Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.01.2004

16:40 Uhr

Euro-Hoch zum Trotz

DIW rechnet mit bescheidenem Aufschwung

Nach drei Jahren der Stagnation befindet sich die deutsche Wirtschaft wieder auf dem Weg nach oben, so die Ansicht von Experten. In seiner aktuellen Prognose sagt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung einen dezenten Aufschwung von 1,4 Prozent für 2004 und 2005 voraus. Sorge bereitet den Ökonomen aber der stetige Höhenflug des Euro.

HB BERLIN. „Die Jahre der anhaltenden konjunkturellen Dürre sind beendet“, sagte DIW-Chef Klaus Zimmermann am Dienstag bei der Vorstellung des Konjunkturberichts des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Die Berliner Forscher erwarten allerdings nur ein moderates Wirtschaftswachstum von 1,4 % in diesem wie im kommenden Jahr und liegen damit am unteren Ende der Prognosen von Ökonomen und Regierung.

Trotz eines leichten Rückgangs auf 54,6 von 55,4 Punkten werteten Analysten den Reuters-Service-Index als Beleg für die begonnene Erholung: Den fünften Monat in Folge verbesserten sich die Geschäfte der deutschen Dienstleister, wobei ein wachsendes Neugeschäft erstmals seit dem Boomjahr 2000 die Auftragsbestände der befragten Unternehmen unter dem Strich ansteigen ließ.

Die DIW-Forscher mahnten jedoch angesichts des von Rekordhoch zu Rekordhoch eilenden Euro und der noch immer schwachen deutschen Binnenwirtschaft zur Vorsicht. Die Weltwirtschaft wandele auf einem „schmalen Grat“ und berge wegen der „sehr starken Änderung der Währungsrelation Gefahren in sich“, sagte DIW-Volkswirt Gustav Adolf Horn. Die Reformen und Steuersenkungen in Deutschland reichten nicht, um den privaten Verbrauch anzukurbeln. Da zahlreiche Feiertage in diesem Jahr auf Wochenenden fallen, dürfte das konjunkturell bedingte Wachstum dem DIW zufolge nur bei 0,8 % liegen. „Der Aufschwung ist ein Aufschwung ohne Schwung, ohne Saft und Kraft“, sagte DIW-Chef Zimmermann.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×