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04.01.2010

10:19 Uhr

Einkaufsmanagerindex

Industrieproduktion gewinnt kräftig an Schwung

Die deutsche Industrie ist im Dezember so stark gewachsen wie seit gut anderthalb Jahren nicht mehr. Die Auslastung ist jedoch noch immer gering. Auch die Industrie in Euro-Zone nahm zum Jahresende Fahrt auf. Die professionellen Börsenanleger gehen ebenfalls mit Optimismus ins neue Jahr.

Die deutschen Firmen reduzierten die Zahl ihrer Mitarbeiter so wenig wie seit Oktober 2008 nicht. dpa

Die deutschen Firmen reduzierten die Zahl ihrer Mitarbeiter so wenig wie seit Oktober 2008 nicht.

HB BERLIN. Die Firmen steigerten den sechsten Monat in Folge ihre Produktion, wie aus der am Montag veröffentlichten Umfrage des Markit-Instituts unter 500 Unternehmen hervorgeht. Die Firmen erhielten erneut mehr Aufträge als im Vormonat. Die Nachfrage legte aber nicht mehr ganz so stark zu wie noch im November. Erstmals seit Oktober 2008 belasteten zudem steigende Einkaufspreise die Firmen.

Der Markit/BME-Einkaufsmanagerindex stieg auf 52,7 Punkte von 52,4 Zählern im November. Das ist der höchste Stand seit Mai 2008. Das Barometer notierte damit den dritten Monat in Folge über der Marke bei 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird. Eine erste Schätzung hatte sogar einen Anstieg auf 53,1 Zähler ergeben. „Deutschland hat einen festen Platz in der Spitzengruppe der Euro-Zone“, sagte Markit-Experte Tim Moore.

Allerdings fuhren die Firmen ihre Produktion nicht mehr ganz so stark nach oben wie im Vormonat: Das entsprechende Barometer gab leicht nach. Das signalisiere, dass die Erholung auf der Stelle zu treten beginne, sagte Moore. Entscheidend sei nun, wie sich die Binnennachfrage entwickle. Doch dafür seien die Chancen gut, sagte der Experte. Bisher habe sich der Arbeitsmarkt als robust erwiesen, zugleich signalisierten die Umfrageergebnisse einen geringeren Stellenabbau als im Dezember.

Die Firmen reduzierten die Zahl ihrer Mitarbeiter so wenig wie seit Oktober 2008 nicht. Dieser Indikator stieg von 41,5 auf 44,8 Zähler. „Die Firmen, die Mitarbeiter entließen, begründeten dies mit anhaltenden Restrukturierungen vor dem Hintergrund der nach wie vor relativ niedrigen Auslastung ihrer Betriebe“, schrieben die Forscher.

Zu schaffen machen den Firmen die höheren Einkaufskosten. Die Preise stiegen erstmals seit Oktober 2008, wenngleich nur moderat. Grund dafür sei vor allem der höhere Ölpreis, teilten die Experten mit. Das traf vor allem die Produzenten von Vorleistungs- und Konsumgütern.

Die deutsche Wirtschaft hat im Sommer kräftig an Schwung gewonnen. Für das vierte Quartal wird mit einem neuerlichen Wachstum gerechnet. Dennoch dürfte 2009 mit einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts von ungefähr fünf Prozent als das wirtschaftlich bisher schwärzeste Jahr in die Geschichte der Bundesrepublik eingehen.

Die Industrie in der Euro-Zone nahm zum Jahresende so viel Fahrt aufgenommen wie seit 21 Monaten nicht. Produktion, Auftragseingang und eine höhere Nachfrage aus dem Ausland verhalfen den Unternehmen zum stärksten Wachstum seit März 2008, wie aus einer Markit-Umfrage unter etwa 3000 Firmen hervorgeht, die ebenfalls am Montag veröffentlicht wurde. Der Arbeitsplatzabbau verlor in der Folge an Schärfe. „Die Daten bestätigen, dass die europäische Industrie das Jahr gut beendet hat“, sagte Markit-Experte Rob Dobson. Das sei eine deutliche Trendwende zum noch nie dagewesenen Absturz vom Jahresauftakt.

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