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21.10.2014

13:54 Uhr

Eurostat hilft Euro-Zone

Mit Statistikänderung gegen das Defizit

Eine Neuberechnung der Defizit- und Schuldenquote lässt die Euro-Zone plötzlich besser dastehen. Zwar ist eigentlich alles wie vorher, doch eine neue Methode zur Erstellung des BIP macht bessere Statistiken möglich.

Neue Berechnungsmethoden lassen die Eurozone bei Staatsdefiziten und der Schuldenquote besser dastehen. dpa

Neue Berechnungsmethoden lassen die Eurozone bei Staatsdefiziten und der Schuldenquote besser dastehen.

Brüssel/BerlinDie Staatsdefizite und Schuldenquoten in der Euro-Zone sind dank einer Statistikänderung nicht mehr so hoch wie bisher. Die Brüsseler Behörde Eurostat legte am Dienstag revidierte Daten vor. Demnach lag das durchschnittliche Defizit der Euro-Länder 2013 bei 2,9 Prozent und damit erstmals seit 2008 unter der erlaubten Obergrenze von drei Prozent.

Nach bisherigen Berechnungen betrug das Verhältnis neuer Schulden zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) 3,0 Prozent. Im Zuge der veränderten Datenerhebung revidierten die Statistiker auch die sogenannte Schuldenstandsquote. Dieser Schuldenberg im Verhältnis zur Wirtschaftskraft lag im vorigen Jahr bei 90,9 Prozent und war damit auch geringer als ursprünglich mit 92,6 Prozent gemeldet.

Kernpunkt der Änderungen ist die Neuberechnung der Wirtschaftsleistung, um Konjunkturdaten weltweit besser vergleichbar zu machen. Nach der neuen Methode fällt das BIP größer aus, denn das Geld, das Unternehmen in Forschung und Entwicklung stecken, wird als Investition verbucht. Bislang wurden diese Ausgaben vor allem als Vorleistungen angesehen und fielen deshalb bei der Berechnung weitgehend heraus.

Für die meisten Euro-Länder führt dies dazu, dass die Defizit- und Schuldenquoten nun besser ausfallen. Das Defizit in Italien etwa lag 2013 bei 2,8 statt wie bisher gerechnet bei 3,0 Prozent, in Griechenland bei 12,2 statt 12,7 Prozent und in Spanien bei 6,8 statt 7,1 Prozent. Den höchsten Überschuss erwirtschaftete Luxemburg mit 0,6 Prozent vor Deutschland mit 0,1 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (4)

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G. Nampf

21.10.2014, 14:34 Uhr

"Zwar ist eigentlich alles wie vorher, doch eine neue Methode zur Erstellung des BIP macht bessere Statistiken möglich."

@HB

Schön, daß das hier im HB zur Sprache kommt. So kann Journalismus aussehen.

Herr Thomas Behrends

21.10.2014, 15:09 Uhr

"Kernpunkt der Änderungen ist die Neuberechnung der Wirtschaftsleistung, um Konjunkturdaten weltweit besser vergleichbar zu machen. Nach der neuen Methode fällt das BIP größer aus, denn das Geld, das Unternehmen in Forschung und Entwicklung stecken, wird als Investition verbucht. Bislang wurden diese Ausgaben vor allem als Vorleistungen angesehen und fielen deshalb bei der Berechnung weitgehend heraus."

Vorleistungen werden ja benötigt, um in den Unternehmen letztendlich Endprodukte herzustellen zu können.

Die Beschaffung von Vorleistungen finden sich später als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung wieder.

Ich frage mich ernsthaft, was VWLer jahrelang auf den Hochschulen lernen, wenn sie die Wahrheit in der Folge derart verbiegen.

Es scheint wirklich so zu sein als wenn die BWLer die Realisten und die VWLer die Fantasten der Wirtschaftswissenschaften sind.

Von glaubwürdiger Befassung mit dem Thema kann hier wohl kaum die Rede sein.

Herr Fritz Yoski

21.10.2014, 15:13 Uhr

Wieso machen die sich eigentlich noch die Muehe irgendwas zu "berechnen". Einfach die Nummern raushauen die der Polit- und Fiannzelite genehm sind. Den albernen Zikus drumherum mit "berechnen" kann man sich auch sparen, glaubt sowieso niemand mehr.

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