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15.06.2013

10:17 Uhr

Europäische Integration

Ökonom Burda will Bundesbank abschaffen

Der Ökonom Michael Burda hält die Nationalbanken für einen „Stolperstein“ auf dem Weg zur europäischen Integration – und will sie deshalb auflösen. Das soll die EZB stärken.

Wenn es nach Ökonom Michael Burda ginge, würde die Bundesbank abgeschafft. Reuters

Wenn es nach Ökonom Michael Burda ginge, würde die Bundesbank abgeschafft.

Wenn es nach Ansicht des Berliner Ökonomen Michael Burda geht, würde es die Bundesbank bald nicht mehr geben. In einem Gastbeitrag für die „Wirtschaftswoche“ fordert Burda, die nationalen Banken in Europa abzuschaffen, um die Europäische Zentralbank (EZB) zu stärken. „Das Fortbestehen nationaler Zentralbanken scheint mir ein Stolperstein auf dem Weg zur Integration Europas zu sein“, schreibt Burda, Ökonom an der Humboldt-Universität. Stattdessen will er ein Zentralbanksystem ähnlich wie in den USA aufziehen.

Burda kritisiert in dem Beitrag den zu großen Einfluss nationaler Regierungen auf die EZB. Deshalb will der Ökonom regionale Zentralbanken einführen, die für mehrere Länder gleichzeitig zuständig sind. Auch in den USA ist das Federal-Reserve-System in Distrikte aufgeteilt, die für mehrere Bundesstaaten verantwortlich sind. Davon verspricht sich Burda „eine neutrale und von den Nationalstaaten und ihren Regierungen unabhängige Kreditvergabe und Geldpolitik“.

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In den regionalen Zentralbanken sollten die betroffenen Länder je nach ihrer Stärke vertreten sein, schreibt Burda. Das würde auch Deutschland zugute kommen. „Im neu strukturierten System der Europäischen Zentralbanken könnten die Führungsgremien von Nationalstaaten nominiert und vom Europaparlament bestätigt werden. Dabei sollte sich die Zusammensetzung der Ländervertreter an den relativen Bevölkerungsgewichten der Distrikte orientieren, mit dem Vorteil, dass die Deutschen besser vertreten wären.“ Insgesamt schlägt Burda fünf Regionalbanken vor, die für den Norden, Westen, Süden, Osten und die Mitte der Euro-Zone verantwortlich wären.

Durch diesen Umbau will der Ökonom verhindern, dass die EZB weiter so stark politisiert wird. In einer Währungsunion sollten die Maßnahmen der Zentralbank entpolitisiert sein, so Burda. „Ihre Refinanzierungskredite sollten allein nach wirtschaftlichen Kriterien vergeben werden. Das Geld muss dorthin fließen, wo die Marktakteure Kredite am dringendsten benötigen, nicht dorthin, wo der Staat seine Defizite finanzieren will.“

Von

lih

Kommentare (27)

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Account gelöscht!

15.06.2013, 10:32 Uhr

Wer das US-System als großes Vorbild propagiert, gehört für immer ewig in die Gummizelle weggesperrt. Bernanke kann er gleich mitnehmen! News aus Detroit gefällig:

http://www.handelsblatt.com/politik/international/motor-city-vor-dem-bankrott-in-detroit-gehen-die-lichter-aus/8354426.html

RD1

15.06.2013, 10:34 Uhr

"Stattdessen will er ein Zentralbanksystem ähnlich wie in den USA aufziehen."
Einverstanden, wenn die Euro-Länder dann auch Ihre Target-Salden jedes Jahr ausgleichen.
Denn nur so funktioniert das System.

Steuerschaetzer

15.06.2013, 10:42 Uhr

"Auch in den USA ist das Federal-Reserve-System in Distrikte aufgeteilt, die für mehrere Bundesstaaten verantwortlich sind. Davon verspricht sich Burda „eine neutrale und von den Nationalstaaten und ihren Regierungen unabhängige Kreditvergabe und Geldpolitik“.

Herr Burda war zu lange in den USA. Europa ist nicht die USA. Und die amerikanische Geldpolitik ist sicher nicht ein großes Vorbild. Wo bleiben denn die beschäftigungspolitischen Impulse in den USA? Wo wurden und werden die sozialn Unterschiede in den USA eingebnet? Mit Geldpolitik kann man keine nachaltigen Arbeitsplätze schaffen, nur die nächste Blase wird erzeugt. Siehe die "Erfolge" von Grenspan: Blasenmeister aller Zeiten. Auch für Burda gilt: hättest Du geschwiegen, wärst Du Philosoph geblieben.

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