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19.01.2015

16:03 Uhr

EBRD-Schätzung

Russische Wirtschaft könnte um 4,8 Prozent schrumpfen

Die russische Wirtschaft dürfte aufgrund des niedrigen Ölpreises und der Sanktionen stärker schrumpfen als erwartet. Die Bank für Wiederaufbau und Entwicklung korrigiert ihre Erwartungen drastisch nach unten.

Auch der Kurssturz des Rubel belastet die russische Wirtschaft. ap

Auch der Kurssturz des Rubel belastet die russische Wirtschaft.

Die niedrigen Ölpreise und die Sanktionen des Westens lassen die russische Wirtschaft in diesem Jahr stärker schrumpfen als bisher angenommen. Die in London ansässige Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) korrigierte ihre Erwartungen an das Wirtschaftswachstum Russlands am Montag drastisch nach unten und rechnet nun für 2015 mit einem Minus von 4,8 Prozent. Im September war sie noch davon ausgegangen, dass die russische Konjunktur in diesem Jahr um lediglich 0,2 Prozent nachgibt.

Der Verfall des Ölpreises habe den Druck auf das „bereits anfällige Russland“ erhöht, erklärte die EBRD in ihrem wirtschaftlichen Ausblick. Der gesunkene Ölpreis bremse das Wachstum in energieexportierenden Ländern und anderen aufstrebenden Nationen, die enge Verbindungen nach Russland unterhielten. Betroffen seien unter anderen auch Kasachstan und Aserbaidschan.

Deutschlands Handel mit Russland

Deutschland und Russland...

...sind wirtschaftlich eng verwoben. Daimler ist am russischen Lkw-Hersteller Kamaz beteiligt, die BASF-Tochter Wintershall arbeitet eng mit Gazprom zusammen, Siemens unterhält eine Partnerschaft mit der Russischen Staatsbahn RZD.

76,5 Milliarden Euro

2013 tauschten beide Länder Güter im Wert von rund 76,5 Milliarden Euro aus. Dabei überstiegen die Importe aus Russland die Exporte.

Erdöl und Erdgas...

...machten drei Viertel der Importe aus Russland aus, die sich insgesamt auf 40,4 Milliarden Euro beliefen.

Im Gegenzug...

...lieferte Deutschland dem Statistischen Bundesamt zufolge Waren im Wert von 36,1 Milliarden Euro nach Russland.

Autos, Maschinen und Chemie

An der Spitze standen die Maschinenbauer (8,1 Milliarden Euro), die Autoindustrie (7,6 Milliarden Euro) und die Chemiebranche (3,2 Milliarden Euro).

Deutschland...

...liegt hinter China auf Rang zwei der Lieferländer Russlands.

Russland hingegen...

...ist der elftwichtigste Absatzmarkt für die deutsche Exportwirtschaft.

Wegen eines Überangebots, einer geringen Nachfrage und des starken Dollars sind die Ölpreise seit Juni um 60 Prozent gefallen. Der Absturz der Ölpreise und die wegen der Ukraine-Krise verhängten Wirtschaftssanktionen des Westens belasten auch den Rubel. Sein Kurssturz und die Ukraine-Krise sorgten laut der russischen Zentralbank dafür, dass Anleger und Investoren im vergangenen Jahr 151,5 Milliarden Dollar (130 Milliarden Euro) aus Russland abzogen. Erst 2013 hatte die Kapitalflucht mit 61 Milliarden Dollar einen Höchststand erreicht.

Von

afp

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