Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.05.2014

11:42 Uhr

Eurostat

Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone sinkt leicht

Die Konjunktur zieht an – am europäischen Arbeitsmarkt merkt man davon aber nur wenig. Wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte, suchen immer noch 18,9 Millionen Menschen in Europa einen Job.

Jugendliche aus ganz Europa demonstrierten im Juli 2013 vor dem Bundeskanzleramt gegen die Jugendarbeitslosigkeit: Die positive Konjunktur schlägt sich erst mit einer Verspätung von rund einem halben Jahr auf dem Arbeitsmarkt nieder. dpa

Jugendliche aus ganz Europa demonstrierten im Juli 2013 vor dem Bundeskanzleramt gegen die Jugendarbeitslosigkeit: Die positive Konjunktur schlägt sich erst mit einer Verspätung von rund einem halben Jahr auf dem Arbeitsmarkt nieder.

BrüsselDie anziehende Konjunktur in der Euro-Zone kommt nur schleppend am Arbeitsmarkt an. Im März suchten 18,9 Millionen Menschen einen Job, wie die Statistikbehörde Eurostat am Freitag mitteilte. Das waren 22.000 Männer und Frauen weniger als im Februar und 316.000 weniger als vor einem Jahr. Die um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Arbeitslosenquote hingegen blieb den vierten Monat in Folge bei 11,8 Prozent. Damit liegt sie nur knapp unter dem bisherigen Rekord, den es zwischen Januar und September 2013 gab, als der Wert neun Monate lang bei 12,0 Prozent lag.

Die Wirtschaft im Währungsraum wächst derzeit zwar leicht und schüttelt die Rezession peu à peu ab. Auch in lange kriselnden Ländern wie Spanien und Italien läuft es wieder besser. Aber die positive Konjunktur schlägt sich meist erst mit einer Verspätung von rund einem halben Jahr auf dem Arbeitsmarkt nieder.

So stehen die Euro-Krisenländer da

Frankreich

Lage: Mit 0,3 Prozent wuchs die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone im vierten Quartal 2013 etwas schneller als erwartet. Sie befreite sich damit aus der Stagnation. Dennoch reichte es im Gesamtjahr 2013 nur zu einem Plus von 0,3 Prozent.
Aussichten: Für 2014 rechnet die Notenbank mit einem Wachstum von 0,9 Prozent. Frankreich leidet unter einer hohen Arbeitslosigkeit. "Steigende Arbeitslosigkeit und Steuererhöhungen wirken sich negativ auf die Einkommen aus", befürchtet deshalb die EU-Kommission. Das bremse den Konsum.

Italien

Lage: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Oktober bis Dezember 2013 um 0,1 Prozent zu. Das war das erste Wachstum seit Mitte 2011. Dennoch schrumpfte das BIP im Gesamtjahr 2013 um 1,9 Prozent.

Aussichten: Zwei Rezessionsjahren folgt eine kraftlose Erholung. 2014 wird von der EU-Kommission ein Wachstum von 0,7 Prozent erwartet, 2015 von 1,2 Prozent. Steigende Exporte dürften die Unternehmen zu mehr Investitionen ermutigen. Die Arbeitslosenquote soll 2014 noch einmal leicht steigen, was den Konsum dämpft.


Spanien

Lage: Der Notenbank zufolge ist das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal 2013 um 0,3 Prozent gewachsen. Trotzdem dürfte die Wirtschaft 2013 das zweite Jahr in Folge geschrumpft sein - voraussichtlich um 1,2 Prozent.

Aussichten: 2014 soll es ein mageres Wachstum von 0,5 Prozent geben, erwartet die EU-Kommission. Das Plus soll sich 2015 auf 1,7 Prozent erhöhen. Sowohl Unternehmen als auch Verbraucher dürften durch den Umbau des Bankensektors nach wie vor schwer an Kredite kommen. Die Exporte sollen dagegen gut laufen und stetig zulegen.

Griechenland

Lage: Im Vergleich zum Vorjahresquartal ging es Ende 2013 noch einmal um 2,6 Prozent nach unten. Immerhin: Zu Jahresbeginn war die Wirtschaftsleistung noch um mehr als das Doppelte eingebrochen.

