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12.10.2013

15:50 Uhr

Euro-Rettung

Irland könnte Rettungsschirm bald verlassen

Bis 2014 will Irland sein Haushaltsdefizit auf 4,8 Prozent senken, um so einen Puffer im Fall von Turbulenzen zu haben. Der EU-Währungskommissar räumt Irland gute Chancen ein, als erstes den Rettungsschirm zu verlassen.

Irland könnte den Sprung aus der Krise schaffen. dpa

Irland könnte den Sprung aus der Krise schaffen.

DublinIrland will im kommenden Jahr sein Haushaltsdefizit auf 4,8 Prozent der Wirtschaftsleistung senken. Dann hätte das Land einen Puffer im Fall von internationalen Turbulenzen, sagte Finanzminister Michael Noonan am Samstag. Irland war im November 2010 als zweiter Euro-Staat nach Griechenland mit Hilfen von 85 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt worden. Im Rahmen der Rettungshilfen war für das kommende Jahr, wenn die Finanzhilfen ausgelaufen sind, ein Defizit von maximal 5,1 Prozent vereinbart worden. Im laufenden Jahr wird das Defizit laut Noonan wohl bei 7,3 Prozent liegen.

Zugleich stellte Noonan in Aussicht, dass Irland beim Ausstieg auf die Aufnahme einer zusätzlichen, vorsorglichen Kreditlinie in Höhe von zehn Milliarden Euro verzichten könnte. In diesem Fall würde der Inselstaat aber auch keinen Zugriff auf das OMT-Anleihe-Kaufprogramm der EZB erhalten. „Unsere Barreserven geben uns den Rückhalt, den wir benötigen“, sagte Noonan. Erst am Freitag hatte EU-Währungskommissar Olli Rehn Irland, das als erstes den Rettungsschirm verlässt, „sehr gute Chancen“ eingeräumt, auch ohne Sicherheitsnetz erfolgreich sein zu können.

Die größten Schuldenmacher in der Euro-Zone

Irland

Das höchste Defizit in der Euro-Zone hat Irland. Es beträgt 8,3 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Griechenland

Rund 7,3 Prozent beträgt das Haushaltsdefizit Griechenlands für 2012.

Spanien

Der Krisenstaat auf der Iberischen Halbinsel kommt auf ein Haushaltsdefizit von 6,9 Prozent.

Slowakei

Platz vier unter den größten Schuldensündern belegt mit einem Defizit von 4,8 Prozent die Slowakei.

Portugal

Knapp hinter der Slowakei reiht sich Portugal ein: Hier schlägt 2012 ein Defizit von 4,7 Prozent des Bruttosozialprodukts zu Buche.

Frankreich

Mit Hilfe von Steuererhöhungen und Einsparungen will Frankreich sein Haushaltsdefizit im nächsten Jahr eindämmen. Dieses Jahr beträgt es noch 4,5 Prozent.

Niederlande

Rund 20 Milliarden Euro müssten die Niederlande sparen, um ihr Defizit unter drei Prozent zu drücken. Derzeit liegt es bei 4,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Slowenien

Auch Slowenien ringt mit steigender Verschuldung und schrumpfendem Wirtschaftswachstum. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 4,3 Prozent.

Zypern

„Sparen, kürzen, streichen“: So lautet auch das Motto in Zypern. Das Haushaltsdefizit liegt 2012 bei 3,4 Prozent des Bruttosozialprodukts.

