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06.03.2012

11:49 Uhr

Euro-Zone

Konjunkturdaten belegen milde Rezession

Kein Wachstum in der Euro-Zone: Eurostat hat die aktuellen Daten zur Wirtschaftsleistung vorgelegt - und EU-Währungskommissar Olli Rehn spricht von Rezession. Und zumindest kurzfristig bleibt die Entwicklung rückläufig.

Olli Rehn bestätigt eine Rezession im Euro-Raum. AFP

Olli Rehn bestätigt eine Rezession im Euro-Raum.

BrüsselDie Euro-Zone befindet sich nach Worten von EU-Währungskommissar Olli Rehn derzeit in einer milden Rezession. „Zugleich gibt es aber auch Zeichen einer Stabilisierung“, sagte Rehn am Dienstag in Paris. Es sei zuversichtlich, dass in den nächsten Monaten eine Trendwende möglich sei. Dank der großzügigen Geldspritzen der Europäischen Zentralbank für drei Jahre sei die Gefahr einer Kreditklemme gebannt worden, betonte Rehn. Für 2012 sagt die EU-Kommission den 17 Euro-Ländern einen Rückgang der Wirtschaftskraft um 0,3 Prozent voraus. Ab der Jahresmitte soll es aber wieder bergauf gehen und das Bruttoinlandsprodukt pro Quartal zulegen, heißt es in der jüngsten Kommissionsprognose.

Die Staatsschuldenkrise bremst allerdings die Wirtschaft der Euro-Länder. Ein schwacher Konsum und sinkende Exporte ließen im vierten Quartal 2011 das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal sinken. Das teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Dienstag in Luxemburg mit und bestätigte damit ihre erste Schätzung.

Sowohl bei den Verbrauchern wie auch bei den Unternehmen zeigte sich die Bremsspur. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte sanken um 0,4 Prozent. Firmen investierten 0,7 Prozent weniger als im Vorquartal, die Exporte sanken um 0,4 Prozent.

Erstmals seit zweieinhalb Jahren schrumpfte somit die Wirtschaftsleistung im Euro-Raum wieder. Ein Minus hatte es zuletzt im Frühjahr 2009 gegeben, damals waren es 0,2 Prozent. Zum Jahresende 2011 betrug der Rückgang in Deutschland 0,2 Prozent, in Italien 0,7 Prozent. Frankreich konnte dagegen ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent verzeichnen. Besonders stark sank das BIP im hoch verschuldeten Portugal mit minus 1,3 Prozent.

Insgesamt lief das Jahr 2011 aber gut für die Wirtschaft im Euro-Raum, die laut Eurostat um 1,4 Prozent zulegte. Damit revidierten die Statistiker ihre erste Schätzung um 0,1 Prozentpunkte nach unten.

Von

rtr

Kommentare (3)

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denk.mal

06.03.2012, 12:41 Uhr

Da bin ich Herrn Rehn aber dankbar, dass es eine MILDE Rezession ist und es in Europa ab der Jahresmitte wieder aufwärts geht. Das wird sicher daran liegen, dass in Griechenland, Spanien, Portugal, Italien und den Niederlanden dann neue Sparmaßnahmen greifen, was bekanntlich die Konjunktur ankurbelt. Außerdem wird dann das Vertrauen der Investoren in Anleihen von Eurozonen-Staaten weiter nachgelassen haben, wodurch die Staaten billiger an frisches Geld kommen.

Oder verwechsle ich da jetzt etwas...

Thomas-Melber-Stuttgart

06.03.2012, 14:38 Uhr

Statt "M" vielleicht "W" - wie "wilde Rezession"?

DERRichter

06.03.2012, 14:52 Uhr

Hier wird zu viel Gesundbeterei betrieben. Angesichts der
großen Einbrüche des Bruttoinlandsproduktes in Deutschland
in 2009 um gut 5 Prozent, konnten 2010 und 2011 gerade die Wachstumsverluste der Wirtschaftskrise kompensiert werden.
Nun bahnt sich schon die nächste Rezession an, und ich sage voraus, dass auch wir in Deutschland 2012 wohl real schrumpfen werden, auch wenn unser in den letzten Jahrzehnten wenig treffsicherer Sachverständigenrat selbiges momentan noch hochgradig bestreitet.

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