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01.08.2012

11:22 Uhr

Einkaufsmanager

Industrie schreibt drittes Quartal ab

Der Markit-Einkaufsmanagerindex für die Euro-Zone ist im Juli erneut gesunken. Das Barometer fiel damit auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren. Ein Aufschwung im dritten Quartal wird damit unwahrscheinlich.

Die Konjunkturaussichten trüben sich weiter ein. dpa

Die Konjunkturaussichten trüben sich weiter ein.

Die Industrie des Euroraums ist dem Markit-Einkaufsmanagerindex zufolge im Juli den zwölften Monat in Folge geschrumpft. Die Daten deuten an, dass die Wirtschaft der Eurozone im dritten Quartal Probleme haben wird, wieder in Fahrt zu kommen.

Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe der 17 Euro-Staaten fiel auf 44,0 Punkte von 45,1 im Juni, wie der Londoner Datendienstleister Markit Economics am Mittwoch in zweiter Veröffentlichung mitteilte. Im ersten Ausweis war für Juli ein Rückgang auf 44,1 vorgelegt worden.

Der Index liegt Markit zufolge auf den niedrigsten Stand seit 37 Monaten und weist auf eine beschleunigte Talfahrt der Eurozone-Industrie hin. “Der Industriesektor der Eurozone ist im Juli noch tiefer in die Krise geschlittert und dürfte damit auch im dritten Quartal 2012 hauptverantwortlich für ein weiteres Abgleiten der Eurozone in die Rezession bleiben”, sagte Markit-Ökonom Chris Williamson.

In Deutschland liefen die Geschäfte im Juli so schlecht wie zuletzt vor drei Jahren, wie aus einer am vergangenen Dienstag veröffentlichten Markit-Umfrage unter mehreren Hundert Firmen hervorgeht. Der Einkaufsmanagerindex sank von 45,0 auf 43,3 Punkte und entfernte sich damit immer weiter von der 50-Zähler-Marke, ab der er Wachstum signalisiert.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten im Schnitt einen leichten Anstieg erwartet. Auch die zuletzt deutlich erfolgreicheren Dienstleister mussten Federn lassen. Das Service-Barometer fiel nach vorläufigen Daten um 0,2 auf 49,7 Punkte, den tiefsten Stand seit September 2011. Damit verlor die gesamte Privatwirtschaft erneut Schwung, der Composite-Index rutschte auf 47,3 Prozent.

Auch die Einkäuferindizes von Frankreich und Italien gingen zum Vormonatsstand zurück, wobei der französische Index den tiefsten Wert seit Mai 2009 erreichte. Alle drei Länderindizes lagen dabei unter der Expansionsschwelle von 50 Punkten.

Kommentare (4)

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Claus

01.08.2012, 13:01 Uhr

Die können auch das 4 Quartal und die nächsten Jahre abschreiben ,wenn politisch sich nichts ändert.

Hinterm_Horizont

01.08.2012, 13:10 Uhr

Who the f..k is Markit??? Nach Markits Berechnungen ist Deutschland seit Ewigkeiten in der Rezession und die britische Wirtschaft befindet sich in Champagnerlaune... Unfassbar, dass man dieser berüchtigten Gesellschaft eine Plattform bietet!

Account gelöscht!

01.08.2012, 14:32 Uhr

Das kommt heraus wenn die Wirtschaft in den europäischen Südstaaten abgewürgt wird. Wovon soll die Bevölkerung die vielen Produkte bezahlen. Die Automobilbranche wird ebenfalls schwer betroffen. Wer soll Fahrzeuge kaufen, wenn das südeuropäische Volk kein Geld verdient? Lieber Geld in einer schwächeren Währung erarbeiten als überhaupt kein Einkommen zu haben.

Mit kontraproduktiven Rettungsschirmen den Euro zu halten führt dazu, dass alle europäischen Staaten durch die progressive Verschuldungspolitik in den wirtschaftlichen Abgrund gezogen werden.

Es gibt aus ökonomischer Sicht nur zwei Möglichkeiten den wirtschaftlichen Untergang hinauszuzögern oder zu entfliehen:

1. Wir verhalten uns wie die USA und werfen die Notenpresse an, um etwas Zeit zu kaufen. In dem Fall wird das dicke Ende mit enormer Gewalt hereinbrechen. Die Währungsunion mit der Einheitswährung bricht in sich zusammen und ein Reset findet statt. Mit allen schlimmen Folgen.

2. Die Schuldenkrise wird langfristig mit der Einführung und Abwertung einer „Zweiten Einheitswährung“ gelöst. Alle Schulden werden diesbezüglich temporär eingefroren. Banken werden neu aufgestellt, wo Geldhandel und Investmentbanking strikt voneinander zu trennen sind. Sobald sich die Volkswirtschaften erholt haben, werden die Schulden über viele Jahre hin ohne Zinseszins zurückbezahlt.

Siehe Argentinien. Kritikern sei gesagt, was heute Argentinien macht hat mit der richtigen Vorgehensweise damals nichts zu tun.

Die 2. Variante zwingt alle Eurostaaten zur mehr Haushaltdisziplin und vereint Europa nachhaltig. Die Variante 1 verkörpert die konzeptlose Katastrophe schlecht hin.

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