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13.01.2011

14:42 Uhr

Euro-Krise

EZB lässt Leitzins auf Rekordtief

Euro-Angst schlägt Inflationsangst: Die EZB schreckt trotz steigender Inflationsgefahren weiter vor einem Kurswechsel in der Geldpolitik zurück. Denn im Moment liegt den Zentralbankern ein stabiler Euro näher als stabile Preise.

Lieber ein stabiler Euro statt stabile Preise - die EZB lässt den Leitzins weiter bei 1,0 Prozent. dpa

Lieber ein stabiler Euro statt stabile Preise - die EZB lässt den Leitzins weiter bei 1,0 Prozent.

Angesichts der Schuldenkrise lässt die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins im Euroraum auf seinem Rekordtief. Trotz der zuletzt gestiegenen Inflation bleibt er bei 1,0 Prozent. Das entschied der Rat EZB bei seiner ersten Sitzung des Jahres am Donnerstag in Frankfurt.

Der wichtigste Zins zur Versorgung der Banken im Euroraum mit Zentralbankgeld verharrt seit Mai 2009 auf diesem Niveau. Volkswirte rechnen frühestens Ende 2011 mit einer Zinsänderung, obgleich die Inflation im Eurogebiet im Dezember 2010 über die wichtige Marke von 2,0 Prozent auf 2,2 Prozent geklettert war. Die EZB sieht mittelfristig stabile Preise nur bei Werten von knapp unter 2,0 Prozent.

Höhere Zinsen würden Kredite verteuern und könnten daher Gift für die Erholung der Konjunktur sein. Das würde insbesondere die Bemühungen der hoch verschuldeten Staaten wie Irland, Griechenland oder Portugal zusätzlich erschweren, deren Wirtschaftsentwicklung durch die öffentlichen Sparmaßnahmen bereits schwer belastet wird.

Die Schuldenkrise zwingt die EZB nach Überzeugung von Volkswirten zudem, die Märkte weiter unbegrenzt mit billigem Geld zu versorgen und Staatsanleihen klammer Länder aufzukaufen. Helaba-Volkswirt Ulf Krauss ist überzeugt: „Ohne eine Fortsetzung der Niedrigzinspolitik, üppiger Liquiditätsbereitstellung und die Stützung der Anleihemärkte droht weiterhin eine Eskalation der Euro-Krise.“

Für etwas Beruhigung sorgten zunächst, dass sich nach Portugal am Vortag am Donnerstag auch Spanien und Italien erfolgreich Geld auf dem Kapitalmarkt beschafft haben. Der spanische Staat stieß mit seiner Platzierung von Anleihen auf eine robuste Nachfrage und erzielte Einnahmen von knapp drei Milliarden Euro.

Allerdings musste Spanien deutlich höhere Zinsen zahlen als noch im November. Die Rendite für die Anleihen mit einer fünfjährigen Laufzeit - und damit die Zinsbelastung für Madrid - stieg auf 4,59 Prozent. Dies ist fast ein Prozentpunkt mehr als bei einer vergleichbaren Auktion Anfang November 2010.

Auch Italien brachte erfolgreich ein Paket von Staatsanleihen auf den Markt und erzielte Einnahmen von rund sechs Milliarden Euro. Auch hier stiegen die Zinsen, auch wenn die Italiener noch deutlich weniger bezahlen müssen als die gebeutelten Spanier. So erhöhte sich die Rendite für die Anleihen mit einer fünfjährigen Laufzeit auf 3,67 Prozent - im November waren es noch 3,24 Prozent.

Kommentare (1)

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Euro Zerfall

13.01.2011, 23:07 Uhr

• Swiss Franc gegen andere Währungen 2010. Der Euro ist das Schlusslicht. Der DAX ist %15 gestiegen der SMi hat sich nicht vom Fleck gerührt. So ein Zufall...Der Wind vom Aufschwung kommt eher von der brise die mal im Gesicht spürt wenn der Euro im freien Fall sich in Richtung Terminalvelocity bewegt...
1) Mongolei, Tigrit (+3,7%)
2) Japan, Yen (+3,6%)
3) Australien, Dollar (+3%)
4) Malaysien, Ringgit (+1,1%)
5) Südafrika, Rand (+0,8%)
6) Thailand, baht (+0,3%)
Ferner:
Singapur, Dollar (-1,1%)
israel, Shekel (-2,8%)
Schweden, Krone (-3,6%)
Mexiko, Peso (-4,2%)
Kanada, Dollar (-4,7%)
brasilien, Real (-5,2%)
indien, Rupie (-6%)
China, Renminbi (-6,7%)
USA, Dollar (-9,7%)
Norwegen, Krone (-10,1%)
Russland, Rubel (-11,2%)
Grossbritannien, Pfund (-12,8%)
Türkei, Neue Lira (-12,3%)
Ägypten, Pfund (-14,7%)
Euro (-15,6%)

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