Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.06.2011

16:09 Uhr

Europäische Zentralbank

Trichet deutet Zinserhöhung im Juli an

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen in der Eurozone aber vorerst nicht weiter erhöht. Doch lange wird es nicht mehr beim Satz von 1,25 Prozent bleiben - sofern die Griechenland-Krise das zulässt.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet. Quelle: dpa

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen in der Eurozone vorerst nicht weiter erhöht. Der EZB-Rat beließ den wichtigsten Leitzins am Donnerstag bei 1,25 Prozent, wie die EZB in Frankfurt am Main mitteilte.

Volkswirte hatten die Bestätigung erwartet, gehen aber davon aus, dass die EZB die nächste Leitzinserhöhung bereits Anfang Juli ankündigt. Trichet gebrauchte in seiner Erklärung der Entscheidung die Formulierung „hohe Wachsamkeit“ hinsichtlich der Preisentwicklung. Das gilt bei den Beobachtern als Signal für eine Anhebung des Leitzinses im folgenden Monat, üblicherweise um einen Viertelprozentpunkt.

Trichet erklärte, die anhaltende Teuerung beruhe weiterhin vor allem auf steigenden Energie- und Rohstoffpreisen. Er versicherte, die EZB werde alles tun, um einen breit angelegten Inflationsdruck zu verhindern. Die EZB will mit der Zinssteigerung die zunehmende Inflation eindämmen. Nach Definition der Zentralbank gilt Preisstabilität erreicht, wenn die Teuerung „unter, aber nahe bei 2 Prozent“ bleibt. Die Inflationsrate im Euroraum hat aber im Mai 2,7 Prozent erreicht.

Die Preise in der Eurozone werden der neuesten EZB-Schätzung in diesem Jahr deutlich stärker steigen als bislang angenommen. Getrieben von einem Schub bei den Energie- und Rohstoffpreisen werde die Inflation im laufenden Jahr auf 2,6 Prozent (Spanne: 2,5 bis 2,7) zulegen, sagte Trichet am Donnerstag in Frankfurt am Main. Bisher hatte die EZB mit einer Teuerungsrate von 2,3 Prozent gerechnet.

Schon im April hatte die EZB eine Zinswende eingeleitet und den Leitzins von 1,0 Prozent auf 1,25 Prozent angehoben. Seit 13. Mai 2009 lag der sogenannte Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Banken bei der EZB Geld leihen, auf dem historischen Tief von 1,0 Prozent.

Volkswirte sehen die Notenbank derzeit in der Zwickmühle. Die Inflation zieht an - das spricht für höhere Zinsen. Doch höhere Zinsen würden Schuldensünder wie Griechenland zusätzlich belasten. Das verhindert faktisch einen schnellen Ausstieg aus der Politik des extrem billigen Geldes, obwohl die EZB-Spitze immer wieder betont, sie könne keine Rücksicht auf einzelne Euro-Staaten nehmen.

Zuletzt war das griechische Problem noch brisanter geworden: Athens gigantischer Schuldenberg zwingt zu weiteren Milliardenhilfen. Politik und Notenbanker ringen um Lösungen. Gegen eine Umschuldung machen führende Notenbanker seit Wochen Front. Jegliche Form der Schuldenerleichterung für Griechenland würde auch die Zentralbank treffen. Die EZB ist seit ihrem Ankaufprogramm für Staatsanleihen von Pleitekandidaten einer der gewichtigsten Gläubiger Athens. Bis Ende Mai häufte sie Staatsanleihen im Wert von 75 Milliarden Euro an.
Im April hatte der EZB-Rat erstmals seit fast genau zwei Jahren den Leitzins wieder leicht um 0,25 Punkte angehoben. Weiter steigende Inflationsraten könnten den Druck auf die Währungshüter erhöhen. Zuletzt lag die Jahresteuerung im Euro-Raum weit über der EZB-Warnschwelle von 2,0 Prozent - angeheizt durch hohe Energie- und Rohstoffpreise. Die Aussichten für die Inflationsraten im laufenden Jahr dürften sich nach Einschätzung von Ökonomen verschlechtert haben.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

V.I.P.

09.06.2011, 15:35 Uhr

schauen wir mal, ob die Banken hinterherziehen :-D

Account gelöscht!

09.06.2011, 20:35 Uhr

Wobei,
Bei den Habens- oder bei den Sollzinsen ?

Account gelöscht!

23.06.2011, 13:17 Uhr

Na tll, wird halt mal wieder alles teurer und so wrid es auch munter weitergehen

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×