Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.02.2015

10:51 Uhr

Ende des Weihnachtsgeschäfts

Spaniens Arbeitslosigkeit steigt wieder

Erstmals seit Oktober ist die Zahl der Arbeitslosen in Spanien wieder gestiegen. Hauptgrund ist das Ende des Weihnachtsgeschäft. Eine höhere Arbeitslosigkeit als in Spanien hat in der ganzen Euro-Zone nur Griechenland.

Insgesamt stieg die Zahl Arbeitslosen in Spanien zum Dezember um 1,75 Prozent oder 78.000 auf 4,53 Millionen. dpa

Andrang vor spanischem Arbeitsamt.

Insgesamt stieg die Zahl Arbeitslosen in Spanien zum Dezember um 1,75 Prozent oder 78.000 auf 4,53 Millionen.

MadridDie Arbeitslosigkeit in Spanien ist im Januar erstmals seit Oktober gestiegen. Hauptgrund war, dass nach dem Ende des Weihnachtsgeschäfts im Dienstleistungssektor viele Menschen wieder auf Jobsuche sind, wie das Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte.

Insgesamt stieg die Zahl der arbeitslos Gemeldeten zum Dezember um 1,75 Prozent oder 78.000 auf 4,53 Millionen. Binnen Jahresfrist gab es jedoch einen Rückgang um knapp 290.000.

Jugendarbeitslosigkeit in Krisenländern Europas

Frankreich

Die Perspektivlosigkeit von jungen Menschen ohne Job gilt in Frankreich als eine der größten Gefahren für den sozialen Zusammenhalt. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen lag zuletzt (Juni) bei 22,4 Prozent. Die Regierung von Präsident François Hollande finanziert mit Milliardenbeträgen Eingliederungsprogramme sowie sogenannte „Zukunftsarbeitsplätze“ für gering qualifizierte Jugendliche. Zudem wurde das System sogenannter „Generationenverträge“ geschaffen. Es bietet kleinen Unternehmen finanzielle Anreize, die sich gleichzeitig für den Nachwuchs und für alte Arbeitnehmer einsetzen.

Griechenland

Nach Angaben vom Mai sind in Griechenland 53,1 Prozent der unter 25-Jährigen ohne Job. Im Vorjahr waren es 59,6 Prozent. Die leichte Verbesserung liegt nach Angaben der Gewerkschaft des privaten Bereichs am boomenden Tourismus. In Griechenland sollen nach den Worten von Regierungschef Antonis Samaras in den kommenden Monaten 145.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Sie sollen mit Hilfe von EU-Mitteln und dem für 2014 erwarteten zaghaften Wirtschaftswachstum entstehen. In den nächsten Monaten sollen 600 Millionen Euro EU-Subventionen für neue Jobs – vornehmlich Ausbildungsplätze – nach Griechenland fließen.

Italien

43,7 Prozent der jungen Italiener sind arbeitslos, Schüler und Studierende nicht eingerechnet. Das nationale Statistikamt Italiens (Istat) sieht die Jugendlichen als „am stärksten von der Krise betroffen“. Der sozialdemokratische Regierungschef Matteo Renzi bemüht sich – bisher erfolglos – um eine Entspannung der Lage. Zeitarbeitsverträge sollen leichter verlängert, der Kündigungsschutz in den ersten drei Jahren ausgesetzt werden. So – und mit Steuererleichterungen – möchte er die Arbeitgeber entlasten. Durch EU-Gelder, 1,5 Milliarden in den kommenden zwei Jahren, erhofft sich Renzi eine bessere Grundlage zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit.

Spanien

Die Arbeitslosenquote beträgt in Spanien bei den unter 25-Jährigen 53,5 Prozent. Schon seit Jahren bezeichnen spanische Politiker aller Parteien die hohe Jugendarbeitslosigkeit als eines der größten Probleme. Dennoch geschah relativ wenig, um das Problem zu lösen. Die Regierung beschloss im Juli Hilfen für Unternehmer, die junge Leute einstellen. Politiker aus Deutschland warben in Spanien für eine Übernahme des deutschen Systems der dualen Berufsausbildung. Die Traditionen des spanischen Bildungssystem verhinderten jedoch, dass diese Idee sich in größerem Umfang durchsetzen konnte.

Während es im Service-Sektor von Dezember auf Januar fast 77.000 mehr Arbeitslose gab, sank die Zahl in der Baubranche um rund 8000.

Eine höhere Arbeitslosigkeit als in Spanien hat in der ganzen Euro-Zone nur Griechenland.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Joachim Buch

03.02.2015, 15:06 Uhr

Aber Spanien kommt doch gerade glänzend aus der Krise - liest man allenthalben in allen Euro-hörigen Berichten. So eine Lachplatte.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×