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03.06.2014

11:23 Uhr

Eurostat-Zahlen

Arbeitslosigkeit in der Eurozone geht weiter zurück

Die Zahl der Arbeitslosen in der Euro-Zone ist auf den tiefsten Stand seit anderthalb Jahren gefallen. Sie sank auf 18,75 Millionen – fast eine halbe Million weniger als ein Jahr zuvor. Das Gefälle bleibt allerdings groß.

Arbeitsamt in Madrid: Die Zahl der Arbeitslosen in Spanien ist gesunken. dpa

Arbeitsamt in Madrid: Die Zahl der Arbeitslosen in Spanien ist gesunken.

BrüsselErmutigende Nachrichten aus der krisengeplagten Eurozone: Die Arbeitslosigkeit ist im April auf 18,75 Millionen gesunken. Das waren 76.000 weniger als im Vormonat und 487.000 weniger als im Vorjahr. Dies teilte das Statistikamt Eurostat am Dienstag mit. Damit ging die Arbeitslosenquote leicht auf 11,7 Prozent von 11,8 Prozent im März zurück.

Das Gefälle innerhalb der Währungsunion bleibt allerdings sehr groß. In Österreich (4,9 Prozent), Deutschland (5,2) und Luxemburg (6,1) ist die Arbeitslosenquote am niedrigsten, in den Krisenländern Griechenland (26,5) und Spanien (25,1) am höchsten.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

Besonders stark verbreitet ist die Arbeitslosigkeit bei jungen Frauen und Männern. 3,38 Millionen Jugendliche unter 25 Jahren haben keinen Job. Das sind zwar 202.000 weniger als vor Jahresfrist, entspricht aber einer Quote von 23,5 Prozent. In Griechenland und Spanien findet jeweils mehr als jeder zweite Jugendliche keine Arbeit, in Deutschland liegt diese Quote bei 7,9 Prozent und in Österreich bei 9,5 Prozent.

Die Wirtschaft der Euro-Zone war im ersten Quartal um 0,2 Prozent gewachsen. Für das Frühjahr halten viele Experten ein Plus von etwa einem halben Prozent für möglich.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

03.06.2014, 11:46 Uhr

Diese Jugendarbeitslosigkeit in den Südländern ist das nächste systemische Risiko das wir aufbauen. Bzw. ist es kein Risiko, da es keine Chance gibt, dass das gut laufen kann.

Wie soll denn eine Generation, der jetzt der Zugang zum Arbeitsmarkt verweigert wird, ihre notwendige Rolle einnehmen (besonders dann wenn man dort relativ früh in Rente gehen will)?

Wenn ein 18-Jähriger erst Mal 10 Jahre rumgesessen hat, dann ist der fertig, da kommt nichts mehr. Und dann wollen die Alten aufhören und eine Rente haben! Von wem denn?

Account gelöscht!

03.06.2014, 11:48 Uhr

Die Arbeitslosen sind wohl verrentet worden oder gar verstorben?

Account gelöscht!

03.06.2014, 12:32 Uhr

Sicherlich hat Frau Merkel, auf Grundlage der positiven Erfahrungen in Deutschland, den Ländern mit hoher Arbeitslosenzahl wertvolle Hinweise zur "kreativen" Gestaltung der Arbeitslosenstatistik gegeben. Da könnten innerhalb einer gewissen "Schamfrist" die Zahlen sehr schnell halbiert werden. Schließlich- am deutschen Wesen soll die Welt genesen!

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