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02.01.2012

10:44 Uhr

Einkaufsmanager-Index

Euro-Zone steuert auf Rezession zu

Die Schuldenkrise hält die Industrie der Euro-Zone fest im Griff: Der Einkaufsmanager-Index bleibt trotz minimaler Steigung deutlich unter der Wachstums-Marke von 50 Punkten. Deutschland steht nur leicht besser da.

Ein Monteur arbeitet an Windkraftanlagen. dpa

Ein Monteur arbeitet an Windkraftanlagen.

BerlinDie Industrie in der Euro-Zone zahlt der Konjunkturabkühlung und der Schuldenkrise Tribut. Die Geschäfte schrumpften im Dezember den fünften Monat in Folge, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Markit-Umfrage unter 3000 Firmen hervorgeht. Der Einkaufsmanagerindex stieg leicht um 0,5 auf 46,9 Punkte, blieb aber deutlich unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

„Trotz der leicht abgeschwächten Talfahrt steckt der Industriesektor weiter in der Rezession“, sagte Markit-Ökonom Rob Dobson. Die Produktion dürfte im Schlussquartal 2011 um ungefähr 1,5 Prozent gesunken sein. „Dass es im neuen Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit erst einmal so weitergeht, zeigen weitere Details der aktuellen Umfrage“, betonte Dobson. Demnach streichen die Betriebe weiter Stellen, bauen ihre Lager ab und kürzen die Einkaufsmenge.

Auch die Talfahrt der deutschen Industrie hat sich etwas verlangsamt. Die Firmen drosselten im Dezember wegen sinkender Aufträge ihre Produktion, wie aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage unter rund 500 Unternehmen hervorgeht.

Der an den Finanzmärkten viel beachtete Index stieg zwar um 0,5 auf 48,4 Punkte, blieb damit aber den dritten Monat in Folge auch in Deutschland unter der Marke von 50 Punkten. Der Beschäftigungsaufbau verlor nochmals an Tempo und fiel so verhalten aus wie zuletzt vor eineinhalb Jahren. Die Firmen begründeten die Neueinstellungen mit positiven Geschäftserwartungen und wollen damit auch gegen den Fachkräftemangel vorgehen.

Das maue Neugeschäft könnte vor allem in Deutschland in den nächsten Monaten zu einem Abbau von Kapazitäten führen - „sofern die Nachfrage nach Industrieerzeugnissen „Made in Germany' nicht wieder anzieht“, sagte Ökonom Dobson.

Im Dezember sanken auch die Einkaufspreise zum dritten Mal hintereinander. Viele Rohstoffe und Vormaterialien wie Metalle - hier vor allem Stahl - verbilligten sich. Die Industriebetriebe konnten ihre Preisforderungen im Dezember besser im Markt durchsetzen als im Oktober und November. Wegen des anhaltend starken Wettbewerbsdrucks erhöhten sie ihre Verkaufspreise insgesamt aber nur moderat.

Zum zweiten Mal hintereinander fuhren in allen von der Umfrage erfassten Ländern die Betriebe ihre Produktion zurück. Ebenso wie in Deutschland fiel der Rückgang in Frankreich, den Niederlanden, Österreich und Irland nur verhalten aus, Italien, Spanien und Griechenland vermeldeten hingegen starke Einbußen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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nanoflo

02.01.2012, 11:54 Uhr

Beid den Lohnsteigerungen und geizigen AG ist das kein Wunder.
Aber sie schneiden sich ins eigene Fleisch, denn wenn die Leute kein Geld mehr haben können sie auch nicht mehr die Produkte der Unternehmen kaufen. So einfach ist das.Und dann sind Preise wie 100.000 DM (umgerechnet) für ein VW Passat einfach nicht länger hinnehmbar!!!!Auch VW (und der Rest der deutschen Autobauer)wird bald begreifen das im Ausland(China) nicht mehr so viele Autos zu verkaufen sind wenn die Deutschen kein Geld mehr haben Chinesiche Produkte zu erwerben ;-)
Globalisierung sei Dank!!!!
Deshalb liebe AG senkt die Preise und bezahlt eure Leute anständig.Kurbelt die Binnenachfrage an und es wird euch auch gut gehen.

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