Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.07.2012

11:13 Uhr

Euro-Zone

Die Schrumpfkur geht weiter

Die Euro-Zone kommt wirtschaftlich nicht auf die Beine. Der Einkaufsmanagerindex des Markit-Instituts hat seine Talfahrt zwar gebremst, doch der Abwärtstrend der Industrie droht sich zu beschleunigen.

Blick auf den Hamburger Hafen. Sowohl die Binnen- als auch die Exportnachfrage der Eurozone schwächeln. dpa

Blick auf den Hamburger Hafen. Sowohl die Binnen- als auch die Exportnachfrage der Eurozone schwächeln.

BerlinTrotz der eskalierenden Euro-Krise hat die Industrie im Währungsraum ihre Schrumpfkur nicht weiter verschärft. Der Einkaufsmanagerindex bremste seine Talfahrt und verharrte mit 45,1 Punkten auf dem Vormonatsniveau, teilte das Markit-Institut am Montag nach endgültigen Angaben mit. Zugleich wurde die erste Schätzung um 0,3 Zähler übertroffen. Dennoch blieb das Barometer auf dem tiefsten Stand seit knapp drei Jahren. „Die Daten deuten auf eine Schrumpfung des Industriesektors im zweiten Quartal um zirka ein Prozent hin. Der Abwärtstrend dürfte sich im zweiten Halbjahr 2012 weiter beschleunigen“, sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson.

Für die vier Schwergewichte der Eurozone ging es bergab: In Deutschland fiel der vierte Rückgang in Folge so stark aus wie zuletzt vor drei Jahren. Beschleunigt hat sich die Talfahrt auch in Italien und Spanien, während sich der Abwärtstrend in Frankreich leicht abschwächte.

In der gesamten Euro-Zone fiel der vierte Produktionsrückgang in Folge so kräftig aus wie selten zuvor in den zurückliegenden drei Jahren. Hauptgrund dafür waren die herben Einbußen beim Auftragseingang. Aufgrund der globalen Konjunkturabkühlung sowie der hartnäckigen Politik- und Schuldenkrise in der Eurozone blieben sowohl die Binnen- als auch die Exportnachfrage schwach. Die Auslandsbestellungen gingen so stark zurück wie seit November 2011 nicht mehr. Ins Stocken geraten ist vor allem der Exportmotor in Deutschland, wo die höchsten Verluste seit letztem November zu Buche schlugen. Lediglich Griechenland wies in dieser Kategorie ein noch höheres Minus aus.

Angesichts der schleppenden Marktentwicklung bei gleichzeitig verschärftem Wettbewerb regiert in vielen Firmen der Rotstift. So wurden Jobs insgesamt im höchsten Tempo seit knapp zweieinhalb Jahren abgebaut.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×