Aussichten: Das BIP soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder wachsen, wenn auch nur um 0,6 Prozent. "2015 dürfte die Erholung an Kraft gewinnen, wenn die Investitionen zum Motor der Belebung werden", erwartet die EU-Kommission. Schwachpunkt bleibt die Rekordarbeitslosigkeit von aktuell 28 Prozent, die den Konsum bremst.


Portugal

Lage: Das Wachstum beschleunigt sich im vierten Quartal auf 0,5 Prozent. Dadurch schrumpfte die Wirtschaft 2013 nur noch um 1,4 Prozent, nach 3,2 Prozent 2012.

Aussichten: 2014 soll nach drei Minus-Jahren wieder ein Plus folgen. Dann dürfte ein Wachstum von 0,8 Prozent herausspringen, das sich 2015 auf 1,8 Prozent erhöhen soll, erwartet die Regierung. Wachstumstreiber sind vor allem die Exporte, aber auch die Binnennachfrage soll 2014 wieder anziehen.

Zypern

Lage: Um voraussichtlich 5,5 Prozent ist die Wirtschaftsleistung 2013 eingebrochen. Ursprünglich war sogar ein Minus von 8,7 Prozent erwartet worden, doch lief der private Konsum besser als angenommen.

Aussichten: 2014 wird ein weiteres Minus von 3,9 Prozent erwartet. "Die zyprische Volkswirtschaft sieht sich starkem Gegenwind ausgesetzt", so die EU-Kommission. Sowohl Konsum als auch Exporte dürften sinken. Erst 2015 wird mit einem Wachstum gerechnet, das aber mit 1,1 Prozent dünn ausfallen soll. Die Arbeitslosenquote dürfte 2014 auf 19,2 Prozent hochschnellen.

Die niedrigste Arbeitslosenquote im Euro-Raum gibt es - nach einheitlichen Berechnungen - in Österreich mit 4,9 Prozent. Knapp dahinter liegen Deutschland mit 5,1 Prozent und Luxemburg mit 6,1 Prozent. Griechenland hält mit 26,7 Prozent (im Januar) die rote Laterne. Ähnlich düster sieht es mit 25,3 Prozent auf dem Jobmarkt in Spanien aus.

Von

rtr

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

02.05.2014, 13:39 Uhr

Hallo Herr xxxxxxxxxxx,

heute habe ich meine Stimme im Einwohnermeldeamt xxxxxxxxxxx abgegeben. Das sollte man tun und PERSÖNLICH seinen Stimmzettel (unten alternativ angekreuzt) einwerfen.

Mir fiel auf, dass ein angebundener "weicher Bleistift CASTELL" in der Wahlkabine auslag. Als ich nachfragte bei den Frauen vom Bürgerbüro wurde mir gesagt, das habe der Wahlleiter PERSÖNLICH so angeordnet, dass nur ein BLEISTIFT ausgelegt wird. Es werden also möglichst viele "Bleistift-Kreuze" erhofft ??

Ich kreuzte trotzdem mit Kugelschreiber an.

Ich finde, man sollte eine "Kampagne gegen Bleistifte in Wahlkabinenen" (ggf. bundesweit ?) machen, damit der Stimmzettel unfälschbar ist, jedenfalls kann man das Kreuz dann nicht wegradieren, maximal ungültig machen durch weitere Kreuze. Beim Bürger würde das gut ankommen, denn alternativ steht doch für Vertrauen und Glaubwürdigkeit.

Mit freunlichem Gruss !

---

WER IST DAFÜR, DASS BLEISTIFTE IN WAHLKABINEN VERBOTEN WERDEN ??

Account gelöscht!

05.05.2014, 15:56 Uhr

Da hat sicher wieder einer falsche Angeaben gemacht. Deutschland gibt mit rund 7 % Arbeitslose an. Die EU gibt für die BRD etwa 6 % an ... das ist schon bescheuert genug. Aber auf der Homepage der BA-Agentur,Nürnberg, kann man nachlesen , dass fast 6 Millionen in Deutschland monatlich Arbeitslosengeld beziehen. Dann kommen noch 1 Mio. dazu die sind NUR auf Lehrgängen versteckt und eine weitere Mio. die in die Selbstständigkeit gelobt wurden und an der untersten Kante leben. Zusammen sind das dann rund 8 Millionen mit einer Quote von 20 % . Habt Vertrauen in die Politik denn wir sind ja auf gutem Weg......

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×