssten hier mitmachen.

Leider nimmt sich kein Wirtschaftsforschungsinstitut dieser Frage an!!!

Die EZB allein kann weder die Konjunktur noch die öffentliche Verschuldung und die damit verbundene Problematik lösen.

Es braucht in der EU dringend einer Harmonisierung der MwSt-Sätze wie auch der Energiesteuern. Im Gegenzug können die einzelnen Nationalstaaten ihre verkrusteten wie auch antiquierten Einkommensteuersysteme reformieren.

Ich hoffe, dass wenigstens das HANDELSBLATT die Vorteile einer EU-weiten MwSt-Harmonisierung erkennen und diskutieren kann.

Die Mehr-Wert-Steuer: die Steuer von allen für alle!

Herr walter danielis

11.09.2014, 15:49 Uhr

Macht nix, wenns mit Frankreich bergab geht. Dafür bekommen wir doch die Ukraine!

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