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13.01.2003

18:14 Uhr

Eurokonjunktur-Indikator stagniert zum dritten Mal in Folge

Euro-Zone bleibt neue Rezession erspart

Die Wirtschaft im Euro-Raum wird in den nächsten Monaten auf der Stelle treten. Das signalisiert der Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator. Eine gute Nachricht: Der von vielen Ökonomen befürchtete zweite Abschwung wird damit unwahrscheinlicher.

HB DÜSSELDORF. Die Euro-Zone kommt wohl mit einem blauen Auge davon: Eine neue Rezession dürfte dem Währungsraum in diesem Winter erspart bleiben, signalisiert der Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator. Das Barometer, das dem Wirtschaftswachstum etwa drei Monate voraus läuft, verharrte im Januar zum dritten Mal in Folge auf dem Stand des Vormonats. „Die Konjunktur in der Euro-Zone schwebt vorerst weiter zwischen Hoffen und Bangen“, kommentiert Ulrich van Suntum, Ökonomie-Professor an der Universität Münster, der den Indikator berechnet.

Kein neues Abschwungsignal

Nach einer Reihe schlechter Wirtschaftsdaten hatten in den vergangenen Wochen immer mehr Ökonomen vor einer zweiten Rezession in der Euro-Zone gewarnt. Zuletzt sah auch die EU-Kommission Anzeichen für einen neuen Konjunktur- Einbruch und schloss ein Schrumpfen des Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal nicht aus. Der Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator liefert dagegen derzeit kein neues Abschwungsignal: Das Barometer signalisiert für April ein Wirtschaftswachstum von 1,9 % in gleitender Jahresrate. Allerdings macht der Indikator damit auch keine Hoffnungen auf eine schnelle Besserung der Wirtschaftslage.

Verbraucher bremsen die Konjunktur aus

Die Notenbanken der Länder der Zehnergruppe (G10) rechnen für 2003 mit einem langsamen und stetigen Wachstum der Weltwirtschaft, das sich im Laufe des Jahres beschleunigen sollte. Dabei dürfte das Wachstum in der Euro-Zone moderater ausfallen als in den USA, hieß es am Montag im Anschluss an die monatliche Sitzung der Zentralbankvertreter bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel.

>>Tabellen und Grafiken

Wichtigster Bremsklotz der Konjunktur in der Euro-Zone sind derzeit die privaten Verbraucher: Seit drei Monaten hat sich ihre Stimmung massiv verdüstert; in Deutschland war der Einbruch besonders drastisch. „Woher auch immer man neuen Schwung für die Euro-Konjunktur erhoffen mag, der private Konsum dürfte dabei auf absehbare Zeit ein Totalausfall sein“, sagt van Suntum. Der allgemeine Generalstreik der Konsumenten hat vor allem psychologische Gründe – ihre eigene finanzielle Zukunft schätzen die europäischen Verbraucher gar nicht so schlecht ein. Etwas optimistischer als die Konsumenten sind die Unternehmer: Obwohl die Produktion in der Industrie noch schleppend läuft, hat sich die Stimmung in den vergangenen Monaten aufgehellt.

Allerdings gibt es derzeit gleich mehrere Risiken für die labile Konjunktur: Der drohende Irak-Krieg, der deutlich gestiegene Ölpreis und der starke Euro. „All dies kann in kürzester Zeit alle Hoffnungen auf einen neuen Aufschwung zunichte machen“, warnt van Suntum.

Mehr zum Handelsblatt-Eurokonjunktur-Indikator lesen Sie am Dienstag im Handelsblatt

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