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31.07.2014

13:35 Uhr

Eurozone

Inflation fällt auf 0,4 Prozent

Eigentlich strebt die EZB die Zwei-Prozent-Marke an, doch tatsächlich geht die Inflation in der Eurozone immer weiter zurück: Eine Verteuerung von 0,4 Prozent im Juli ist der niedrigste Wert seit dem Krisenjahr 2009.

Lediglich um 0,4 Prozent stiegen Preise im Juli in den 18 Euro-Ländern an. Nach schon nur 0,5 Prozent im Juni geht die Inflation damit noch weiter zurück. dpa

Lediglich um 0,4 Prozent stiegen Preise im Juli in den 18 Euro-Ländern an. Nach schon nur 0,5 Prozent im Juni geht die Inflation damit noch weiter zurück.

BrüsselDie Inflation in der Eurozone ist im Juli weiter zurückgegangen. Die Preise verteuerten sich in den 18 Ländern mit der Gemeinschaftswährung um lediglich 0,4 Prozent, wie das EU-Statistikamt am Donnerstag bekannt gab. Das sei der tiefste Wert seit Ende 2009, als die Folgen der weltweiten Finanzkrise noch zu spüren waren. Im Juni betrug die Inflation 0,5 Prozent. Im Juli 2013 hatte die Teuerungsrate noch bei 1,6 Prozent gelegen und damit auch noch deutlich unter der von der Europäischen Zentralbank angestrebten Zwei-Prozent-Marke.

Eine zu geringe Inflation kann unter anderem dazu führen, dass Unternehmen nur zögerlich investieren, weil sich die Investitionen nicht rentieren, und Verbraucher in der Hoffnung auf weiter sinkende Preise Anschaffungen zurückstellen. Das würde das Wirtschaftswachstum hemmen.

Fachbegriffe zum Thema Lohn

Inflation

Als Inflation bezeichnet man eine Geldentwertung (Sinken des Geldwertes), die sich durch Steigen des Preisniveaus für Endprodukte (Konsumgüter, Investitionsgüter) ausdrückt. Nach klassischer Theorie entsteht eine Inflation durch anhaltende überhöhte Güternachfrage über das gesamtwirtschaftliche Güterangebot hinaus. Erfahrungsgemäß geht sie mit einer Erhöhung der umlaufenden Geldmenge und/oder der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes einher. Die Höhe der Inflation wird durch die Inflationsrate ausgedrückt.

Phillipskurve

Graphische Darstellung des Zusammenhangs zwischen Preissteigerungsrate und Beschäftigungsgrad in einer Volkswirtschaft. Sie behauptet, dass mit steigender Beschäftigung auch das Preisniveau steigt. Die ursprüngliche Phillipskurve führt auf den britischen Ökonometriker A.W. Phillips (1958) zurück, sie beschreibt den negativen Zusammenhang zwischen Unterbeschäftigung und der Änderungsrate des Nominallohnsatzes. Er bewies damit, dass bei geringerer Arbeitslosigkeit die Nominallöhne der Arbeiter steigen und umgekehrt (Großbritannien 1861 - 1957). Seine Überlegungen gingen dahin, dass die Arbeitnehmer bei einem hohen Beschäftigungsstand, eine höhere Verhandlungsmacht haben, und dadurch höhere Löhne durchsetzen könnten (keynesianische Erklärung), dies geschieht allerdings nur einseitig und kann nicht umgekehrt verstanden werden. Im Laufe der Zeit wurden mehrfach Modifikationen an der Phillipskurve vorgenommen.

Reallohn

In der Volkswirtschaftslehre ist der Reallohn ein Maß für die Kaufkraft. Er stellt die Höhe der Arbeitsentgelte unter Berücksichtigung der Geldwertentwicklung dar. Für einen Arbeitnehmer ist somit nicht unbedingt die absolute Höhe seines Lohns oder Gehalts bedeutsam. Entscheidend ist vielmehr die Kaufkraft, also die Güter- und Leistungsmenge, die er für sein Einkommen kaufen kann.

