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13.12.2013

13:27 Uhr

Eurostat

Jobaufbau in der Euro-Zone kommt nicht voran

Die Konjunktur nimmt wieder Fahrt auf – am Arbeitsmarkt herrscht weiter Flaute. Die Zahl der Beschäftigten lag in den letzten Monaten unverändert bei 145 Millionen. Damit stagnierte die Zahl das zweite Quartal in Folge.

Ein Arbeiter baut in einem Werk der ZF Friedrichshafen AG in Friedrichshafen (Baden-Württemberg) ein Getriebe für einen Omnibus zusammen. Die Arbeitsmarktzahlen in der EU stagnieren. dpa

Ein Arbeiter baut in einem Werk der ZF Friedrichshafen AG in Friedrichshafen (Baden-Württemberg) ein Getriebe für einen Omnibus zusammen. Die Arbeitsmarktzahlen in der EU stagnieren.

BerlinTrotz positiver Konjunktursignale in der Euro-Zone hapert es noch mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze. Die Zahl der Beschäftigten lag zwischen Juli und September unverändert bei 145 Millionen, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte. Damit stagnierte die Zahl das zweite Quartal in Folge. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fiel der Rückgang der Beschäftigung mit 0,8 Prozent allerdings geringer aus. Die Daten zeigen, dass die anziehende Konjunktur - wie üblich - nur mit Verzögerung am Arbeitsmarkt ankommt.

Die Arbeitslosigkeit lag im Oktober nur knapp unter dem Rekordhoch von gut zwölf Prozent und dürfte auch im nächsten Jahr nur allmählich nachlassen. In vielen Euro-Krisenländern steckt die Wirtschaft immer noch in der Rezession oder findet gerade erst langsam heraus. In der Währungsunion zeigt sich erneut die große Kluft zwischen einzelnen Staaten. In Deutschland sind derzeit so viele Menschen in Lohn und Brot wie nie zuvor. Während die Beschäftigung hierzulande im dritten Quartal erneut zulegte, stagnierte sie in Frankreich das dritte Mal in Folge. In Spanien gab es einen Rückgang und in Italien blieb die Zahl der Erwerbstätigen unverändert. Allerdings fielen die Daten in beiden Ländern besser aus als zu Jahresbeginn.

So stehen die Euro-Sorgenländer da

Frankreich

Deutschlands wichtigster Handelspartner wächst nicht mehr: Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im Sommer überraschend um 0,1 Prozent. Die EU-Kommission traut dem Nachbarn nur einen blutleeren Aufschwung zu. 2014 soll es nur zu einem Plus von 0,9 Prozent reichen, was etwa halb so viel ist wie in Deutschland. "Steigende Arbeitslosigkeit und Steuererhöhungen wirken sich negativ auf die Einkommen aus", befürchtet die Kommission, was wiederum den Konsum bremst. Obwohl das Wachstum 2015 auf 1,7 Prozent anziehen soll, dürfte die Arbeitslosenquote bis dahin auf 11,3 Prozent zulegen.

Italien

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion schrumpfte im Sommer nun schon das neunte Quartal in Folge und steckt damit in der längsten Rezession seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Während die Industrie zulegte, gingen die Geschäfte der Dienstleister und Landwirte zurück. Zwei Rezessionsjahren dürfte eine kraftlose Erholung folgen: 2014 wird ein Wachstum von 0,7 Prozent erwartet, das sich 2015 auf 1,2 Prozent erhöhen soll. Eine steigende Exportnachfrage dürfte die Unternehmen zwar zu mehr Investitionen ermutigen, erwartet die EU-Kommission. Die Arbeitslosenquote soll aber im kommenden Jahr weiter steigen.

Spanien

Die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone hat sich im Sommer aus der Dauer-Rezession befreit. Anziehende Exporte und der boomende Tourismus ließen das Bruttoinlandsprodukt um 0,1 Prozent wachsen. Zuvor war es neun Quartale in Folge geschrumpft. 2014 könnte die spanische Wirtschaft nach zwei Rezessionsjahren in Folge erstmals wieder wachsen. Die EU-Kommission erwartet ein Plus von 0,5 Prozent, das sich 2015 auf 1,7 Prozent erhöhen soll. "Die großen Anpassungen werden die Erholung einschränken", befürchtet die Kommission. Das reicht nicht, um die Arbeitslosigkeit kräftig zu drücken. Die Quote soll von 26,6 Prozent in diesem Jahr lediglich auf 25,3 Prozent im übernächsten Jahr fallen.

