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25.02.2014

16:11 Uhr

Euro-Zone

Wirtschaft wächst – Schulden steigen

Die EU-Kommission erwartet, dass die Euro-Zone um 1,2 Prozent wächst. Damit hebt sie ihre Prognose leicht an. Die Krisenländer plagen aber immer noch große Probleme. Die Deutsche Bank warnt schon vor Optimismus.

Gerät Europa langsam aus der Schieflage heraus? Aktuelle Daten bieten Grund zur Hoffnung. dpa

Gerät Europa langsam aus der Schieflage heraus? Aktuelle Daten bieten Grund zur Hoffnung.

Brüssel/BerlinDie EU-Kommission traut der Euro-Zone nach zwei Rezessionsjahren einen zarten Aufschwung zu. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr um 1,2 und 2015 um 1,8 Prozent wachsen, schrieb die Brüsseler Behörde am Dienstag in ihrer Winterprognose. Sie hob damit ihre bisherige Vorhersage minimal an. „Die Konjunktur in Europa fasst nun Tritt“, sagte Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn. Achillesferse bleibt allerdings die hohe Arbeitslosigkeit. Zudem dürfte die Neuverschuldung in einigen Krisenländern wie Spanien, aber auch in Frankreich, selbst im kommenden Jahr noch die Drei-Prozent-Defizitgrenze übersteigen.

Rehn fordert die Euro-Staaten deshalb auf, ihre Reformen fortzusetzen. „Auch wenn die schlimmste Phase der Krise inzwischen hinter uns liegen mag, dürfen wir uns jetzt nicht selbstzufrieden zurücklehnen“, warnte der Kommissar. „Denn noch immer nimmt sich die Erholung relativ bescheiden aus.“ Sollten die Reformen ins Stocken geraten, drohe ein erneuter Vertrauensverlust an den Finanzmärkten. Das wiederum stelle die größte Bedrohung für den erwarteten Aufschwung dar.

Die Deutsche Bank warnt daher auch vor verfrühtem Optimismus. Es bestehe durchaus das Risiko, dass der Wachstumskurs auf dem Spiel steht, falls die Länder in ihren Spar- und Reformbemühungen nachlassen. „Frankreich und Italien, die beiden größten Problemländer Europas, haben noch nicht einmal richtig mit Reformen begonnen, und Deutschland gibt keine Orientierung mehr, da es seine Vorbildrolle als Reformlokomotive jüngst aufgegeben hat“, sagte der Europa-Analyst der Deutschen Bank, Nicolaus Heinen, Handelsblatt Online.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

Im laufenden Jahr gebe es zudem drei weitere Quellen von Unsicherheit. Heinen nannte politische Risiken im Nachgang der Europawahl, Unsicherheiten im Vorfeld des Bankenbilanztests (Asset Quality Review) der Europäischen Zentralbank (EZB), die Auswirkungen auf das Kreditangebot haben könnten sowie die Frage, wie das Bundesverfassungsgericht abschließend über das EZB-Staatsanleihen-Aufkaufprogramm OMT entscheiden wird. „Diese Risiken könnten die Erholung gefährden“, sagte der Deutsche-Bank-Ökonom.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

25.02.2014, 15:40 Uhr

Handelsblatt, eure Meldungen werden ja immer Dreister, Dümmer und Unverfrohrener!
Mehr Politatrappen Konformismus geht wohl nicht mehr, wobei ich mir da bei euch nicht mehr sicher bin!
Wo sind in dem Bericht nachvollziehbare Fakten, für die in der Headline gemachte Behauptung, dass die Wirtschaft im Euroraum wächst? Sie beziehen sich auf Europa, also sollten die Fakten auch Europa betreffen!
Es wird mit ihnen immer unerträglicher und man kann nur hoffen, dass das bei diesem Portal richtig dokumentiert wird: www.tribunal-popular.eu

Kreuzer1965

25.02.2014, 16:31 Uhr

Schön Berechnet alles für EU Wahl
http://www.godmode-trader.de/artikel/europa-rechnet-die-schulden-klein,3673502

Account gelöscht!

25.02.2014, 16:46 Uhr

Und, was ist das fuer eine Nachricht?
"Die Deutsche Bank warnt nach Veröffentlichung der EU-Konjunkturprognose vor verfrühtem Optimismus. Es bestehe durchaus das Risiko, dass der Wachstumskurs auf dem Spiel stehe, falls die Länder in ihren Spar- und Reformbemühungen nachlassen: "Frankreich und Italien, die beiden größten Problemländer Europas, haben noch nicht einmal richtig mit Reformen begonnen, und Deutschland gibt keine Orientierung mehr, da es seine Vorbildrolle als Reformlokomotive jüngst aufgegeben hat", sagte der Europa-Analyst der Deutschen Bank, Nicolaus Heinen, "Handelsblatt-Online". Im laufenden Jahr gebe es zudem drei weitere Quellen von Unsicherheit.

Heinen nannte politische Risiken im Nachgang der Europawahl, Unsicherheiten im Vorfeld des Bankenbilanztests der Europäischen Zentralbank (EZB), die Auswirkungen auf das Kreditangebot haben könnten sowie die Frage, wie das Bundesverfassungsgericht abschließend über das EZB-Staatsanleihen-Aufkaufprogramm OMT entscheiden wird. "Diese Risiken könnten die Erholung gefährden", sagte der Ökonom der Deutschen Bank."
Deutsche Bank lanciert nun auch schon Verschwoerungstheorien, gell Handelsblatt, ihr wisst es besser, es ist alles im gruenen Bereich, weiter so!

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