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02.03.2006

16:54 Uhr

Europäische Zentralbank

Trichet deutet weitere Zinserhöhungen an

Nach der Anhebung des maßgeblichen Leitzinses auf 2,50 Prozent dürfte die Europäische Zentralbank weitere Zinsschritte nach oben folgen lassen: Präsident Jean-Claude-Trichet ließ durchblicken, dass er entschlossen ist, die Inflation zu dämpfen.

Jean-Claude-Trichet. Foto: AP

Jean-Claude-Trichet. Foto: AP

HB FRANKFURT. „Wir werden das Notwendige tun, um Preisstabilität zu wahren“, betonte Trichet am Donnerstag in Frankfurt. Der Rat hatte zuvor den Leitzins einstimmig von 2,25 auf 2,50 Prozent angehoben. Volkswirte gehen davon aus, dass die Notenbank die Geldpolitik weiter straffen wird und bereits im Juni die Zinsen erneut erhöht. Die Mehrheit rechnet mit einem Zinsniveau von 3,00 bis 3,50 Prozent zum Jahresende. Damit würden die Zinsen etwa alle drei Monate steigen.

Wie wirkt eine Leitzinserhöhung? Lesen Sie es im Handelsblatt-Wirtschaftswiki nach - und wenn Ihnen die Erklärung nicht ausreicht, ergänzen und verbessern Sie sie:

» Leitzinsen im Wirtschaftswiki.

„Wir legen uns nicht im Vorhinein fest, sondern wir werden die Datenlage prüfen“, sagte Trichet, deutete aber gleichzeitig weitere Erhöhungen an, indem er betonte, dass sich die Notenbank in der gleichen Situation wie im Dezember 2005 befinde. Damals hatte die EZB die Zinswende eingeleitet und nach einer langen Niedrigzinsphase zum ersten Mal seit fünf Jahren die Zinsen angehoben. Für die Verbraucher verteuern sich damit Kredite, während Sparguthaben höher verzinst werden.

Nach Ansicht der Zentralbank wächst die Wirtschaft schneller als erwartet. Gleichzeitig sei die Inflationsgefahr auch wegen der anhaltend hohen Ölpreise gewachsen. Die anstehende Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland 2007 wird die Gefahr nach gängiger Einschätzung verschärfen. Die moderaten Lohnerhöhungen hätten den Preisauftrieb bislang begrenzt. „Die Zinsen sind weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau und stützen die wirtschaftliche Entwicklung“, betonte Trichet.

Die Notenbank schätzt das Risiko für die Inflation höher ein als zuvor. Die neuen Prognosen der Bank zu Teuerung und Wachstum geben den Geldpolitikern neue Argumente dafür, den Geldhahn zuzudrehen. 2006 rechnen sie mit einer durchschnittlichen Inflationsrate von 2,2 statt 2,1 Prozent. Die Wirtschaft im Euro-Raum werde um 2,1 statt 1,9 Prozent zulegen. Auch im Februar blieb die Teuerung in der Euro-Zone mit 2,3 Prozent über der entscheidenden Zwei-Prozent-Grenze. Nur bis zu dieser Marke ist nach Auffassung der EZB Preisstabilität im gemeinsamen Währungsgebiet der zwölf Staaten gewährleistet.

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