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01.02.2011

10:46 Uhr

Einkaufspreise ziehen drastisch an

Inflationsdruck erfasst Industrie in der Euro-Zone

Die deutsche Industrie hat einen glänzenden Start ins neue Jahr hingelegt, spürt aber zunehmend Kostendruck durch teure Rohstoffe. Ähnlich ist die Situation verhält es sich in der in der Euro-Zone, wie das britische Markit-Institut am Dienstag zu seiner Umfrage unter rund 3000 Firmen mitteilte.

Teurer wurde beispielsweise Stahl. dpa

Teurer wurde beispielsweise Stahl.

HB BERLIN. Teurer wurden demnach im Januar vor allem Kraftstoffe, Nahrungsmittel sowie Stahl, Kupfer und andere Metalle. „Der Rekordanstieg der Einkaufspreise nährt natürlich Inflationsängste, denn die Firmen gaben den Anstieg umgehend in Form höherer Verkaufspreise an ihre Kunden weiter“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Die Verkaufspreise stiegen im gesamten Währungsgebiet so stark wie nie seit dem Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Die Einkaufspreise der deutschen Unternehmen stiegen im Januar so stark wie nie seit Beginn der Markit-Umfrage im April 1996, wie das britische Institut mitteilte. Lieferengpässe bei Rohstoffen hätten für viele Unternehmen zu steigenden Kosten geführt. In der Folge mussten zahlreiche Firmen ihrerseits die Preise erhöhen.

Abgesehen vom Kostendruck läuft es für den Sektor derzeit aber bestens. „Die Industrie Deutschlands präsentierte sich zu Jahresbeginn in glänzender Verfassung“, hieß es. Der Markit-BME-Einkaufsmanagerindex sank im Vergleich zum Dezember nur leicht um 0,2 auf 60,5 Punkte, lag damit aber besser als nach vorläufigen Berechungen. Die Geschäftslage habe sich weiter verbessert, was sich in einem deutlichen Anstieg der Produktion, einem hohen Auftragsniveau und steigenden Beschäftigtenzahlen zeige.

„Offensichtlich ist nicht nur die leichte Wachstumsdelle vom letzten Herbst endgültig überstanden, der Industriesektor bleibt damit auch Dreh- und Angelpunkt des Aufschwungs in Deutschland“, betonte Markit-Experte Tim Moore. „Mit den hohen Produktionsanforderungen hat auch der Stellenaufbau in der Industrie ein neues Rekordhoch in der knapp 15-jährigen Umfragegeschichte erreicht.“

Kommentare (1)

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Plebs

01.02.2011, 20:34 Uhr

"...denn die Firmen gaben den Anstieg umgehend in Form höherer Verkaufspreise an ihre Kunden weiter“

DER (Witz) ist wirklich gut. Da kann man wirklich nur sagen: Träum weiter !
Die Realität ist: immer größere bevölkerungsanteile (und zwar praktisch weltweit) können, auch mit durchschnittlichen Vollzeitjobs, nicht mehr mit der (realen) inflation mithalten, d.h. sie erleiden eine "Vermögensdeflation". Eine vollständige Weitergabe der explodierenden Rohstoffpreise (Spekulationsanteil mittlerweile (meist) bei 90%) ist illusorisch. Und das wiederum heißt: Rapide ansteigender Margendruck, stagnierende KGVs und Umsätze.
Schon heute ist der individuelle Ausblick für die Mehrheit der Weltbevölkerung deutlich "stagflationär" statt reales Wachstum von Einkommen und Wohlstand.
Ein bedenklicher Vorbote für die Wirkungsumkehr der Hyperliquiditätsmaßnahmen von bernanke, Trichet und Co.: Realer Vermögensverlust statt -aufbau via Assetblasen.
Genauso wie anno 00/01 und 08/09 schauen aber auch diesmal Notenbanker und Regierungen tatenlos zu wie die Maschinerie (wieder) durchbrennt.

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