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01.04.2011

15:00 Uhr

Euro-Zone

Teure Rohstoffe bremsen Industrie aus

Die Industrie in der Euro-Zone hat wegen steigender Kosten, Unruhen in Nordafrika und der Naturkatastrophe in Japan an Schwung verloren. Der Einkaufsmanagerindex sank im Vergleich zum Februar um 1,5 auf 57,5 Zähler.

Stahlarbeiter am Hochofen: Teure Rohstoffe machen den Unternehmen zu schaffen. Quelle: dpa

Stahlarbeiter am Hochofen: Teure Rohstoffe machen den Unternehmen zu schaffen.

BerlinDie Geschäfte der Industrie-Unternehmen liefen zwar auch im März prächtig, wie am Freitag aus einer Markit-Umfrage unter rund 3000 Firmen hervorging. Allerdings hätten die Betriebe geringere Zuwächse bei Produktion und im Neugeschäft verzeichnet. Zugleich steigen die Kosten. Experten rechnen damit, dass nun ein Wendepunkt in der Industriekonjunktur erreicht sein könnte. „Obwohl sich dies in anderen Unternehmensumfragen bislang nicht niedergeschlagen hat, hinterlassen die internationalen Krisen, der steigende Ölpreis
und der festere Euro möglicherweise doch so allmählich gewisse Bremsspuren“, sagte Postbank-Experte Heinrich Bayer.

Der Markit-Einkaufsmanagerindex sank im Vergleich zum Februar um 1,5 auf 57,5 Zähler, lag aber immer noch deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. In einer ersten Schätzung waren die Forscher noch von einem nicht ganz so starken Rückgang ausgegangen. Am besten liefen die Geschäfte in Österreich und in den Niederlanden. Deutschland gehört ebenfalls zur Spitzengruppe: Hier sank der Markit/BME-Einkaufsmanagerindex zwar auf 60,9 Punkte von 62,7 Zählern im Vormonat. Damit notiert das Barometer aber immer noch weit über dem langjährigen Durchschnitt von 52,2 Zählern und signalisiert kräftige Zuwächse.

In Griechenland kam es hingegen trotz des höchsten Umfragewertes seit Januar 2010 erneut zu Wachstumseinbußen. Diese großen Unterschiede in der Euro-Zone der zwei Geschwindigkeiten bleiben auch am Arbeitsmarkt bestehen. „So kontrastiert der robuste Produktionszuwachs und der Rekord-Jobaufbau in Deutschland mit anhaltend rückläufiger Beschäftigung in Spanien und Griechenland infolge schwacher Produktionszuwächse oder -einbußen“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Die Industrie der Euro-Zone dürfte ihre Produktion im ersten Quartal um rund zwei Prozent gesteigert haben.

Kommentare (1)

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05.04.2011, 07:57 Uhr

Generell werden Engpässe bei einigen Rohstoffen uns in den nächsten Jahrzehnten noch erheblich zu schaffen machen. Damit wird Wirtschaftswachstum grundsätzlich problematischer werden. Die weitere Kalkulation der Kostenpreise und damit auch der Angebotspreise dürfte die Nachfrage dämpfen.

Es ist höchst fraglich, ob und in welchem Umfang die daraus resultierenden Wachstumshemmnisse durch andere Sektoren aufgefangen bzw. überspielt werden kann.

Die Geldpolitik der Zentralbanken wird derartige Preisauftriebe kaum bremsen können. Hier stehen nicht konjunkturell bedingte Überhitzungen im Vordergrund, wir haben es mit strukturellen Erscheinungen zu tun.

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