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07.12.2011

12:48 Uhr

Erholung

Deutsche Produktion legt kräftig zu

Nach kurzer Durststrecke haben deutsche Firmen ihre Produktion kräftig hochgefahren. Den stärksten Impuls für das Wachstum im Oktober lieferte die Industrie: Sie stellte 0,8 Prozent mehr her als im September.

Thyssenkrupp-Mitarbeiter im Duisburger Stahlwerk. dpa

Thyssenkrupp-Mitarbeiter im Duisburger Stahlwerk.

BerlinNach zweimonatiger Durststrecke haben die deutschen Firmen ihre Produktion im Oktober überraschend kräftig hochgefahren. Sie stellten 0,8 Prozent mehr her als im Vormonat, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin mit. Das Plus fiel damit doppelt so stark aus wie von Analysten erwartet. Das Ministerium sprach von einer „gewissen Erholung“ nach zuvor zwei Rückgängen in Folge. „Die bereits im Verlauf des dritten Quartals sichtbare Zurückhaltung bei der Produktion setzt sich gleichwohl fort.“

Bei den Auftragseingängen hatte sich hingegen im Oktober mit einem unerwartet kräftigen Plus von 5,2 Prozent eine deutliche Besserung eingestellt. Das war der stärkste Zuwachs seit mehr als anderthalb Jahren. Wegen der Schuldenkrise und der schwächeren Weltkonjunktur wird aber künftig wieder mit stärkerem Gegenwind gerechnet.

Konjunkturindikatoren

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Geldmenge (M1)

Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

 

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklimaindex

Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

 

Den stärksten Impuls für das Produktionswachstum lieferte die Industrie: Sie stellte 0,8 Prozent mehr her als im September. In den einzelnen Sparten bot sich ein gemischtes Bild. Während die Hersteller von Maschinen, Fahrzeugen und anderen Investitionsgütern 2,2 Prozent mehr erzeugten, stagnierte die Produktion der Konsumgüterbranche. Die Hersteller von Vorleistungsgütern wie Chemikalien fuhren ihre Leistung sogar um 0,4 Prozent herunter. Die Bauproduktion legte um 0,4 Prozent zu, die Energieerzeugung um 1,1 Prozent.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet damit, dass die Industrie ihre Produktion im Winterhalbjahr zurückfahren wird. Ab dem Frühjahr sollte sich die Stimmung jedoch wieder aufhellen, sagte DIW-Expertin Dorothea Lucke. Für 2012 prognostiziert sie eine stagnierende Industrieproduktion und ist damit deutlich pessimistischer als die Verbandsvertreter, die im Schnitt mit einem Plus von zwei Prozent rechnen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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DE_DEM

07.12.2011, 14:52 Uhr

Haben die Arbeitgeber doch hier eine Intrige gefahren .

Angeblich sollte laut der Arbeitgeber(Sklavenhalter Hundt)2012 die Wirtschaft schwächeln .

Aber genau das Gegenteil ist der Fall .Hier wird schon im Vorfeld versucht die anstehenden Tarifverhandlungen der
Gewerkschaften gezielt in ein Katastrophenszenario zu
manipulieren .

Die Herrschaften Arbeitgeber wollen nichts von ihren
Besitzständen abgeben .

Die Gewerkschaften müssen nun endlich begreifen , daß hier überdurchnittliche Lohnanpassungen greifen müssen .

Die Zeiten der Umverteilung von unten nach oben muß Geschichte werden .

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