Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.07.2013

10:58 Uhr

Erstmals seit 2012

Euro-Zone wächst wieder

Die Privatwirtschaft atmet auf: Die Rezession in der Euro-Zone ist wohl vorerst vorbei. Die Industrieproduktion hat kräftig zugelegt, die Wirtschaft auf einen positiven Einfluss der Politik.

Viele Aufträge, starke Umsätze: Der deutschen Privatwirtschaft geht es gut. dpa

Viele Aufträge, starke Umsätze: Der deutschen Privatwirtschaft geht es gut.

BerlinDie Euro-Zone kann auf ein Ende der längsten Rezession ihrer Geschichte hoffen: Der Einkaufsmanagerindex signalisierte im Juli erstmals seit anderthalb Jahren wieder ein Wachstum der Privatwirtschaft. Das Barometer kletterte um 1,7 auf 50,4 Punkte, wie das Markit-Institut am Mittwoch zu seiner monatlichen Umfrage unter Tausenden Unternehmen mitteilte. Es liegt erstmals seit Januar 2012 wieder über der Marke von 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird. Von Reuters befragte Ökonomen hatten erwartet, dass das stark beachtete Barometer mit 49,1 Zählern deutlich unter diesem Schwellenwert bleibt.

„Das sind ermutigende Hinweise darauf, dass sich die Euro-Zone nach langer Durststrecke im dritten Quartal 2013 endlich wieder aus der Rezession befreien könnte”, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Das Bruttoinlandsprodukt war zuletzt sechs Quartale in Folge geschrumpft.

„Die Belebung geht eindeutig von einem umfassenden Aufschwung im Industriesektor aus”, sagte Williamson. „Hier legte die Industrieproduktion so stark zu wie seit zwei Jahren nicht mehr.” Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich und den übrigen Ländern sei sie hochgefahren worden. Das Barometer für die Industrie kletterte um 1,3 auf 50,1 Zähler. Erstmals seit Mai 2011 sammelten die Unternehmen wieder mehr Neuaufträge ein als im Vormonat, was auch auf eine leicht anziehende Exportnachfrage zurückzuführen sei. Der Einkaufsmanagerindex für die Dienstleister kletterte um 1,3 auf 49,6 Punkte.

Claas: Meilensteine des Landmaschinenkonzerns

Firmengründung

1913 wurde die Firma durch August Claas in Clarholz/Westfalen gegründet. Ein Jahr später gründen August, Franz jun. und Bernhard Claas gemeinsam die Firma Gebr. Claas.

Umzug nach Harsewinkel

1919 siedelt die Firma in ihren heutigen Hauptsitz nach Harsewinkel über. Dort werden Strohbinder gefertigt.

Das erste Patent

Claas meldet 1921 das erste Patent ein. Es geht um einen Knoterapparat zum rationellen Strohbinden.

Entwicklung des ersten Mähdreschers

Die Firma entwickelt 1930 ihren ersten Mähdrescher. Er ist besonders für die speziellen Erntebedingungen in Europa geeignet. Sechs Jahre später bringt Claas die Maschine auf den Markt und startet die Serienfertigung.

Selbstläufer

Die ersten selbstfahrenden Mähdrescher werden 1953 gebaut

Weltmeister im Mähen

Mit 40 Tonnen Getreide pro Stunde ist der 1995 neu eingeführte Großmähdrescher Lexion die leistungsstärkste Maschine seiner Art auf der Welt.

Intelligente Landwirtschaft

1998 gründet Claas die Agrocom GmbH & Co. Agrarsysteme KG. Gearbeitet wird fortan an landwirtschaftlichen Informationssystemen und Software für landwirtschaftliche Betriebe.

Eigene Stiftung

Zur Förderung des landtechnischen Nachwuchses gründet Claas 1999 eine Stiftung. Im selben Jahr wird im US-amerikanischen Omaha (Nebraska) ein neues Mähdrescherwerk errichtet. Außerdem wird die Absatzfinanzierungsgesellschaft Claas Financial Services S.A.S.gegründet.

Die größte Investition der Unternehmensgeschichte

Claas legt 2001 den Grundstein für den vollständigen Neu- und Umbau des Werks in Harsewinkel. Rund 55 Millionen Euro investiert das Unternehmen .

Mehrheit an Renault Agriculture

Claas erwirbt 2003 die Mehrheit an Renault Agriculture. Damit gehören nun auch Traktoren zur Produktpalette. Seit 2008 gehört Renault Agriculture zu 100 Prozent zu Claas.

Claas goes Russland

Im südrussischen Krasnodar eröffnet Claas 2005 ein neues Mähdrescherwerk. Ein Jahr später gründet das Unternehmen in Moskau die neue Claas Vertriebsgesellschaft OOO Claas Vostok.