Von

rtr

Kommentare (16)

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Steuermichl

12.10.2013, 17:07 Uhr

Natürlich wollen alle Peripherie-Staaten ihre Defizite in den Griff bekommen. Ausnahmslos. Jedoch stehen bei allen Kandidaten, Griechenland voran, weiter negative Wirtschaftsdaten an. Portugal rudert massiv bei Austeritätsmaßnahmen zurück, Griechenland entlässt nun mal nicht 15.000 Staatsbedienstete, wie vorgesehen, und Frankreich belässt das Rentenalter auf dem vorherigen Stand. Ich sehe nicht, was greift: Austerität wird angekündigt, aber weitgehend entschärft und damit wirkungslos. Wachstum null. Sozialsysteme überlastet durch hohe Jugendarbeitslosigkeit und Beibehaltung des alten Strukturen. Woher soll denn die Reduktion der Defizite kommen ? Etwa von der Anschubfinanzierung durch den ESM oder durch Vermögensverlagerung innerhalb Europas ? Das geht doch alles viel zu langsam, und die globale Wirtschaft wird auch nicht helfen können. Und dann der Euro bei USD 1,36 ! Japan heizt den Export an über eine Yen-Entwertung, und Draghi nimmt den Erzeugern die letzte Chance über einen formidabel hohen Wechselkurs ohne echte Exportwachstums-Aussichten. Seit fünf Jahren nur Absichtserklärungen, die als Jahresprognose für die nächsten zwölf Monate durchgehen sollen. It's disgusting !

Irlands-Zusatzverschuldung

12.10.2013, 20:51 Uhr

Was für eine Beschönigung:

Da versäumt Irland sogar die Mindestzahlungziele und erpresst weitere 25 tilgungsfreie Jahre bei der EZB.

Ohne die beanspruchten EU-Hilfen auch nur im Ansatz zurückzahlen plant Irland nun, sich ZUSÄTZLICH am Kapitalmarkt zu verschulden.

Diesen Gesamtvorgang nennen die Systemmedien " Den Rettungsschirm verlassen" ...

Eine Sprachverdrehung wie in den Medien der untergegangen Ostblockstaaten

Rechner

13.10.2013, 00:10 Uhr

'Irlands-Zusatzverschuldung' phantasiert
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Was für eine Beschönigung:

Da versäumt Irland sogar die Mindestzahlungziele und erpresst weitere 25 tilgungsfreie Jahre bei der EZB.
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Wie belieben?

Welche "Zahlungziele" hat Irland versäumt?

Es wurde auch nichts "bei der EZB erpresst".

Falls Sie den Umtausch von Schuldverschreibungen in Staatsanleihen meinen - die werden von der irischen Notenbank gehalten, und nicht von der EZB.

Und sie werden mit (durchschnittlich - je nach Laufzeit) 2,63% über 6-Monats Euribor verzinst.

Schließlich hat sie die Irische Zentralbank dazu verpflichtet, pro Jahr mindesten eine halbe Milliarde Nennwert der Staatsanleihen zu verkaufen.

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'Irlands-Zusatzverschuldung' phantasiert
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Ohne die beanspruchten EU-Hilfen auch nur im Ansatz zurückzahlen plant Irland nun, sich ZUSÄTZLICH am Kapitalmarkt zu verschulden.
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Von welchen "EU-Hilfen" phantasieren Euer Ehren?

Sollten Sie die Kredite des EFSM meinen, die werden wie folgt fällig:

05.01.2016 5,00 Mrd
17.03.2018 3,40 Mrd
29.09.2018 0,50 Mrd
24.05.2021 4,75 Mrd
22.09.2026 2,00 Mrd
26.06.2027 2,30 Mrd
23.10.2027 1,00 Mrd
27.02.2032 3,00 Mrd
09.01.2042 1,50 Mrd

http://ec.europa.eu/economy_finance/eu_borrower/efsm/

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'Irlands-Zusatzverschuldung' phantasiert
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Diesen Gesamtvorgang nennen die Systemmedien " Den Rettungsschirm verlassen" ...
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Naja - jedenfalls braucht es keine neuen EFSM/EFSF/EMS-Kredite, sondern regelt seine Finanzierung am Kapitalmarkt.

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'Irlands-Zusatzverschuldung' phantasiert
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Eine Sprachverdrehung wie in den Medien der untergegangen Ostblockstaaten
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Starke Worte für jemanden der die relevanten Fakten doch nur sehr ungenügend kennt.

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