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01.08.2012

16:42 Uhr

Einkaufsmanagerindex

US-Industrie schrumpft überraschend

Der Juli war ein Monat der schlechten Konjunkturmeldungen. Den Abschluss macht der US-Einkaufsmanagerindex, der schon den zweiten Monat in Folge zurückgegangen ist. Experten zeigten sich überrascht.

Die US-Industrie ist überraschend den zweiten Monat in Folge geschrumpft. dapd

Die US-Industrie ist überraschend den zweiten Monat in Folge geschrumpft.

New YorkDie US-Industrie ist im Juli den zweiten Monat in Folge geschrumpft. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager stieg nur leicht um 0,1 Punkte auf 49,8 Zähler und blieb damit weiter knapp unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Mittwoch mitteilte.

Experten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 50,2 Punkte gerechnet. Analyst Patrick O'Keefe von J.H. Cohn wertet das Barometer als Ausdruck der unsicheren Lage der US-Wirtschaft, deren Zukunft mit einer Unmenge von Fragezeichen behaftet sei. "Investoren wissen wegen der Unsicherheit gar nicht mehr, wo sie ihr Geld noch anlegen sollen."

"Wir waren von einem leicht stärkeren positiven Rückprall auf 51,0 Punkte ausgegangen", sagt Postbank-Analyst Heinrich Bayer. "Auf dem aktuellen Niveau unweit der 50-Punkte-Marke, die die Grenze zwischen Kontraktion und Expansion darstellt, weist der Indikator auf weitgehende Stagnation in der US-Industrie hin."

Negative Konjunkturdaten gab es am Morgen aus Europa. Die Industrie des Euroraums ist dem Markit-Einkaufsmanagerindex zufolge im Juli den zwölften Monat in Folge geschrumpft. Die Daten deuten an, dass die Wirtschaft der Eurozone im dritten Quartal Probleme haben wird, wieder in Fahrt zu kommen.

Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe der 17 Euro-Staaten fiel auf 44,0 Punkte von 45,1 im Juni, wie der Londoner Datendienstleister Markit Economics am Mittwoch in zweiter Veröffentlichung mitteilte. Im ersten Ausweis war für Juli ein Rückgang auf 44,1 vorgelegt worden.

Der Index liegt Markit zufolge auf den niedrigsten Stand seit 37 Monaten und weist auf eine beschleunigte Talfahrt der Eurozone-Industrie hin. “Der Industriesektor der Eurozone ist im Juli noch tiefer in die Krise geschlittert und dürfte damit auch im dritten Quartal 2012 hauptverantwortlich für ein weiteres Abgleiten der Eurozone in die Rezession bleiben”, sagte Markit-Ökonom Chris Williamson.

Doch auch in den USA waren die Vorzeichen vom Arbeitsmarkt und anderen Konjunkturindikatoren zuletzt negativ. "Der ISM-Index passt sich damit nahtlos in die jüngste Serie von US-Konjunkturdaten ein, die jegliche Dynamik vermissen lassen, aber zumindest nicht auf rezessive Tendenzen hinweisen", schreibt Postbank-Analyst Bayer.

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

01.08.2012, 16:52 Uhr

ach das überrascht die?

die "Food stamps" zahlen sind seit 2008 geradezu explodiert....

aber eure experten sind Überrascht ?
Wäre ich nur auch mal experte geworden...
der verdient sicher besser als wer im Einzelhandel...

Account gelöscht!

01.08.2012, 17:03 Uhr

Die Experten waren überrascht von der 60 MRD Dollar ENRON Pleite. Sie Waren überrascht Immobilienkriese, der Finanzkriese, dem schlechten Zustand der Banken usw.

Solche Experten brauch kein Schwein!

sriaurobindo

01.08.2012, 17:03 Uhr

Man darf sich nur noch wundern warum Überraschung entsteht, wenn in Wirklichkeit die Meldungen für eine schrumpfende US-Wirtschaft schon seit langem u.a. von Ökonomen wie Nouriel Rubini beschrieben werden. Alle Meldungen der letzten 3 Jahre weisen auf das Ende eines Zyklus hin der in der hohen Kredit- und Staatsverschuldung der Amerikaner liegt.

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