Neues Kraftpaket

Claas führt 2009 den Traktor Xerion 5000 ein, der mit über 500 PS arbeitet.

Neues Technologiezentrum

Am Hauptsitz in Harsewinkel eröffnet Claas 2010 das neue Technologiezentrum. Es soll der neue Mittelpunkt der Entwicklungsaktivitäten sein.

Engagement in China

Anfang 2012 startet eine neue Tochtergesellschaft von Claas in China für Vertrieb und Service.

Damit haben die Indizes die Erwartungen von Andreas Schürle, Analyst bei der Dekabank, übertroffen: „Beim Industrieindikator konnte sich kein Prognostiker einen derartigen Anstieg vorstellen, bei den Dienstleistern übertraf der deutsche Indikator alle Erwartungen. Mit den heutigen Daten setzen sich die guten Konjunkturnachrichten aus der Euro-Zone fort. Langsam aber kontinuierlich arbeitet sich die Währungsunion aus der Rezession heraus.“

„Unsere Umfragedaten dürften die politischen Entscheidungsträger in ein sommerliches Stimmungshoch versetzen, da endlich auch für die leidgeprüften Peripherieländer, die unter zunehmenden politischen und sozialen Spannungen leiden, Licht am Ende des Tunnels auftaucht”, sagte Chefvolkswirt Williamson. In der Europäischen Zentralbank dürfte die Zuversicht steigen, dass die Euro-Zone bis Jahresende wieder auf Wachstumskurs sein könne. Sie hatte ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,5 Prozent gesenkt, um mit dem billigem Geld Investitionen und Konsum anzuschieben.

Auch Ralph Solveen von der Commerzbank schätzt, dass die heutigen Zahlen eine weitere Zinssenkung der EZB unwahrscheinlicher machen, bleibt aber skeptisch: „In der Peripherie und auch in einigen Kernländern wird die Wirtschaft durch zahlreiche Probleme gebremst. Darum dürften die Frühindikatoren in den kommenden Monaten immer wieder einmal fallen und damit an den Märkten und auch bei der EZB für Nervosität sorgen. Vollkommen vom Tisch ist ein weiterer Zinsschritt deshalb noch nicht.“

Von

rtr

Kommentare (16)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Rechner

24.07.2013, 10:43 Uhr

O-Ton Handelsblatt
--------------------
Euro-Zone wächst wieder
--------------------

Der Einkaufsmanagerindex ist ein "führender Indikator" für die Wirtschaftstätigkeit, aber kein gemessenes Wirtschaftswachstum.

Ob die Eurozone in diesem Monat wirklich wächst wissen wir erst hinterher.

...

Der Mangel an wirtschaftlichem Sachverstand in der Handelsblatt-Überschriften-Redaktion ist - wie seit langem - bestürzend.

Betrachter

24.07.2013, 10:56 Uhr

Umfassenden Aufschwung ....... ha, ha, ha. So eine Durchhalteparole hätte nicht mal die Prawda früher geschrieben. Ja, die Eurozone wächst umfangreich ........., die Schulden der Eurozone wachsen umfangreich. Als Beispiel - verdiene ich z.B. als Selbstständiger 10.000.- Euro im Monat und muss nun Rechnungen von 8000.- Euro jeden Monat zahlen. Nun läuft mein Geschäft schlechter und schlechter. Und irgendwann verdiene ich dann nur noch 5000.- Euro im Monat. Alle Gläubiger wollen mir den Hahn abdrehen, weil ich die monatlichen Ausstände von 8000.- Euro nicht mehr zahlen kann. Nun verdiene ich in den nächsten Monaten dann ca. 10 mehr. Den Gläubigern erzähle ich, dass es nun steil nach obengeht, was ja die Zahlen nun beweisen. Fazit - ich verdiene nun 5.500.- Euro im Monat und kann die 8000.- Euro immer noch nicht bezahlen. Wird es nun besser oder schlimmer ?? Jeden Monat -2500.- Euro Verlust. Der Einbruch meines Einkommens war einfach zu stark. Aus vielleicht saisonalen Gründen hat sich die Lage augenblicklich etwas gebessert. Man sollte das Ganze betrachten. Es wurden rieisge Schuldenberge angehäuft, die nicht zurückbezahlt werden können. Oder die Bevölkerung Europas lebt jahrzentelang in Armut und Siechtum.

Kartenhaus

24.07.2013, 10:59 Uhr

Man versucht Merkel im Amt zu halten. Es ist offensichtlich, dass die Befragungsergebnisse der letzten Zeit erhebliche Abweichungen zur realen wirtschaftlichen Entwicklung haben.
Da reicht ein Blick auf die Auftragseingänge.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×