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27.02.2013

10:58 Uhr

Erstmals seit 2009

Deutsche Importe haben sich verbilligt

Dank günstigerer Energie sind die Einfuhrpreise im Januar erstmals seit 2009 zurückgegangen. Bei den Ausfuhrpreisen haben die deutschen Exporteure mit schwächelnder Nachfrage zu kämpfen.

Containerschiff Hamburger Hafen. Die Einfuhrpreise sind erstmals seit 2009 zurückgegangen. dapd

Containerschiff Hamburger Hafen. Die Einfuhrpreise sind erstmals seit 2009 zurückgegangen.

BerlinGünstigere Energie hat die Importe nach Deutschland erstmals seit mehr als drei Jahren verbilligt. Die Einfuhrpreise fielen im Januar um durchschnittlich 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. „Das war der erste Rückgang seit Dezember 2009“, hieß es. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich ein Minus von 0,6 Prozent erwartetet, nachdem die Importe im Dezember noch 0,3 Prozent mehr gekostet hatten.

Großen Anteil am Rückgang haben die Energiepreise. Sie fielen um 2,8 Prozent im Vergleich zum Januar 2012. Rohkaffee verbilligte sich sogar um 31,9 Prozent, Eisenerz um 17,7 Prozent sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen um 3,7 Prozent.

Die neuen Wachstumsmärkte der deutschen Exporteure

Malaysia

Fast fünf Prozent Wachstum jährlich werden dem aufstrebenden Land bis 2025 vorausgesagt. Im gleichen Zeitraum könnte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln. Ein Grund dafür ist die wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Standort-Vergleich des World Economic Forum belegt Malaysia Platz 25, knapp hinter Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich (21), aber noch vor China (29) und Italien (42). "Malaysia ist eine der offensten Volkswirtschaften der Welt", lobt das Prognos-Institut.

Indonesien

Das muslimisch geprägte Land lockt mit einem riesigen Binnenmarkt: Indonesien ist gemessen an der Bevölkerung die Nummer vier der Welt. 240 Millionen Einwohner leben hier. Bis 2060 wird Indonesien zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt aufrücken und Deutschland überholen, sagt die Industriestaaten-Organisation OECD voraus. "Das rohstoff- und bevölkerungsreiche Land wird 2012 und 2013 um mehr als sechs Prozent wachsen", prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Wirtschaft des Inselreichs profitiert von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflation."

Kolumbien

Reiche Rohstoffvorkommen von Kohle über Öl und Gold bis zu Seltenen Erden, die Öffnung der Volkswirtschaft und nicht zuletzt eine deutlich verbesserte Sicherheitslage durch die Friedensgespräche mit den marxistischen FARC-Rebellen lassen auch hier ein jährliches Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent erwarten. Für die Weltbank zählt Kolumbien zur Spitzengruppe in den lateinamerikanischen Staaten, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums und Regulierung geht. "Das Land wird damit für ausländische Investoren interessanter", so der DIHK. Zusätzliche Impulse kommen von dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der DIHK hält deshalb sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent für möglich.

Peru

Noch mehr Wachstum wird Peru vorausgesagt: Sechs Prozent kann die Wirtschaftsleistung dort pro Jahr zulegen. Auch Peru hat ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnet und verfügt über viele Rohstoffe. Der DIHK hält deshalb ein Ausweitung des Handels um mehr als 20 Prozent für möglich. Besonders gefragt sein dürften Fahrzeuge. Dieser Markt lockt dem Prognos-Institut zufolge mit jährlichen Steigerungsraten von sieben Prozent.

Tunesien

Das World Economic Forum hält Tunesien, wo der arabische Frühling begann, für das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. "Zu den größten Pluspunkten gehören die geografische Nähe zu Europa, eine belastbare Infrastruktur sowie die günstigen Lohnkosten", betont das Prognos-Institut. "Das Bildungssystem ist im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Zudem haben zahlreiche Tunesier im Ausland studiert."

Vietnam

Schon jetzt zählt das asiatische Land mehr Einwohner als Deutschland, 2025 sollen es fast 100 Millionen sein. "Die konsumfreudige und zunehmend kaufkräftige Bevölkerung verspricht ein gewaltiges Absatzpotenzial: In kaum einem anderen Land Asiens wächst die Mittelschicht schneller als in Vietnam", so das Prognos-Institut. Mehr als sechs Prozent jährlich soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Vietnam verfügt über unzählige billige Arbeitskräfte. Viele Unternehmen haben ihre Produktion deshalb schon aus dem teurer werdenden China in das Nachbarland verlagert.

Die deutschen Exporteure können wegen der schwächelnden Nachfrage in der Euro-Zone kaum noch höhere Preise durchsetzen. Die Ausfuhrpreise lagen nur noch um 0,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Das war der geringste Anstieg seit mehr als drei Jahren. 2012 waren die Preise im Schnitt um 1,7 Prozent geklettert. Hauptursache ist die Entwicklung auf dem wichtigsten Absatzmarkt, der Euro-Zone. Weil Staaten wie Spanien und Italien in der Rezession stecken, müssen die deutschen Unternehmen häufig Zugeständnisse beim Preis machen.

Von

rtr

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