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29.01.2010

12:51 Uhr

Euro-Zone

Arbeitslosigkeit erreicht Rekordniveau

Jeder zehnte Europäer ist arbeitslos, in manchem Land erreicht die Quote jedoch das Doppelte. Deutschland sticht mit dem nur moderaten Anstieg der Arbeitslosenzahl positiv hervor.

Kein Mittel gegen Arbeitslosigkeit: Pfefferminzbonbons als Giveaway. dpa

Kein Mittel gegen Arbeitslosigkeit: Pfefferminzbonbons als Giveaway.

HB LUXEMBURG/BRÜSSEL. Angetrieben von der dramatischen Entwicklung in Spanien hat die Arbeitslosigkeit in der Eurozone ein Rekordniveau erreicht. In den 16 Euro-Ländern lag die Quote im Dezember bei zehn Prozent, in der gesamten Europäischen Union bei 9,6 Prozent. In beiden Fällen bedeutet dies einen Anstieg im Vormonatsvergleich um 0,1 Prozentpunkt.

Am schlimmsten im Eurogebiet traf es Spanien mit 19,5 Prozent, das Nicht-Euro-Land Lettland verzeichnete 22,8 Prozent. Der verkrustete spanische Arbeitsmarkt macht besonders jungen Menschen zu schaffen: 44,5 Prozent der Unter-25-Jährigen hatten hier im Dezember keinen Job.

Für das gemeinsame Währungsgebiet ist es die höchste Quote seit August 1998, einem halben Jahr, bevor am 1. Januar 1999 der Euro eingeführt wurde. In der EU mit 27 Mitgliedstaaten erreichte der Anteil der Menschen ohne Job das höchste Niveau seit Beginn der gemeinsamen Berechnung im Januar 2000.

Seit Frühjahr 2008 ist die Arbeitslosenquote sowohl in den 27 Euro- Mitgliedsstaaten als auch in der Eurozone stetig nach oben gegangen. Deutschland kam unter anderem wegen des Kurzarbeitergeldes verhältnismäßig glimpflich davon: Hier lag die Quote bei 7,5 Prozent. Insgesamt hatten in der EU mehr als 23 Mio. Menschen keine Arbeit, davon knapp 15,8 Mio. im Eurogebiet.

Die von Eurostat ermittelten Werte können wegen unterschiedlicher Berechnungsmethoden von den Zahlen abweichen, die in den einzelnen Mitgliedstaaten veröffentlicht werden. Die Angaben zu den Ländern sind nach Ansicht von Fachleuten aber miteinander vergleichbar. Die gemeinsame Zeitreihe der 27 Euro-Staaten beginnt erst im Januar 2000, weil erst seitdem vergleichbare Daten etwa aus Bulgarien und Rumänien vorliegen.

In extrem gebeutelten Spanien droht schon bald jeder Fünfte arbeitslos zu sein. Die Arbeitslosenrate könne in diesem Jahr vorübergehend 20 Prozent erreichen, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Jose Manuel Campo am Freitag. Im Schlussquartal 2009 war die Erwerbslosigkeit der Regierung zufolge auf 18,8 Prozent gestiegen und liegt damit so hoch wie schon seit fast zwölf Jahren nicht mehr. Die Lage droht sich zu verschärfen, weil milliardenschwere Konjunkturprogramme auslaufen.

Die sozialistische Regierung wollte am Freitag einen Sparplan vorstellen, mit dem das Defizit von wohl über zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts in den Jahren 2009 und 2010 wieder unter die EU-Grenze von drei Prozent gebracht werden soll. Spanien hat nach dem Ende des Baubooms mit einem der höchsten Staatsdefizite in der Euro-Zone zu kämpfen.

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