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01.04.2014

07:56 Uhr

Erstes Quartal

China Wirtschaft verliert an Dampf

Der Schwung der chinesischen Wirtschaft lässt weiter nach: Die Industrie ist in den ersten drei Monaten des Jahres stark geschrumpft. Der HSBC-Einkaufsmanagerindex fällt auf den tiefsten Stand seit acht Monaten.

Der HSBC-Einkaufsmanagerindex beobachtet besonders private und kleinere Unternehmen. In China sank er um auf 48,0 – unter einem Wert von 50 spricht man von einer abnehmenden Industrietätigkeit. dpa

Der HSBC-Einkaufsmanagerindex beobachtet besonders private und kleinere Unternehmen. In China sank er um auf 48,0 – unter einem Wert von 50 spricht man von einer abnehmenden Industrietätigkeit.

PekingDer Schwung der chinesischen Wirtschaft lässt nach einer privaten Umfrage weiter nach. In den ersten drei Monaten des Jahres ist die Industrietätigkeit geschrumpft, wie die britische Großbank HSBC am Dienstag berichtete. Der HSBC-Einkaufsmanagerindex (PMI), der eher private und kleinere Unternehmen beobachtet, fiel im März den dritten Monat in Folge und sackte von 48,5 im Februar auf 48,0 und damit auf ein Acht-Monats-Tief. Es war der stärkste Rückgang seit mehr als zwei Jahren. Unterhalb der kritischen Grenze von 50 ist von einer abnehmenden Industrietätigkeit auszugehen.

Der offizielle Index des Nationalen Statistikamtes und des chinesischen Logistik- und Einkaufsverbandes, der hingegen stärker größere und staatliche Unternehmen verfolgt, stieg dagegen im März erstmals seit November wieder ganz leicht von 50,2 im Vormonat auf 50,3. Während das Statistikamt laut Nachrichtenagentur Xinhua davon sprach, dass sich der Produktionssektor nach dem chinesischen Neujahrsfest Ende Januar und Anfang Februar „stabilisiert“ habe, zeichneten die HSBC-Ökonomen ein weniger rosiges Bild der zweitgrößten Volkswirtschaft.

Die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen

Handelsvolumen

China ist der nach Frankreich und den Niederlanden der größte Handelspartner Deutschlands. 2013 wurden Waren im Wert von mehr als 140 Milliarden Euro ausgetauscht. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht davon aus, dass China in etwa zehn Jahren zum Handelspartner Nummer eins aufsteigen wird.

Exporte

Die Exporte nach China summierten sich 2013 auf rund 67 Milliarden Euro. Exportschlager sind Maschinen, Fahrzeuge und chemische Produkte. Für Unternehmen wie Audi ist China bereits der wichtigste Absatzmarkt.

Importe

Die Chinesen schickten 2013 Waren im Wert von gut 73 Milliarden Euro hierher und damit etwa viermal so viel wie 2000. Vor allem Computer, Handys und Elektronik liefert der Exportweltmeister nach Deutschland. Weitere Verkaufsschlager sind Bekleidung und elektrische Ausrüstungen.

Investitionen

Mehr als 26,5 Milliarden Euro haben deutsche Unternehmen bislang in China investiert. Etwa 4000 Firmen sind dort aktiv. Allein 2012 stiegen die deutschen Investitionen in der Volksrepublik um 28,5 Prozent auf 1,45 Milliarden Dollar. Umgekehrt zieht es immer mehr Chinesen nach Deutschland. 98 Unternehmen siedelten sich 2012 hierzulande neu an - China ist damit Auslandsinvestor Nummer drei, nach den USA und der Schweiz. 2000 Unternehmen sind inzwischen hier ansässig.

„Die Geschäftsbedingungen haben sich jetzt drei Monate in Folge verschlechtert“, stellte die HSBC-Analyse fest. Die saisonal wegen des Neujahrsfestes angepassten und endgültigen Daten für März „bestätigen die Schwäche der heimischen Nachfragebedingungen“, meinte Ökonom Qu Hongbin. Das bedeute, dass das Wachstum im ersten Quartal unter das selbst gesteckte Ziel von 7,5 Prozent für das ganze Jahr fallen werde. Er rechnet mit Konjunkturmaßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft: „Wir erwarten, dass Peking seine Politik eher früher als später feinabstimmen wird, um das Wachstum zu stabilisieren.“

Von

dpa

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