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10.10.2012

18:02 Uhr

Euro-Krise

Lebenszeichen aus der Industrie

Aktuelle Wirtschaftsdaten geben Hoffnung auf eine Entspannung der Schuldenkrise. In Frankreich und Italien ist die Industrieproduktion überraschend gestiegen. Und auch in Griechenland geht es offensichtlich aufwärts.

Arbeiter im Fiat-Werk in Pomigliano d’Arco. dapd

Arbeiter im Fiat-Werk in Pomigliano d’Arco.

Athen/Rom/ParisDie jüngsten Daten zur Industrieproduktion in wichtigen Staaten der Eurozone geben Hoffnung auf eine Entspannung der Euro-Schuldenkrise. In Frankreich und Italien überraschten die Statistikämter die Experten am Mittwoch mit einem Anstieg der August-Produktion. Selbst aus dem schwer gebeutelten Griechenland gab es von der Industrieproduktion erstmals seit über vier Jahren wieder ein deutliches Lebenszeichen.

In Griechenland habe die Industrieproduktion im August um 2,5 Prozent zum Vorjahr zugelegt, wie die Statistikbehörde (Elstat) mitteilte. Zuwächse gab es demnach im Verarbeitenden Gewerbe sowie in den Bereichen Wasser- und Stromversorgung. Einen Rückgang habe es hingegen im Bereich Bergbau gegeben, hieß es weiter.

Im Juni hatte die Behörde in Athen zwar bereits ein leichtes Plus von 0,3 Prozent im Jahresvergleich gemeldet, bevor es im Juli wieder 5,0 Prozent nach unten ging. Seit Anfang 2008 hatte es in Griechenland allerdings nur drei Monate mit Zuwächsen bei der Industrieproduktion gegeben. In den übrigen Monaten brach die Produktion mehr oder weniger deutlich ein und erreichte mehrfach zweistellige Minusraten.

Die internationale Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission überprüft derzeit die Finanzlage Griechenlands und wird wahrscheinlich im November einen Bericht darüber vorlegen. Ein positiver Bescheid ist die Voraussetzung dafür, dass das Land eine weitere Tranche von gut 30 Milliarden Euro aus einem 130-Milliarden-Euro-Hilfspaket erhält. Wegen der Rezession und der schleppenden Umsetzung von Reformen hinkt Griechenland dem Sanierungsplan hinterher.

Die größten Schuldenmacher in der Euro-Zone

Irland

Das höchste Defizit in der Euro-Zone hat Irland. Es beträgt 8,3 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Griechenland

Rund 7,3 Prozent beträgt das Haushaltsdefizit Griechenlands für 2012.

Spanien

Der Krisenstaat auf der Iberischen Halbinsel kommt auf ein Haushaltsdefizit von 6,9 Prozent.

Slowakei

Platz vier unter den größten Schuldensündern belegt mit einem Defizit von 4,8 Prozent die Slowakei.

Portugal

Knapp hinter der Slowakei reiht sich Portugal ein: Hier schlägt 2012 ein Defizit von 4,7 Prozent des Bruttosozialprodukts zu Buche.

Frankreich

Mit Hilfe von Steuererhöhungen und Einsparungen will Frankreich sein Haushaltsdefizit im nächsten Jahr eindämmen. Dieses Jahr beträgt es noch 4,5 Prozent.

Niederlande

Rund 20 Milliarden Euro müssten die Niederlande sparen, um ihr Defizit unter drei Prozent zu drücken. Derzeit liegt es bei 4,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Slowenien

Auch Slowenien ringt mit steigender Verschuldung und schrumpfendem Wirtschaftswachstum. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 4,3 Prozent.

Zypern

„Sparen, kürzen, streichen“: So lautet auch das Motto in Zypern. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 3,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Merkel hatte sich am Dienstag in Athen über den Stand des Reformprogramms informiert, das Griechenland im Gegenzug für die Milliardenhilfen seiner Euro-Partner und des IWF abarbeiten muss. Griechische Medien reagierten überwiegend positiv auf den Besuch. Die Mehrheit der Zeitungen kommentierte, dass er eine Würdigung der harten Reformen sei.

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