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25.02.2016

14:32 Uhr

Euro-Raum

Kreditvergabe an Unternehmen zieht an

Die lockere Geldpolitik der EZB zeigt leichte Wirkung. Die Kreditvergabe an Unternehmen im Euro-Raum nahm im Januar zu. Auch die für den Euro-Raum wichtige Geldmenge M3 stieg an.

Seit Monaten pumpt die Zentralbank Milliarden in den Euro-Raum – mit leichtem Erfolg. dpa

EZB zur blauen Stunde

Seit Monaten pumpt die Zentralbank Milliarden in den Euro-Raum – mit leichtem Erfolg.

FrankfurtDie Kreditvergabe an Firmen im Euro-Raum zieht dank der massiven Geldschwemme der Europäischen Zentralbank leicht an. Banken reichten im Januar 0,6 Prozent mehr Darlehen an nicht zur Finanzbranche zählende Unternehmen weiter als vor Jahresfrist, wie die EZB am Donnerstag mitteilte. Im Dezember hatten sie lediglich 0,1 Prozent mehr Kredite an die Firmen vergeben. Die Privathaushalte in der Euro-Zone erhielten im Januar 1,4 Prozent mehr Darlehen aus als ein Jahr zuvor.

Seit März 2015 kaufen die Euro-Wächter in großem Umfang Staatsanleihen. Monat für Monat fließen auf diese Weise Milliarden in das Finanzsystem im Währungsraum. Mit dem inzwischen auf 1,5 Billionen Euro angelegten Kaufprogramm will die EZB Banken dazu bewegen, statt in Bonds zu investieren mehr Darlehen an die Wirtschaft zu vergeben. Die für den Euroraum wichtige Geldmenge M3 nahm im Januar um 5,0 Prozent zu. Experten hatten hingegen lediglich mit einem Plus von 4,7 Prozent gerechnet. Die Geldmenge M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit.

Der Werkzeugkasten der EZB

Leitzins

Das wichtigste Instrument ist der Leitzins, also der Zins, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld ausleihen können, um es dann zum Beispiel als Kredit an Unternehmen und Verbraucher weiterzugeben. Im August 2016 liegt der EZB-Zins bei historisch niedrigen 0,0 Prozent. Niedrige Zinsen können die Konjunktur ankurbeln.

Einlagezins

In normalen Zeiten bekommen Geschäftsbanken von der EZB Zinsen für überschüssiges Geld, das sie bei der Zentralbank parken. Im Juni 2014 senkten die Währungshüter den Zins unter die Nullgrenze. Aktuell müssen die Kreditinstitute einen Strafzins von 0,4 Prozent zahlen. Das Ziel ist eine Schwächung des Euro und ein Abbau der Einlagen der Banken bei der EZB.

Geldspritzen

Ende 2011/Anfang 2012 unterstützte die EZB Banken mit Notkrediten (LTRO) im Volumen von einer Billion Euro. Die Kredite wurden zu Mini-Zinsen und für drei Jahre gewährt. 2014 folgten weitere Notkredite, allerdings diesmal in deutlich geringerem Umfang.

Kauf von Kreditpaketen

Seit Herbst 2014 kauft die EZB Pfandbriefe (Covered Bonds) und gebündelte Kreditverbriefungen (ABS). Das soll Geschäftsbanken Freiräume zur Vergabe von Krediten verschaffen.

Staatsanleihen Käufe

Im Mai 2010 begann die EZB erstmals mit dem Kauf von Staatsanleihen. Das „Securities Markets Programme“ (SMP) sollte den Anstieg der Renditen von Anleihen angeschlagener Euro-Länder bremsen. Bis Anfang 2012 kaufte die EZB Staatspapiere für rund 220 Milliarden Euro, zumeist italienische Anleihen. Im September 2012 ersetzte das Programm „Outright Monetary Transactions“ (OMT) diese Maßnahme: Die EZB erklärt sich dabei bereit, notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten zu erwerben. Gekauft wurde in diesem Rahmen bisher keine Anleihe.

Quantitative Lockerung

Für die sogenannte Quantitative Lockerung druckt sich die Zentralbank quasi selbst Geld und kauft damit in großem Stil Anleihen - Staatsanleihen und andere Papiere wie Unternehmensanleihen. Das tut die EZB seit März 2015. Bis mindestens Ende März 2017 wollen die Währungshüter auf diese Weise 1,74 Billionen Euro in den Markt pumpen. Das soll die Konjunktur ankurbeln und die anhaltend niedrige Inflation wieder in Richtung der EZB-Zielmarke von knapp unter 2,0 Prozent befördern.

Von

rtr

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