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23.04.2012

15:36 Uhr

Eurostat

Schuldensünder Spanien fällt hinter Portugal zurück

Der Schuldberg wächst: Die drei größten EU-Sünder sind Irland, Griechenland und Spanien. Die Rezession bringt Spanien wieder in den Fokus. Zweifel gibt es seitens des EU-Statistikamts an den Daten aus Irland.

Für das angeschlagene Euroland Spanien wird es immer brenzlicher. dpa

Für das angeschlagene Euroland Spanien wird es immer brenzlicher.

MadridDas krisengeschüttelte Spanien ist im vergangenen Jahr auf den dritten Platz der größten Haushaltssünder im Euro-Raum aufgerückt. Der Fehlbetrag im Staatshaushalt Spaniens belief sich 2011 auf 8,5 der Wirtschaftsleistung, teilte die Statistikbehörde Eurostat am Montag in Luxemburg mit. Das Haushaltsloch war zwar kleiner als im Vorjahr mit 9,3 Prozent, doch deutlich größer als angestrebt. Spanien überholte damit Nachbarland Portugal, das Geld aus dem Euro-Krisenfonds erhält und strikt sparen muss.

Die wirtschaftlichen Aussichten für das Euro-Krisenland sehen düster aus, die Wirtschaft stürzte zu Jahresbeginn in die Rezession. Das Sparen wird für die Regierung deshalb noch schwerer. Im Euroland weisen nur Irland (13,1 Prozent) und Griechenland (9,1 Prozent) noch höhere Fehlbeträge im Staatshaushalt auf. Beide Länder wurden bereits mit milliardenschweren Hilfsprogrammen vor der Staatspleite bewahrt. Erlaubt sind höchstens drei Prozent.

Deutschland gehört mit einem Minus von 1,0 Prozent zu den Musterschülern der Euro-Zone. Die Statistiker bestätigten damit Angaben der Regierung in Madrid, die in der Europäischen Union Zweifel ausgelöst hatten. So gab es Vermutungen, die Regierung habe das Minus extra hoch angesetzt, damit die Zahlen aus dem laufenden Jahr besser aussehen.

Ein Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte in Brüssel auf die Frage nach der Glaubwürdigkeit der Zahlen: „Es gibt keinen Anlass für Zweifel daran.“ Eurostat habe die zuletzt gemeldeten Zahlen bestätigt. Brüssel vertraue auf die Zuverlässigkeit des spanischen Statistikamtes und gehe davon aus, dass die spanische Regierung für Klarheit sorge. Zudem erinnerte der Sprecher daran, dass Madrid mit der EU-Kommission vereinbart habe, in diesem Jahr ein Ziel von 5,3 Prozent zu erreichen. Dafür soll ein drastisches Sparprogramm sorgen.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

23.04.2012, 11:38 Uhr

Rezession ist noch sehr gnädig ausgedrückt. meine Uni wird schon seit immer mehr von spanischen Erasmus-Studenten überbevölkert. Die Lage dort muss für jungen Menschen echt ausweglos sein!

EU_NEIN_DANKE

23.04.2012, 13:08 Uhr

Die EU bringt Frieden und Wohlstand :)))

dergrieche

23.04.2012, 13:27 Uhr

Wird alles von den USA gesteuert ... macht euch nichts vor.

Nur traut sich keiner den Mund aufzumachen.

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