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24.11.2014

12:29 Uhr

Europäische Zentralbank

Osteuropa wächst schneller als Euro-Zone

EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny lobt die EU-Kommission für ein Investitionsprogramm. Gleichzeitig mahnt er die EZB, neue Maßnahmen zur Deflationsabwehr nicht zu überstürzen: Bei Geldpolitik brauche man eine ruhige Hand.

In der Debatte um Abwehrmittel einer Deflation in der Euro-Zone mahnte EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny zur Besonnenheit. Reuters

In der Debatte um Abwehrmittel einer Deflation in der Euro-Zone mahnte EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny zur Besonnenheit.

WienNach der Einschätzung von EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny wird die Wirtschaft in Osteuropa trotz der Ukraine-Krise langfristig weiter schneller wachsen als die Euro-Zone. Allerdings werde sich der Abstand verringern: Das Bruttoinlandsprodukt werde in der Region künftig um weniger als zwei Punkte und nicht mehr um bis zu vier Punkte schneller wachsen als die Euro-Zone.

Um das Wachstum in Europa anzukurbeln, müssten die Investitionen wieder anziehen. Zuletzt hatten viele Firmen auch wegen der unsicheren politischen Aussichten weniger Geld ausgegeben.

Die EU-Kommission setze mit ihrem 300 Milliarden Euro schweren Investitionsprogramm die richtigen Impulse, lobte Nowotny. „Dieses Paket sollte nicht nur für kurzfristigen Schwung sorgen, sondern auch das Potenzial für langfristiges Wachstum in Europa verbessern.“

Nowotny mahnte in der Debatte um den Einsatz weiterer Mittel zur Abwehr einer Deflation in der Euro-Zone jedoch zur Besonnenheit: Zunächst sollte die Europäische Zentralbank die Wirkung der bereits beschlossenen Maßnahmen abwarten.

„Geldpolitik hat immer mit langen Wirkungsverzögerungen zu tun, das ist etwas, wo man eine ruhige Hand haben sollte“, sagte Nowotny am Montag in Wien. Es sei daher auch noch kein Zeitpunkt absehbar, an dem die Notenbank über den Einsatz neuer Maßnahmen beraten müsse.

Zwar liege die Inflation in der Euro-Zone derzeit klar unter dem EZB-Ziel von knapp unter zwei Prozent. „Das ist sicherlich etwas, was wir als Abweichung von unserer Zielgröße mittelfristig zu beachten haben“, sagte der Zentralbanker. Er fügte aber hinzu: „Wir glauben, dass die Inflationserwartungen mittelfristig nach wie vor verankert sind.“

EZB-Präsident Mario Draghi hatte am Freitag gesagt, er werde die schwache Teuerung wenn nötig mit allen Mitteln anheizen, um die Konjunktur in der Euro-Zone zu beleben. Dafür sei die EZB bereit, bei Bedarf noch stärker an den Finanzmärkten zu intervenieren und über Wertpapierkäufe – auch über den umstrittenen Kauf von Staatsanleihen – mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen. „Ohne unnötige Verzögerung.“

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr der Ringe

24.11.2014, 12:47 Uhr

>> Nach der Einschätzung von EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny wird die Wirtschaft in Osteuropa trotz der Ukraine-Krise langfristig weiter schneller wachsen als die Euro-Zone. >>

Übersetzt bedeutet das, dass Westeuropa noch mehr Geld über Brüssel Richtung maroder Osteuropäer verschieben wird.

Wovon sollen die bankrotten Ostblockstaaten denn wachsen ?

Von heisser Luft, die ihre sogenannten Eliten produzieren ?

Die Westeuropäer werden stärker bluten müssen, um die Südländer und die Osteuropäer über Wasser zu halten.

Alles andere wäre gelogen !

Herr Kurt Küttel

27.11.2014, 14:01 Uhr

Wenn man wirtschaftlich aus der Steinzeit kommt, dann sind hohe prozentuale Wachstumsraten wohl kein grosses Problem, oder? in 4 Wochen ist Weihnachten, dieses Info ist genauso spektakulär.

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