Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.04.2012

10:38 Uhr

Einkaufsmanagerindex

Deutsche Dienstleister trotzen der Krise

Die robusten Geschäfte der Dienstleister in Deutschland könnten trotz schwächelnder Industrie für ein Minimalwachstum im ersten Quartal sorgen. Die Euro-Zone steuert hingegen auf eine Rezession zu.

Deutschland bleibt stabil, doch die Euro-Zone droht in eine Rezession zu rutschen. dpa

Deutschland bleibt stabil, doch die Euro-Zone droht in eine Rezession zu rutschen.

BerlinDie robusten Geschäfte der Dienstleister lassen die deutsche Wirtschaft auf ein Ende ihrer Talfahrt hoffen. Der Einkaufsmanagerindex für den größten Wirtschaftssektor sank im März zwar um 0,7 auf 52,1 Punkte, teilte das Markit-Institut am Mittwoch zu seiner Umfrage unter 500 Unternehmen mit.

Das Barometer hielt sich damit aber den sechsten Monat in Folge über der Marke von 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird. Trotz der schwächelnden Industrie dürfte es im gerade beendeten ersten Quartal zu einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 0,2 Prozent reichen, rechnete Markit vor. Ende 2011 hatte es noch ein Minus von 0,2 Prozent gegeben.

Allerdings dürfte es auch die Service-Branche schwer haben, an die Erfolge der vergangenen beiden Jahre anzuknüpfen. „Es lauern weitere Risiken“, sagte Markit-Ökonom Tim Moore. „So schlug beim Auftragseingang im März wieder ein Minus zu Buche, und die gestiegenen Ölpreise haben den Kostenauftrieb so stark angeheizt wie zuletzt im Juni 2011.“

Trotzdem stellten die Dienstleister den 26. Monat in Folge neue Mitarbeiter ein. „Dies ist der zweitlängste Zeitraum ununterbrochener Neueinstellungen seit Umfragebeginn Mitte 1997“, hieß es. Nur zwischen Dezember 2005 und September 2008 dauerte der Jobaufbau noch länger.

Für die gesamte Euro-Zone sehen die Zahlen düsterer aus: Nach der Industrie meldeten auch die Dienstleister im März schrumpfende Geschäfte. Der Einkaufsmanagerindex für den Service-Sektor stieg zwar um 0,4 auf 49,2 Punkte, wie das Markit-Institut am Mittwoch mitteilte. Das Barometer verharrte damit aber unter der Marke von 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird.

„Damit fällt das Wirtschaftswachstum auch im ersten Quartal 2012 insgesamt negativ aus“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Sein Haus geht von einem Minus von 0,2 Prozent aus. Bereits Ende 2011 war das Bruttoinlandsprodukt 0,3 Prozent gefallen. Ab zwei Minus-Quartalen in Folge wird von Rezession gesprochen.

Die krisengeplagte Währungsunion kann nach Einschätzung des Münchner Ifo-Instituts erst ab dem dritten Quartal wieder mit Wachstum rechnen. Für die ersten drei Monate dürfte es noch 0,2 Prozent nach unten gehen, von April bis Juni werde die Konjunktur dann stagnieren. Im Sommer werde es dann zu einem Mini-Plus von 0,1 Prozent reichen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×