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06.08.2014

17:34 Uhr

Durch „App-Economy“

Mehr als eine Million Jobs in Europa

Die Entwicklung von Programmen und Diensten für Smartphones erweist sich in der EU einer Studie zufolge als eine Job-Maschine. Doch auf dem wachsenden Markt in Asien haben bisher einheimische Entwickler die Nase vorn.

Die App-Branche steht für eine Million Arbeitsplätze in der EU. dpa

Die App-Branche steht für eine Million Arbeitsplätze in der EU.

LondonDie Anbieter von Apps für Smartphones und Tablets könnten in der Europäischen Union in diesem Jahr bis zu 12,4 Milliarden Euro erwirtschaften. Das ist Ergebnis einer aktuellen Studie des britischen Marktforschungsunternehmens Vision Mobile. Die App-Branche stehe damit für eine Million Arbeitsplätze in der EU.

Direkt in der App-Branche sind der Studie zufolge 670.000 Menschen beschäftigt, darunter 406.000 Programmierer. Darüber hinaus hätten viele Jobs in Branchen wie Gesundheit, Automobilbau, Unterhaltung und Bildung unmittelbar mit App-bezogenen Dienstleistungen zu tun. Daher summiere sich die Zahl der Arbeitsplätze in der „App-Economy“ in den 28 Ländern der EU auf über eine Million, rechnete Vision Mobile vor.

Besonders wichtig sind Entwicklungen für die mobile Apple-Plattform iOS: Jeder zweite Job in der „App-Economy“ sei iOS zuzuordnen. Die Google-Plattform Android werde in der EU zwar von mehr Menschen genutzt als iOS. Doch bei den Entwicklern ist sie der Erhebung zufolge weniger beliebt. 43 Prozent der Entwickler setzten auf die Apple-Plattform, während 35 Prozent das Google-System bevorzugten.

EU-Kommissarin Neelie Kroes erklärte am Mittwoch in Brüssel, das Tempo der Schaffung neuer Arbeitsplätze und des Umsatz-Wachstums in der App-Wirtschaft sei unglaublich. „Welcher andere Sektor wächst um 25 Prozent im Jahr?“ Die Effekte gingen weit über die Hersteller von Apps selbst hinaus. „Apple und andere haben eine wirtschaftliche Revolution begonnen“, sagte Kroes. Sie setze sich dafür ein, dass Europa bei dieser Entwicklung ganz vorne mitmische.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

Die Studie von Vision Mobile zeigt jedoch auch, dass andere Regionen in der App-Entwicklung erfolgreicher sind. Derzeit treibe Asien – vor allem China und Indien – die App-Entwicklung voran. Im vergangenen Jahr seien in Asien dreimal soviele Smartphones verkauft worden wie in Europa. Im laufenden Jahr würden allein in China und Indien über 400 Millionen neue Smartphone-Nutzer hinzukommen. Entwickler aus Europa könnten noch erfolgreicher sein, wenn sie den wachsenden asiatischen Markt in Visier nähmen. „Die Sprach- und Kulturbarrieren sind aber für Entwickler in der EU signifikant höher.“ Daher seien Partnerschaften mit asiatischen Unternehmen unbedingt notwendig, um dieses Ziel zu erreichen.

Von

dpa

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