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01.04.2015

14:25 Uhr

Euro-Zone

Industrie profitiert von schwacher Währung

Der Euro hat binnen eines Jahres etwa 20 Prozent an Wert zum Dollar verloren. Grund dafür ist die lockere Gelpolitik der Europäischen Zentralbank. Die Industrie profitiert davon – und kommt immer besser in Schwung.

Die Unternehmen in der Währungsunion verzeichneten das kräftigste Auftragsplus seit fast einem Jahr. Da sie so viele Mitarbeiter einstellten wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr, rechnen sie mit einem anhaltenden Aufwärtstrend. dpa

Industrie im Aufschwung

Die Unternehmen in der Währungsunion verzeichneten das kräftigste Auftragsplus seit fast einem Jahr. Da sie so viele Mitarbeiter einstellten wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr, rechnen sie mit einem anhaltenden Aufwärtstrend.

BerlinDie Konjunktur in der Euro-Zone kommt wegen des schwächeren Euro immer besser in Schwung. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie kletterte im März um 1,2 auf 52,2 Zähler. Das ist der höchste Wert seit zehn Monaten, teilte das Markit-Institut am Mittwoch zu seiner Umfrage unter 3000 Unternehmen mit. Bereits ab 50 zeigt das Barometer ein Wachstum an.

„Die Hersteller profitieren derzeit in doppelter Hinsicht vom schwachen Euro“, erklärte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. „Dieser erhöht die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auf den Exportmärkten und verteuert die Importe von Konkurrenzprodukten in die Euro-Zone.“ Die Gemeinschaftswährung hat binnen eines Jahres etwa 20 Prozent an Wert zum Dollar verloren. Grund dafür ist die extrem lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB).

„Es sieht danach aus, als ob die Dynamik der Industrie in der Euro-Zone größer ist als ihrer Wettbewerber“, sagte Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank. In den USA, China und Japan fielen die Daten zuletzt enttäuschend aus. Die Unternehmen in der Währungsunion verzeichneten hingegen das kräftigste Auftragsplus seit fast einem Jahr. Da sie so viele Mitarbeiter einstellten wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr, rechnen sie offenbar mit einem anhaltenden Aufwärtstrend. Im Februar war die Arbeitslosenquote in der Euro-Zone auf den tiefsten Stand seit knapp drei Jahren gefallen.

Einen kräftigen Aufschwung sieht das Markit-Institut aber noch nicht. „Die wirtschaftliche Erholung ist noch nicht über das Anfangsstadium hinausgekommen, die Wachstumsrate bleibt weiterhin gering“, sagte Williamson. „Ein wichtiger Faktor ist hierbei, dass der Industriesektor in Frankreich, Griechenland und Österreich noch immer einen Rückgang verzeichnet und damit die Belebung der Euro-Zone hemmt.“

Die EZB hob in diesem Monat ihre Wachstumsprognose für 2015 von 1,0 auf 1,5 Prozent an. Die Verbraucher werden auch durch gesunkene Benzinpreise entlastet.

Von

rtr

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