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27.01.2016

14:39 Uhr

Europas Finanzwirtschaft

EZB-Ratsmitglied warnt vor gefährlichen Geldströmen

Irlands Notenbank-Gouverneur sieht eine größere Integration der Finanzwirtschaft in Europa skeptisch. Denn diese sei mit neuen Gefahren verbunden. Das EZB-Ratsmitglied verweist insbesondere auf gefährliche Finanzströme.

DEM EZB-Ratsmitglieg zufolge könnten etwa Firmen und Haushalte in schneller wachsenden Ländern in Versuchung kommen, sich stärker zu verschulden – finanziert durch Geldausflüsse aus Staaten mit geringerem Wachstum. dpa

EZB in Frankfurt

DEM EZB-Ratsmitglieg zufolge könnten etwa Firmen und Haushalte in schneller wachsenden Ländern in Versuchung kommen, sich stärker zu verschulden – finanziert durch Geldausflüsse aus Staaten mit geringerem Wachstum.

DublinEine größere Integration der Finanzwirtschaft in Europa ist nach Einschätzung von Irlands Notenbank-Gouverneur Philip Lane mit neuen Gefahren verbunden. Es gebe Risiken, die möglicherweise auch einige neue politische Instrumente nötig machten, sagte er am Mittwoch. Lane, der auch im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) sitzt, verwies dabei vor allem auf die Gefahr plötzlicher Störungen des wirtschaftlichen Gleichgewichts, die nur einzelne Länder betreffen würden. Durch solche Schocks entstünden möglicherweise gefährliche Finanzströme.

Lane zufolge könnten etwa Firmen und Haushalte in schneller wachsenden Ländern in Versuchung kommen, sich stärker zu verschulden – finanziert durch Geldausflüsse aus Staaten mit geringerem Wachstum. „Wenn solche Geldflüsse exzessiv werden, könnten sie destabilisierend wirken, wie Mitte der 2000er Jahre Irland und Spanien erfahren mussten“, sagte Lane.

Best of Mario Draghi

3.11.2011

„Wir werden von niemandem gedrängt. Wir sind unabhängig. Wir bilden uns unsere eigene Meinung. Das ist es.“

(Draghi bei seiner ersten Pressekonferenz nach seinem Amtsantritt am 3.11.2011 in Frankfurt)

26.7.2012

„Die EZB ist bereit, im Rahmen ihres Mandats alles zu tun, was nötig ist, um den Euro zu retten. Und glauben Sie mir: Es wird genug sein.“

(Draghi am 26.7.2012 in London)

3.4.2014

„Der EZB-Rat ist sich einig, dass die EZB gegebenenfalls auch weitere unkonventionelle Maßnahmen im Rahmen ihres Mandats einsetzen wird, um die Risiken einer zu langen Periode niedriger Inflationsraten in den Griff zu bekommen.“

(Draghi nach der Sitzung des EZB-Rates am 3.4.2014 in Frankfurt)

26.5.2014

„Wir werden nicht zulassen, dass die Inflation zu lange auf zu niedrigem Niveau bleibt.“

(Draghi am 26.5.2014 bei einer EZB-Konferenz im portugiesischen Sintra)

5.6.2014

„Das ist ein bedeutendes Maßnahmenpaket. Sind wir schon am Ende? Nein. Wir sind hiermit nicht am Ende, solange wir uns im Rahmen unseres Mandates bewegen.“

(Draghi am 5.6.2014 in Frankfurt nachdem die Notenbank ein ganzes Bündel von Maßnahmen gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche im Euroraum beschlossen hat)

4.9.2014

„Wir mussten etwas tun, das ist unsere Pflicht.“

(Draghi am 4.9.2014 in Frankfurt zum EZB-Beschluss, Kreditverbriefungen und Pfandbriefe zu kaufen)

22.1.2015

„Ich könnte ein paar Witze dazu erzählen. Aber ich lese einfach noch mal das Eingangsstatement vor. Denn das ist alles, was wir heute sagen können. Und ich vermeide Witze in dieser Sache lieber.“

(Draghi am 22.1.2015 auf die Frage eines Journalisten: „War's das jetzt? War's das - oder können die Leute erwarten, dass die Geldpolitik demnächst noch verschärft wird?“)

3.9.2015

„Wir haben den Willen und die Fähigkeit zu reagieren, falls dies notwendig ist.“

(Draghi am 3.9.2015 zu einer möglichen Ausweitung des Anleihenkaufprogramms)

9.3.2017

„Unsere Geldpolitik war erfolgreich.“

(Draghi am 9.3.2017 zum Anstieg der Inflation auf zwei Prozent)

9.3.2017

„Es gibt nicht mehr das Gefühl, dass das Risiko einer Deflation drängend ist.“

(Draghi am 9.3.2017 zum Erfolg seiner expansiven Geldpolitik)

Irland hatte damals Jahre des Finanzbooms erlebt, dem schließlich ein jäher Absturz folgte. Im November 2010 wurde das Land als zweiter Euro-Staat nach Griechenland mit Hilfskrediten vor der Pleite bewahrt. Den Rettungsschirm verließ das Irland dann Ende 2013 wieder. Spanien machte zuletzt längere Zeit eine geplatzte Immobilienblase zu schaffen.

Von

rtr

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