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14.06.2012

12:45 Uhr

Euro-Zone

Verbraucherpreise bleiben niedrig und zu hoch

Die Inflation in den Euro-Ländern ist zwar so niedrig wie seit über einem Jahr nicht mehr. Allerdings liegt sie noch immer über der kritischen EZB-Marke von zwei Prozent. Auch das Wachstum bleibt insgesamt schwach.

Eine Installation mit dem Euro-Zeichen vor der Europäischen Zentralbank (EZB) dpa

Eine Installation mit dem Euro-Zeichen vor der Europäischen Zentralbank (EZB)

BrüsselBilligeres Tanken und Heizen dämpft die Inflation in der Euro-Zone. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Mai um durchschnittlich 2,4 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit 15 Monaten, teilte Eurostat heute in Brüssel mit. Im April waren es noch 2,6 Prozent. Grund für den Rückgang sind vor allem fallende Ölpreise, wodurch sich Benzin, Diesel und Heizöl verbilligten.

Trotz des Rückgangs verharrt die Teuerungsrate über der Marke von zwei Prozent, bis zu der die Europäische Zentralbank (EZB) von stabilen Preisen spricht. Ihr Präsident Mario Draghi geht davon aus, dass sie in diesem Jahr nicht mehr unter diese Schwelle fallen wird. Das soll erst 2013 der Fall sein. Die EZB rechnet dann mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 1,6 Prozent, nach 2,4 Prozent in diesem Jahr.

„Das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum ist weiterhin schwach, und die erhöhte Unsicherheit belastet das Vertrauen und die Stimmung, wodurch sich höhere Abwärtsrisiken für die wirtschaftlichen Aussichten ergeben“, schrieb die EZB heute in ihrem Monatsbericht für Juni und schloss sich damit den einleitenden Bemerkungen von EZB-Präsident Mario Draghi auf der Pressekonferenz am 6. Juni an. „Der EZB-Rat wird die weiteren Entwicklungen genau beobachten und durch entschlossenes und rechtzeitiges Handeln mittelfristig Preisstabilität im Euro-Raum gewähren.“

Die EZB hat in der vergangenen Woche den Leitzins unverändert auf einem Rekordtief von einem Prozent belassen. Einige wenige EZB-Ratsmitglieder hätten sich auf der Sitzung in der vergangenen Woche jedoch für eine Zinssenkung ausgesprochen, sagte Draghi auf der Pressekonferenz. Das heizte Spekulationen an, dass die Währungshüter bereits im Juli handeln könnten, nachdem die Staatsschuldenkrise das Wachstum belastet und den Preisdruck dämpft. In Griechenland finden am Wochenende Wahlen statt, bei denen Parteien an die Macht kommen könnten, die gegen die Konditionen der Rettungspakete des Landes sind. Auch könnte dies zu einem Ausstieg Griechenland aus der Währungsunion führen.

Gleichzeitig bleibt die Inflation im Euroraum über der EZB- Obergrenze von zwei Prozent. „Wenngleich die Inflationsrate im weiteren Verlauf dieses Jahres über der Zwei-Prozent-Marke bleiben dürfte, geht der EZB-Rat davon aus, dass sich die Preise über die geldpolitisch relevante Frist weiterhin im Einklang mit Preisstabilität entwickeln“, schrieb die EZB im Monatsbericht.

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