Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.07.2012

15:47 Uhr

Enttäuschende Konjunkturdaten

US-Wirtschaft schafft weniger Stellen als erwartet

Auch der Juni hat keine Erleichterung für den amerikanischen Arbeitsmarkt gebracht: Die US-Wirtschaft hat im vergangenen Monat lediglich 80.000 neue Jobs geschaffen. Die Marktreaktion folgte prompt.

Das zweite Quartal 2012 war das schlechteste seit zwei Jahren für den US-Arbeitsmarkt. AFP

Das zweite Quartal 2012 war das schlechteste seit zwei Jahren für den US-Arbeitsmarkt.

Washington/FrankfurtDie US-Wirtschaft hat im Juni weniger neue Stellen geschaffen als erwartet. Die Zahl der Beschäftigten stieg nur um 80.000, wie das Arbeitsministerium in Washington am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten im Schnitt mit 90.000 gerechnet. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 8,2 Prozent. Damit endet nach Bewertungen von Wirtschaftsexperten das schlechteste Quartal für den US-Arbeitsmarkt seit 2010.

Die Lage am Jobmarkt hat sich zuletzt merklich abgekühlt: Von April bis Juni entstanden im Schnitt nur 75.000 neue Stellen pro Monat, nur ein Drittel der Zahl im Zeitraum Januar bis März.

Der Arbeitslosenquote wird eine immense Bedeutung für die politische Zukunft des Landes zugeschrieben. US-Präsident Barack Obama steht im November zur Wiederwahl. Keiner seiner Vorgänger in den letzten sechs Jahrzehnten konnte eine zweite Amtszeit erreichen, wenn die Arbeitslosenquote über 7,2 Prozent lag.

Der Präsident und seine Demokraten im Kongress hatten mit milliardenschweren Konjunkturprogrammen versucht, die Wirtschaft nach der Krise wieder in Schwung zu bringen. Die Republikaner sehen hohe Staatsausgaben dagegen als Hindernis für die Privatwirtschaft und prangern die horrende Staatsverschuldung an. In Umfragen zeichnete sich zuletzt ein enges Rennen zwischen Obama und seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney ab.

Börse Frankfurt: Dax schließt knapp zwei Prozent im Minus

Börse Frankfurt

Dax schließt knapp zwei Prozent im Minus

Der schwache US-Arbeitsmarkt beschleunigte die Talfahrt der Finanzmärkte.

Nach einer Faustformel muss die Wirtschaft monatlich rund 125.000 Jobs schaffen, um die Arbeitslosenquote auch nur konstant zu halten. Im Juni entstanden im Privatsektor aber nur 84.000 neue Stellen, während der hoch verschuldete Staat den Rotstift kreisen ließ und per Saldo 4000 Arbeitsplätze strich.

Diese Entwicklung dürfte früher oder später die Notenbank Fed auf den Plan rufen, die per Mandat zur Förderung der Vollbeschäftigung verpflichtet ist. Davon sind die USA jedoch meilenweit entfernt: Im zweiten Quartal wurden im Durchschnitt nur 75.000 Stellen pro Monat aufgebaut. Eine mögliche Ansteckung durch die Euro-Krise und für Anfang kommenden Jahres geplante Sparrunden der Regierung hängen wie ein Damoklesschwert über der US-Wirtschaft: "Die Firmen fragen sich in dieser Situation natürlich, ob sie gerade jetzt mehr Personal rekrutieren sollen", meint Ökonom Sam Bullard von Wells Fargo & Co.

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

06.07.2012, 14:51 Uhr

Man sollte sich das hier mal zu Gemüte führen und dann all diese Zahlen wie auch den Euro-Quatsch noch mal neu bewerten http://www.youtube.com/watch?v=PfCnkmOmGro&feature=related

Euroklopapierentsorger

06.07.2012, 15:14 Uhr

Schon wieder gefälschte Statistiken! Viele Großinvestoren schmunzeln nur mehr wenn Amerika und in letzter Zeit auch die EU Zahlen veröffentlichen. Sie wurden alle schön gerechnet und das Volk wird für dumm verkauft. Aber lange funktioniert das nicht mehr!

Account gelöscht!

06.07.2012, 15:15 Uhr

Bernanke wird gleich wieder beginnen neue Jobs zu drucken, begleitet von den grossen Spruechen Obamas ;-)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×