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22.03.2006

13:36 Uhr

Euro belastet

EU-Handelsbilanz verzeichnet Rekorddefizit

Das Defizit in der Handelsbilanz der Euro-Zone ist im Januar nach einer ersten Schätzung des Europäischen Statistikamtes Eurostat auf 10,8 Milliarden Euro gestiegen. Analysten hatten eine Differenz zwischen Im- und Exporten von lediglich 2,3 Milliarden Euro erwartet. Die schlechten Zahlen belasteten auch den Euro.

HB LUXEMBURG. Der Euro wurde am Mittwoch auf 1,2065 gedrückt. Die Euroopäische Gemeinschaftswährung erholte sich jedoch später wieder bis auf Kurse um 1,2075 Dollar - auf diesem Niveau hatte der Euroo bereits in der Nacht im asiatischen Handel den Besitzer gewechselt.

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Die Handelsbilanz des Eurooraums verzeichnete im Januar das höchste monatliche Defizit, seitdem sich die Währungsunion gebildet hat. Im Handel mit Drittländern sei auf Basis von Ursprungsdaten ein Defizit von 10,8 Mrd Euro verzeichnet worden, berichtete Euroostat.

Die Ausfuhren fielen nach Angaben von Euroostat im Januar nicht- saisonbereinigt auf 100,5 (Dezember 2005: 109,2) Mrd Euro, die Einfuhren erhöhten sich hingegen auf 111,3 (109,8) Mrd Euro. Auf Jahressicht lagen die Exporte dabei um 15% höher, während sich der Zuwachs bei den Importen auf 25% belief.

Auf saisonbereinigter Basis stellte sich das Bild allerdings besser. Danach belief sich das Handelsbilanzdefizit des Eurooraums im Januar auf 2,5 Mrd Euro, verglichen mit 2,6 Mrd Euro im Dezember. In dieser Berechnung stiegen die Euroraum-Exporte gegenüber dem Vormonat auf 110,3 (109,8) Mrd Euro, während die Importe auf 112,8 (112,5) Mrd Euro zulegten. Für die gesamte EU wies Euroostat für den Januar ein nicht-saisonbereinigtes Defizit von 24,6 Mrd Euro aus, während saisonbereinigt ein Minus von 14,2 Mrd Euro registriert wurde.

Gleichzeitig teilte Euroostat aktualisierte und detaillierte Daten zur Eurooraum-Handelsbilanz für das gesamte Jahr 2005 mit. Demnach fiel der Handelsbilanzüberschuss der Währungsunion auf 23,3 Mrd Euro gegenüber 71,5 Mrd EUR im Jahr 2004. Grund für die negative Entwicklung war dabei vor allem die starke Zunahme des Defizits im Energiehandel auf 196,1 Mrd Euro von 136 Mrd Euro im Jahr 2004. Wachsende Überschüsse im Handel mit Maschinen und Fahrzeugen sowie chemischen Erzeugnissen hätten dies nicht kompensieren können.

Auf bilateraler Ebene verzeichnete der Eurooraum 2005 den höchsten Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA (64,5 Mrd Euro nach 59,7 Mrd Euro 2004), während das höchste Defizit im Handel mit China registriert wurde (74,1 Mrd Euro nach minus 52,3 Mrd Euro). Unter allen Ländern des Eurooraums und der EU-25 wies Deutschland 2005 mit 158,0 Mrd Euro den größten kumulierten Überschuss auf, während Großbritannien mit 100,2 Mrd Euro das höchste Defizit verzeichnete.

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