Griechenland

Im Frühjahrsquartal – neuere Daten liegen noch nicht vor – ging es um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bergab. Das am schwersten von der Schuldenkrise betroffene Land wird aber für 2014 ein kleines Comeback zugetraut: Das Bruttoinlandsprodukt soll dann erstmals seit sechs Jahren wieder wachsen, wenn auch nur um 0,6 Prozent. Das reicht nicht annähernd aus, um den für 2013 erwarteten Einbruch von 4,0 Prozent auszugleichen. "2015 dürfte die Erholung an Kraft gewinnen, wenn die Investitionen zum Motor der Belebung werden", erwartet die EU-Kommission, die dann mit einem Plus von 2,9 Prozent rechnet. Allerdings bleibt die Arbeitslosigkeit hoch. Sie soll von rund 27 Prozent auf 24 Prozent im Jahr 2015 sinken.

Irland

Von allen Krisenländern steht Irland am besten da. Bereits im Frühjahr wurde die Rezession abgeschüttelt mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. 2013 soll die Wirtschaft das dritte Jahr in Folge zulegen, wenn auch nur um 0,3 Prozent. Das Tempo dürfte sich 2014 auf 1,7 Prozent und 2015 sogar auf 2,5 Prozent beschleunigen. Sowohl Konsum als auch Exporte dürften immer besser in Schwung kommen. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,7 Prozent fallen, nachdem sie 2012 noch bei 14,7 Prozent lag.

Portugal

Das kleine Land ist von Juli bis September bereits das zweite Quartal in Folge gewachsen - und zwar um 0,2 Prozent. 2014 soll nach drei Minus-Jahren wieder ein Plus folgen: Dann dürfte ein Wachstum von 0,8 Prozent herausspringen, das sich 2015 auf 1,5 Prozent nahezu verdoppeln soll. "Die Exporte sind der Wachstumstreiber, während die Binnennachfrage 2014 wieder anziehen wird", prophezeit die EU-Kommission. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 17,3 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen.

Zypern

Der Inselstaat steckt noch mitten im Abschwung: Im dritten Quartal 2013 brach die Wirtschaftsleistung mit 0,8 Prozent so stark ein wie in keinem anderen Euro-Land. Um 8,7 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt im gesamten Jahr 2013 zurückgehen. 2014 wird ein weiteres Minus von 3,9 Prozent erwartet. "Die zyprische Volkswirtschaft sieht sich starkem Gegenwind ausgesetzt", so die Kommission. Sowohl der Konsum als auch die Exporte dürften sinken. Erst 2015 wird wieder mit einem Wachstum gerechnet, das aber mit 1,1 Prozent dünn ausfallen soll. Die Arbeitslosenquote dürfte 2014 auf 19,2 Prozent hochschnellen und erst 2015 wieder leicht auf 18,4 Prozent nachgeben.

Die Euro-Wirtschaft war im Frühjahr erstmals seit sechs Quartalen gewachsen, schrammte aber im Sommer wieder knapp an der Stagnation vorbei.

Von

rtr

Kommentare (3)

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13.12.2013, 13:54 Uhr

O-Ton Handelsblatt
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Die Konjunktur nimmt wieder Fahrt auf – am Arbeitsmarkt herrscht weiter Flaute.
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Der Arbeitsmarkt war schon immer ein "nachfolgender Indikator".

Jedenfalls in den letzen 50 Jahren.

Account gelöscht!

15.12.2013, 14:53 Uhr

das geld wurde ja auch nicht in die "märkte" gepumpt um jobs zu schaffen, sonst würde man das ja anders handhaben.... seit 2008 stopfen die Geldhäuser damit nur Bilanz löcher und der rest geht an die Börse.... MIttelständer grade im Süden bekomen nichts vom Kuchen...

Und obendrein gibts bald noch n nette Abkommen für Freihandel das die kleine noch mehr an die wand drücken wird....

UND ja liebe MITbürger.... IHR hab das so gewählt...
im zeitalter des internets kann keiner sagen "ich wuste nichts"...

rei nach ayn rand
man kann zwar sachverhalte ignoriern aber nicht die konsequenzen die sich aus dem ignorieten ergeben....

Viel spass mit der Suppe..... und die abgeaben werden steigen... alles wie CUD oder PS dwählten weil siehofften entlasted zu werden, müssen einsehn das man nichtmal an die kalte progression rangeht...^^ also viel spass mit der lohnerhöhung.. der ESM Rat wird euch danken.. :)

Armes Deutschland

Account gelöscht!

15.12.2013, 14:54 Uhr

sry die tippfehler (ne editiert funktion wäre nett...)
wurstfinger am tablett..

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