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23.08.2012

12:14 Uhr

Einkaufsmanagerindex

Hoffnungsschimmer für den Euro-Raum

Der Einkaufsmanagerindex für den Euro-Raum deutet auf einen schrumpfenden Industrie- und Dienstleistungssektor. Dennoch ist die Talfahrt gestoppt. Experten hoffen, dass die Rezession zum Jahresende ausgestanden ist.

Zur Jahreswende könnte es mit der Wirtschaft im Euroraum wieder aufwärts gehen. dapd

Zur Jahreswende könnte es mit der Wirtschaft im Euroraum wieder aufwärts gehen.

Berlin/LondonDie krisengeplagte Euro-Zone steuert auf ihre zweite Rezession in drei Jahren zu. Der Einkaufsmanagerindex lag auch im August unter der Marke von 50 Zählern, die Wachstum signalisiert. Dennoch stieg der Index zum ersten Mal seit langem wieder um 0,1 auf 46,6 Punkte, teilte das Markit-Institut zu seiner Umfrage unter Tausenden Unternehmen mit. Markit befürchtet, dass die Wirtschaft der 17 Euro-Länder im laufenden dritten Quartal um 0,5 bis 0,6 Prozent schrumpft. Bereits im Frühjahr hatte es einen Rückgang um 0,2 Prozent gegeben.

Konjunkturprognosen der vergangenen Monate

DIHK

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht von einem Wachstum von 0,3 Prozent aus. Bislang waren 0,7 Prozent erwartet worden. "Der Aufschwung in Deutschland ist vorerst verschoben", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. "Die Unternehmen schätzen ihre Lage deutlich schlechter ein als zu Beginn des Jahres." Für 2014 geht das DIHK von einem Wachstum von mehr als einem Prozent aus.

BDI

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, rechnet mit robustem Wachstum von bis zu 0,8 Prozent. Er ist damit weit optimistischer als die Bundesregierung.

Bundesregierung

Die Bundesregierung geht für 2013 von einem Wachstum von 0,4 Prozent aus.

Sachverständigenrat

Genau wie die Bundesregierung rechneten auch die "fünf Weisen" aus dem Sachverständigenrat zuletzt mit einem Wachstum von 0,8 Prozent. Wegen des starken Einbruchs im vierten Quartal 2012 haben sie den Wert jedoch auf 0,3 Prozent mehr als halbiert.

RWI

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung rechnet für 2013 mit einem Wachstum von 0,3 Prozent. Im Vergleich zur Herbstprognose wurde die Schätzung um 0,7 Punkte zurückgenommen.

Internationaler Währungsfonds

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt für 2013 ein Plus von 0,3 Prozent voraus. Im Oktober 2012 war er für 2013 noch von einem Wachstum von 0,9 Prozent ausgegangen.

EU-Kommission

Zum Lager der Optimisten gehört die EU-Kommission. Für Deutschland erwartet sie 2013 ein Wachstum von 0,5 Prozent. Das ist besser als die Erwartung für den Euroraum. Hier rechnet sie sogar mit einem Rückgang von 0,3 Prozent. Grund für die langsame Entwicklung sind die schlechte Binnennachfrage einiger Länder und große konjunkturelle Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten.

Bundesbank

Die Deutsche Bundesbank rechnet in ihrem Monatsbericht vom Dezember für 2013 mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. 2014 soll dies auf 1,9 Prozent steigen.

DIW

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet für 2013 mit einem Wachstum von 0,7 Prozent. Damit hat es seine Erwartungen nach unten korrigiert. Zuvor war es von einem Plus von 0,9 Prozent ausgegangen. Für 2014 rechnet das DIW mit einem Wachstum von 1,6 Prozent.

Ifo-Institut

Das Münchner Ifo-Institut geht für 2013 von einem Wachstum von 0,7 Prozent aus. Die Spanne der Schätzung reicht von minus 0,6 bis plus 2,0 Prozent.

Der Einkaufsmanagerindex setzt sich aus Teilindizes für Industrie und Dienstleistungen zusammen. Der Index für die Industrie in der Eurozone verbesserte sich kräftig um 1,3 auf 45,3 Punkte. Einige Experten werten dies als Hoffnungsschimmer. "Die Daten geben Hoffnung, dass die Rezession im Euroraum zur Jahreswende endet," schreibt Commerzbank-Ökonom Christoph Weil in einem Kommentar. Einen wichtigen Grund hierfür sieht er in der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Das niedrige Zinsniveau werde über kurz oder lang die Binnennachfrage anregen. Auch der Bremseffekt durch die Sparanstrengungen in den Peripherieländern dürfte aus seiner Sicht zumindest nicht stärker werden. Außerdem erwartet Weil, dass sich die schwächelnde Weltwirtschaft in der zweiten Jahreshälfte wieder fängt. Hierfür sprächen die Zinssenkungen in den Schwellenländern.

Ähnlich sieht dies Postbank-Analyst Thilo Heidrich. Der Anstieg des Einkaufsmanagerindex für die Industrie sei wesentlich stärker gewesen, als der Markt erwartet hätte. Der August-Wert spreche für eine allmählich einsetzende Stabilisierung, so Heidrich.

„Heißer Herbst“ für die Euro-Retter - Der Fahrplan in der Krise

Ende September/Anfang Oktober

Die „Troika“ der internationalen Kreditgeber Griechenlands will ihren neuesten Bericht über die Fortschritte bei den Reformen veröffentlichen. Die Analyse der Experten von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) ist Grundlage für die Auszahlung der nächsten Kredittranche an Athen.

8. Oktober

Treffen der Euro-Finanzminister.

18. und 19. Oktober

EU-Gipfel in Brüssel. Dort könnten die Euro-Retter entscheiden, ob Athen weitere Kredite und möglicherweise mehr Zeit für sein Sparprogramm erhält oder ob der Geldhahn zugedreht wird. Im letzteren Fall droht Griechenland der Staatsbankrott mit anschließendem Euro-Austritt.

Anders als bei der Industrie hat sich allerdings der Ausblick für den Dienstleistungssektor weiter verschlechtert. Der Indikator ging um 0,2 Prozentpunkte auf 47,5 Zähler zurück. In Deutschland stieg das Barometer für die Industrie sogar um 2,1 auf 45,1 Punkte, den höchsten Stand seit Mai. Experten hatten nur einen leichten Anstieg auf 43,4 Zähler erwartet. Wie aus der Umfrage weiter hervorgeht, schrumpften auch Produktion und neue Aufträge im August nicht mehr so stark wie im Juli. Der Servicesektor rutschte dagegen von 50,3 auf 48,3 Zähler.

Kommentare (13)

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Aktionar

23.08.2012, 11:10 Uhr

shorten
einfach generell shorten

Schön streuen und dann Short gehen, was soll da schon schief gehen. Was es auch immer ist, man kann (richtig positioniert) IMMER daran verdienen.

Das Geld wird eben nicht vernichtet,
es wechselt nur den Besitzer.

Account gelöscht!

23.08.2012, 12:22 Uhr

"Dennoch ist die Talfahrt gestoppt. Experten hoffen, dass die Rezession zum Jahresende ausgestanden ist. "

LOOOOL :D Die Talfahrt und die Rezession haben nicht mal ansatzweise angefangen liebe Herrschaften!!!

Account gelöscht!

23.08.2012, 12:32 Uhr

Wieder mal dumm blabla der "Experten" ....

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