Reservationslohn

Dies ist die Bezeichnung für den Lohn für Arbeit, zu dem ein Arbeitnehmer gerade noch bereit ist, seine Arbeitskraft anzubieten. Wenn der angebotene Lohn unter dem Reservationslohn liegt, so wird der Arbeitnehmer keine Arbeitskraft mehr anbieten. Freizeit stellt für den Arbeitnehmer ein ökonomisches Gut dar und deshalb muss er abwägen zwischen denjenigen Gütern, die er für den Lohn erwerben könnte und der Freizeit, die er für die Lohnarbeit opfern muss. Wird ein Lohn in Höhe des Reservationslohns angeboten, so ist der Arbeitnehmer indifferent zwischen der Arbeitsaufnahme und der Freizeit. Eine Arbeitsaufnahme kann also nur bei einem Lohnangebot größer oder gleich dem Reservationslohn erwartet werden.

Rezession

Die Rezession ist eine Abschwungphase der Konjunktur. Dieser wirtschaftliche Abschwung ist oftmals auf anhaltende Kursverluste an der Börse (Baisse) zurückzuführen. Die Rezession ist eine abgeschwächte Form der wirtschaftlichen Depression, doch entwickelt sich im allgemeinen weniger dramatisch. Rückgang des saisonbereinigten realen BIP in mindesten zwei aufeinander folgenden Quartalen. Zur Messung werden die Werte mit dem jeweiligen Quartal des Vorjahres verglichen. Eine Rezession ist an der Abschwächung der Hochkonjunktur, der schlechten Beurteilung der Wirtschaftslage, der sinkenden Nachfrage, an überfüllten Lagern, den Abbauc von Überstunden und der beginnenden Kurzarbeit, sowie fehlenden Investitionen, der teilweisen Stilllegung von Produktionsanlagen und den stagnierenden bzw. sinkenden Preisen/ Löhne oder Zinsen zu erkennen.

Tarifvertrag

Arbeitgeber oder Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften schließen einen schriftlichen Tarifvertrag, um die Rechte und Pflichten der Vertragspartner zu regeln. Hinzu kommen rechtliche Vereinbarungen über den Inhalt, den Abschluss und die Beendigung von Arbeitsverhältnissen (beispielsweise die Höhe von Lohn und Gehalt oder sonstige Arbeitsbedingungen). Außerdem enthalten Tarifverträge betriebsverfassungsrechtliche Regelungen. Tarifverträge sind auf der rechtlichen Grundlage der Tarifautonomie, die es den Tarifpartnern ermöglicht Verträge über Arbeitsbedingungen ohne staatliche Mitsprache auszuhandeln, abzuschließen und auch zu beenden. Rechtliche Grundlage ist das Tarifvertragsgesetz (TVG).

Warenkorb

Der Warenkorb ist eine statistische Größe. Es handelt sich um die Zusammenstellung von Waren und Dienstleistungen, die eine bestimmte Person oder eine Gruppe in einer gewissen Zeit typischerweise anbietet oder nachfragt. Der Inhalt eines Warenkorbes muss immer wieder überprüft und bei Bedarf angepasst werden.

Das EU-Statistikamt veröffentlichte am Donnerstag auch neue Zahlen zum Arbeitsmarkt. In der Eurozone waren demnach im Juni 18,41 Millionen Menschen ohne Arbeit, 152.000 weniger als im Mai und 783.000 weniger als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote sank demnach im Mai auf 11,5 Prozent. Im Mai hatte sie bei 11,6 Prozent gelegen.

Von

afp

Kommentare (5)

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G. Nampf

31.07.2014, 14:08 Uhr

"Inflation fällt auf 0,4 Prozent"

Es ist wieder einmal Märchenstunde beim HB.

Drittes Auge

31.07.2014, 14:21 Uhr

Märchenstunde allerdings!

Aber darüber hinaus muss man auch sehen, dass dafür die Kredite sich immer mehr verschlechtern. Da wir dafür spätestens mit der "Bankenunion" ja irgendwie alle haften und irgendwann über Bankenrettungen bezahlen dürfen, ist diese von der EZB beförderte Kreditverschlechterungsinflation mindestens so relevant für den einfachen Bürger wie die offizielle Brotpreisinflation.

Davon abgesehen ist die Angabe einer mittleren Inflationsrate bei der Heterogenität der Eurozone so sinnvoll wie die Angabe einer Weltdurchschnittstemperatur im Wetterbericht.

Herr Manfred Zimmer

31.07.2014, 14:34 Uhr

Ist wieder der Preisverfall der Staubsauger, die demnächst von der EU verboten werden, eingerechnet worden?

Märchenstunde?

@Drittes Auge
Korrekt!

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