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18.01.2005

12:42 Uhr

Euro könnte noch bis 1,40 Dollar steigen

Außenhandel bei Wachstumsprognose vorsichtig

Nach Ansicht des Außenhandelsverbandes BGA verschlechtern sich nach dem Exportboom im vergangenen Jahr 2005 schon wieder die Wachstumsaussichten für die deutsche Wirtschaft. „Wir erwarten ein Wachstum der gesamtwirtschaftlichen Produktion von maximal 1,25 %“, sagte BGA-Präsident Anton Börner am Dienstag in Berlin.

HB BERLIN. Grund für die wieder einsetzende Abschwächung seien nicht die Konjunktur, Ölpreis oder Euro, sondern die inzwischen gesunkenen generellen Wachstumsmöglichkeiten für die deutsche Wirtschaft.

Es werde zu wenig in Deutschland investiert, die Exporterfolge blieben nicht im Land. „Der überwiegende Teil der Binnenwirtschaft bekommt nichts ab vom Exporterfolg“, sagte Börner und forderte daher weitergehende Reformen. Vom Exportboom profitierten größtenteils Großkonzerne, aber lediglich zehn Prozent der Mittelstandsfirmen. Dort seien jedoch 70 aller Beschäftigten tätig. „Es reicht nicht, eine Gesellschaft nur über Exporte nach vorn zu bringen.“

Im vergangenen Jahr legten die deutschen Exporte um 10 % zu. Für 2005 geht der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) derzeit unverändert von einem Plus von nur noch 5 % aus. Der Kursrückgang des Euro erstmals seit längerer Zeit unter den Wert von 1,30 Dollar sei „sicher noch keine Trendwende“, sagte Börner. Es sei über mehrere Wochen oder gar Monate ein „Konsolidierungsband“ zwischen 1,29 und 1,34 Dollar zu erwarten. Im zweiten Halbjahr 2005 gebe es ein maximales Aufwertungspotenzial „in Richtung 1,40 Dollar“.

„Deutschland steckt noch immer in einer Wachstumsklemme“, sagte Börner. Der Schlüssel zu mehr Wachstum seien Investitionen. Ohne weitere Reformen gehe der „Abschwung auf Raten“ weiter. Die langfristigen Wachstumsmöglichkeiten Deutschlands liegen laut Börner inzwischen nur noch bei rund einem Prozent. Um Raten von mehr als 2 % zu erreichen, seien mehr Investitionen nötig.

Der Großhandel werde 2005 nominal um zwei und preisbereinigt um ein Prozent zulegen nach einem Vorjahresplus von drei beziehungsweise 0,5 %. Im Großhandel hätten im vergangenen Halbjahr nur fünf Prozent der Unternehmen Erweiterungsinvestitionen getätigt. Im kommenden Halbjahr werde der Anteil auf zwei Prozent sinken. Das Beschäftigungsklima habe sich wieder verschlechtert.

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